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Stefan Krüger schaut mit Sohn Darius Knut Schaal vom Obst- und Gartenbauverein Fischbach zu.

Erntedankfest

Gefeiert wurde auf dem Rettershof trotz des Feuers

Seit über 30 Jahren wird auf dem Rettershof das Erntedank- und Handwerkerfest gefeiert. Die Menschen kommen jedes Jahr in Scharen, doch diesmal lockte nicht nur der besonders süße Apfelsaft des Obst- und Gartenbauvereins. Neugier auf die Arbeiten an den Stallungen nach dem Brand im Frühling kam hinzu.

Der Verkehr ist dicht. Autokorsos drängen sich entlang der Straße zum Rettershof. Clever, wer den Weg zu Fuß oder per Rad nimmt. Eine Kelkheimer Mutter, die mit ihrem Sohn schon öfter das beliebte Erntedankfest besucht, hat bereits für nächstes Jahr ihre Fuß-Route im Kopf. „Dann sind wir unkompliziert hier und können das leckere Essen und die schönen Angebote schneller nutzen“, sagt sie und verweist auf den leckeren Kuchen und den süffigen Apfelsaft.

Seit über 30 Jahren zieht der Rettershof zum Erntedankmarkt Besuchermassen an. In diesem Jahr sorgen nicht nur die fast sommerlich anmutenden Temperaturen für reges Treiben rund um den Innenhof und die Stallungen. „Sicherlich sind auch einige Leute vorbeigekommen, um den Stand der Renovierungsarbeiten zu begutachten“, hört man aus dem Kreis der Organisatoren.

Der Brand des Dachstuhls der Pferdestallungen hatte der Hofanlage ordentlich zugesetzt. Doch auch wenn die Schäden noch währen, das Feiern lässt man sich nicht nehmen.

Ein mannshoher Bauzaun umrandet den Baustellenbereich. Doch es gibt gute Nachrichten. „Die Ställe sollen bis zum Winterausbruch wieder nutzbar sein“, erklärt die Tierärztin des Hofes, Dr. Sabine Sachs. Sachs wohnt mit ihrem Mann Thomas auf dem Rettershof. Als ehemalige Pächter wissen sie, dass über ein Dutzend Pferde seinerzeit schnellstmöglich in andere Stallungen gebracht werden mussten.

„Brandbedingt haben wir derzeit nur noch einen Unterstand für 31 Pferde“, so der aktuelle Pächter des Gutes, Christoph Göb. Die Zimmermannsarbeiten gehen jedoch zügig voran, und die abgeschlossenen Reparaturen, wie beispielsweise an der Reithalle, sind nur noch nach genauem Hinsehen erkennbar. „Fraglich bleibt, wie der Dachboden oberhalb der Stallungen künftig genutzt werden soll. Als Heuboden sicherlich nicht mehr“, sagt Göb. Das brennende Heu habe das Feuer erst richtig angeheizt. Wegen der Arbeiten am Hofgut, lassen sich die Besucher ihr Fest nicht verleiden. Der alte Bollerwagen im Innenhof ist reich bepackt mit bunten Kürbissen, Getreidesträußen und hunderten von Äpfeln unterschiedlicher Sorten.

„Die Ernte war trotz des heißen Sommers reichlich“, resümiert Walter Ohlenschläger, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Fischbach. Auf den Streuobstwiesen um den Rettershof sei der Behang reichlich gewesen. Die Apfelgespinstmotte habe sich auch im Fischbacher Erntegebiet breitgemacht. „So stark war der Befall noch nie.“ Man geht davon aus, dass der Befall von der starken Trockenperiode beeinflusst wurde.

Kontrollen vor Ort ergaben ferner, „dass wir dieses Jahr zwei Wochen früher ernten mussten, was aber kein Problem war“. Die etwa 50 Apfelsorten der Felder ergaben in ihrer Mischung einen besonders schmackhaften Apfelsaft. „Dieses Jahr punkten wir mit einem besonders süßen Saft, der eine sehr hohe Öchslezahl hat.“

Auch der Saftgehalt der Äpfel sei sehr gut gewesen, so dass das Lager wieder gefüllt sei. Der OGV destillierte darüber hinaus im alten Brennkessel von 1947 Apfelschnaps. Die Gäste auf dem Rettershof loben besonders den frischen Süßen. „Wir haben schon etliche Drei- und Fünf-Liter-Kanister verkauft“, freut sich Heinz Graulich vom OGV. Die Gastgeber haben rund 2000 Gäste gezählt.

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