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Hessens Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (links) übergibt Friedrich von Metzler die Urkunde als Ehrenprofessor.

Stadtgeflüster

Friedrich von Metzler ist jetzt Ehrenprofessor

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Ehrenbürger der Stadt ist er schon. Seit gestern trägt Friedrich von Metzler

Ehrenbürger der Stadt ist er schon. Seit gestern trägt Friedrich von Metzler nun auch die Würde eines Ehrenprofessors des Landes Hessen. Boris Rhein , Wissenschafts- und Kunstminister Hessens, überreichte ihm die Urkunde. Wer aber eine mehrstündige Aktion mit vielen Reden erwartet hatte, der wurde enttäuscht.

Gute 20 Minuten dauerte die Veranstaltung, die in der vierten Etage des House of Finance im Raum Luxemburg über die Bühne ging. Zimmer 433 ist etwa 25 Quadratmeter groß und so fanden die wenigen Gäste bequem Platz. „Es ist die Wahl des zu Ehrenden, welchen Rahmen er für die Überreichung wünscht“, erklärte Rhein. „Wir sind zu allem bereit“, fügte der Minister noch hinzu.

Von Metzler hätte sich als Gäste seine Tochter Elena und seinen Fahrer gewünscht, dazu seinen Kommunikationschef. „Das ist die Sprache der Bescheidenheit und der Verbundenheit“, analysierte Rhein. Gerade diese Haltung und von Metzlers besonderes Engagement für Stadt und die Uni hätten zu dieser Auszeichnung geführt.

Und obwohl ein solcher Festakt auch in einem der vielen von von Metzler unterstützten Museen hätte stattfinden können, sei der Ort genau der richtige. „Denn ohne Sie wäre das House of Finance, das für Frankfurt so wichtig ist, gar nicht denkbar“, sagte Rhein. Stadt und Uni hätten von Metzler „enorm viel zu verdanken. Wenn er nicht wäre, würde es hier ganz anders aussehen.“

Der Ausgezeichnete sieht sich dabei nicht als Mäzen, sondern als „freien und interessierten Bürger“ und gab sich bescheiden. Er sei erfreut und überrascht über diese hohe Auszeichnung. Und er nehme sie gerne stellvertretend für die Leistungen seiner Vorfahren und seiner Mitarbeiter in der Bank an, sagte der Bankier Friedrich von Metzler. In seiner kurzen Ansprache erinnerte er sich an seine erste Auszeichnung, die er am Lessing-Gymnasium im Alter von zwölf Jahren erhalten sollte. Doch diese wurde ihm aberkannt, weil man ihn dabei erwischte, wie er in der Religionsstunde die Matheaufgaben erledigte. Er sei „alles andere als tugendhaft und fleißig“, und kein gutes Vorbild für die anderen Schüler, hieß es in der entsprechenden Begründung.

Nun ist das viele Jahre her und aus dem Schüler ist ein tugendhafter und fleißiger Mann geworden, der sein Können und Wissen – und auch den ein oder anderen Euro – der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Für seine Lebensleistung wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, ist unter anderem Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse sowie des Hessischen Verdienstordens und der Georg-August-Zinn-Medaille.

(es)

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