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Hier wird getanzt: der Römerberg

Die Woche im Römer

Geschichten von Münchhausen

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Am 28. Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt und schon häufen sich die Veranstaltungen der Mandatsträger und derer, die es werden wollen. „Quo vadis Bildung?“ lautet eine Veranstaltung des Landtagskandidaten Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) mit seinem Parteifreund, dem hessischen Kultusminister Alexander Lorz.

Am 28. Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt und schon häufen sich die Veranstaltungen der Mandatsträger und derer, die es werden wollen. „Quo vadis Bildung?“ lautet eine Veranstaltung des Landtagskandidaten Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU) mit seinem Parteifreund, dem hessischen Kultusminister Alexander Lorz.

Das einzig Gute an der hessischen Schulpolitik ist, dass sich Intelligenz und Kreativität der Jugend noch nicht einmal durch das von ihr verursachte Durcheinander ruinieren lassen. Ein Beispiel für das Chaos: Vom neunklassigen Gymnasium zum achtklassigen, dann die Rückwärtsrolle zum neunklassigen mit Ausnahmen sowie die Gesamtschulen, die immer neunklassig blieben.

Die E-Mail-Postfächer der Anhänger der Parteien laufen mit Beginn des Wahlkampfs voll mit Veranstaltungseinladungen. Ohne die Parteisoldaten bliebe mancher Saal noch leerer als sonst. Alle Ebenen sind mobilisiert. Die Parteien schicken ihre bundespolitische Prominenz zur Unterstützung. Gestern war Christian Lindner von der FDP da, um die Frankfurter Direktkandidaten der Liberalen zu ermuntern. Keiner der Kandidaten hat auch nur annähernd eine Chance, ein Direktmandat zu erringen, aber so lernen die tapferen Zählkandidaten immerhin ihren obersten Partei-Chef kennen.

Die Einweihung der neuen Frankfurt Altstadt am letzten September-Wochenende wird Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sicher nutzen, um auf die Vorteile einer SPD geführten Regierung nicht nur in Frankfurt, sondern auch in ganz Hessen hinzuweisen.

Zum Glück für die Hessen-SPD feiert Feldmann am Sonntag, 7. Oktober, drei Wochen vor der Wahl, seinen 60. Geburtstag. Nicht nur Sozialdemokraten werden zu den Feierlichkeiten erwartet, bei denen der OB die öffentliche Wohlfahrt in Frankfurt dank sozialdemokratischer Herrschaft erneut preisen kann. Mietenbremse für die städtische Wohnungsbaugesellschaft, Fahrpreisermäßigung für den RMV sind einige Stichworte, die dann fallen werden. Dass das auch auf Kosten des Steuerzahlers geschieht – was soll’s?

Auch der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) mimt gerne mit dem Geld des Steuerzahlers den Spendablen. Gestern besuchte er die liebliche und beschauliche Gemeinde Münchhausen am Christenberg. Nein, das ist nicht die Heimat des bekannten Lügenbarons, den viele Bürger ja für den Ahnherr aller Politiker halten. Schäfer übergab einen Förderbescheid des Landes in Höhe von 89 600 Euro zur Beschaffung eines Löschfahrzeugs. Noch eine Woche darf der Finanzminister Förderbescheide verteilen, dann muss er die vermeintlichen Spendierhosen wegen der Wahlkampf-Spielregeln ausziehen. Es gehört zu den dankbaren Aufgaben des Finanzministers wie Nikolaus durch die Lande zu reisen, um Gemeinden aus dem großen Sack mit dem Geld des Steuerbürgers zu beglücken. Vermutlich ist von den 89 600 Euro für Münchhausens Feuerwehrauto auch ein Batzen Geld aus Frankfurt dabei, das Minister Schäfer über den kommunalen Finanzausgleich aus der Mainmetropole abgezogen hat.

In den Wochen bis zur Landtagswahl werden die Bürger noch viele Versprechungen der Politiker bis zur Landtagswahl hören; vor allem zur Bildungspolitik. Hoffentlich sind es keine Lügengeschichten.

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