Aktion in Egelsbach

Gemeinsam gegen den Rechtsruck

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Kirchengemeinde, Parteien und andere Organisationen hatten zur Aktion „#Egelsbach ist mehr“ aufgerufen. Die Teilnehmer setzten ein gemeinsames Zeichen gegen Rechts.

Gut gelaunte Menschen, bunte Luftballons mit Friedenstauben und der Duft von frisch gebackenen Waffeln: Der Platz an der Ernst-Ludwig-Straße lockt am Samstagvormittag die Egelsbacher für die gute Sache an. Unter dem Motto „#Egelsbach ist mehr“ haben Parteien, Kirchen und etliche Vereine zu einer Aktion gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft sowie für mehr Pluralität und Freiheit aufgerufen.

„Hintergrund der Aktion war die Ankündigung der AfD, heute einen Wahlstand auf dem Wochenmarkt aufzustellen“, erläutert Thomas Geis. „Gegen diese rechtspopulistische Partei wollten wir ein gemeinsames Zeichen setzen“, betont der Mitinitiator von „#Egelsbach ist mehr“. Rund 40 Unterstützer von Parteien, Kirchen und Vereinen waren eine Woche zuvor im Gemeindehaus zusammengekommen, um die Aktion gemeinsam, überparteilich und vor allem schnell auf die Beine zu stellen.

Gabriele Jaxt, aktiv bei den Karnevalisten und der Flüchtlingshilfe, hat den Hashtag „#Egelsbach ist mehr“ entworfen. Inspiriert von der bundesweiten Aktion „#Wir sind mehr“ hat sie den Spruch für Egelsbach umfunktioniert. „Denn wir sind mehr, Egelsbach ist bunt und vielfältig und das Zusammenleben funktioniert gut“, sagt Jaxt.

Die Hundefreunde organisieren 300 Buttons mit dem Slogan, die Flüchtlingshilfe backt Kuchen und bietet für alle Besucher eine kunterbunte Aktion mit Farbabdrücken der Hände an, die schnell als Fahnen über dem ganzen Platz hängen. „Ich bin glücklich, dass diese Aktion so gut gelungen ist“, sagt Thomas Geis, während der Platz brechend voll ist und die Band der evangelischen Kirche Lieder singt.

„Es ist toll, was hier gerade passiert“, ist auch Pfarrer Martin Diehl ein bisschen überwältigt. Er findet am Mikrofon die richtigen Worte. Es gelte aufzuklären und gegen Rechts gegenzuhalten. „Wir müssen den Traum weiterträumen: Den Traum vom Frieden, von der Vielfalt, von der offenen Gesellschaft“, fordert er. Gegen den aufkommenden Faschismus zu argumentieren und dabei zuzusehen, wie es immer mehr Menschen gebe, die den einfachen Lösungen hinterherlaufen, mache bitter. „Für ein offenes und demokratisches Gesellschaftsprojekt einzutreten, das wird uns Flügel verleihen“, so der Pfarrer.

Bernfried Kleinsorge von den Naturfreunden hat ein Protestschild mitgebracht: ,,Kein Ort für Neonazis“ steht darauf. „Wehret den Anfängen zu sagen, ist beinahe schon ein bisschen zu spät. Wir sind mitten drin, im Kampf gegen Rassismus, für mehr Menschlichkeit und Vielfalt“, sagt er.

(njo)

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