Überblick

Gibt es ausreichend Kitas im Kreis?

Der Bedarf ist groß: Neubaugebiete bringen zahlreiche Kinder in die Städte. Diese müssen reagieren, um ein ausreichendes Betreuungsangebot anbieten zu können. Die Situation in den Kommunen im Überblick.

In Bad Nauheim ist Erleichterung in Sicht: Die Kita in der Frankfurter Straße soll im November eröffnet werden, auch in der Alten Wäscherei sollen in knapp einem Jahr Kinder betreut werden. Das ist auch nötig, denn bis 2022 werden in Bad Nauheim 330 neue Kita-Plätze benötigt. In anderen Städten ist die Situation ähnlich angespannt.

In Bad Vilbel werden angesichts des Neubaugebietes Quellenpark bis zum Jahr 2025 zwei neue Kitas gebaut. Bisher existieren in Bad Vilbel zehn städtische Kindertagesstätten sowie 14 weitere Betreuungseinrichtungen in freier Trägerschaft. „Durch das Neubaugebiet steigt auch der Kita-Bedarf“, erklärt Yannick Schwander, Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel. Mit den zwei neuen Kitas soll dieser aufgefangen werden. Außerdem bestünde ein weiterer Planungsauftrag für eine neue Kita auf dem Heilsberg. Diese sorgt jedoch nicht für neue Kapazitäten, sondern soll ab 2020 die bisherige Kita „Villa Wichtelstein“ ersetzten.

„Die Kitas, die geplant sind, sind ausreichend“, sagt Yannick Schwander. Natürlich in Kombination mit den bestehenden Betreuungseinrichtungen. In den städtischen Kindertagesstätten gibt es pro Einrichtung zwischen 50 und 100 Plätze für Kinder im Alter von vier bis sechs Jahren. Die Plätze für Kinder unter drei Jahren beziffern sich im Schnitt um die 20 Stück. Die Betreuungseinrichtungen in freier Trägerschaft können insgesamt knapp 640 Plätze für Kinder über 3 Jahre anbieten und haben beinahe 130 Plätze für die unter Dreijährigen zur Verfügung.

„Momentan sind wir sehr gut abgedeckt“, meint Pressesprecher Yannick Schwander. Insbesondere in Bezug auf das Neubaugebiet Quellenpark gäbe es neben den geplanten Neubauten auch weitere Einrichtungen in Massenheim und Dortelweil. „Eine gewisse Wellenbewegung muss ebenfalls beachtet werden.“ So variiere der Bedarf an Betreuungsplätzen, auch wenn viele Familien gleichzeitig zuziehen.

Außer einer Erweiterung in Dortelweil seien derzeit keine weiteren, neuen Kindertagesstätten geplant. „Aber mit den bestehenden Kitas und auch den geplanten sind wir mittelfristig gut aufgestellt“, sagt Schwander. Die zu bauenden Kitas im Quellenpark werden zusammen eine Kapazität von rund 200 Ü3-Plätzen und 48 U3-Plätzen bereitstellen.

Zu den zusätzlich benötigten Personalstellen kann Yannick Schwander keine Aussage treffen: „Da die Trägerschaft der neuen Kitas noch nicht geklärt ist.“ Sollten die Neubauten von freien Trägern übernommen werden, so würden für die Stadt Bad Vilbel keine weiteren Planstellen benötigt. Allerdings habe sich der Zuschussbedarf zur Finanzierung der Kitas in den vergangenen Jahren erhöht. „Die Erhöhung liegt in einem siebenstelligen Bereich“, so Schwander

Mirjam Fuhrmann (SPD), Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte der Kitas Bad Vilbel, erkennt eine verschärfte Lage um die Kita-Plätze: „Momentan gibt es viele Kinder die für das neue Kita-Jahr keinen Platz bekommen.“ Die zwei neuen Kitas in der Planung seien super. „Allerdings habe ich Bedenken, dass es zeitlich etwas eng werden könnte. Immerhin wohnen bereits die ersten Familien im Neubaugebiet Quellenpark und die Kitas befinden sich noch nicht mal im Bau.“

Die SPD-Kandidatin für den Landtag sieht ein weiteres Problem: „Es fehlt an Personal, schon jetzt ist der Bedarf nicht gedeckt.“ Mirjam Fuhrmann freut sich zwar über die Neubauten, ist aber in Sorge, dass es für mehrere Jahre in den bestehenden Kitas in Bad Vilbel eng werden könnte. Eine ähnliche Situation zeichnet sich in Karben ab.

Die Stadt Karben hat einen Bedarfsplan bis zum Jahr 2020 aufgestellt. Das Konzept wurde im Sommer des vergangenen Jahres erarbeitet und liegt dieser Zeitung vor. Daraus geht hervor, dass bis zu den Jahren 2019/20 der Bedarf um 39 Kindergartenplätze steigen wird und es acht weitere Plätze für Kinder unter drei Jahren geben muss. Der zusätzliche Bedarf ist an Neubaugebieten und Zuzügen gemessen. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Anzahl an Plätzen in Kindertagesstätten für U3-Kinder auf insgesamt 228 Stück erhöht.

Die Stadt Karben hat insgesamt 835 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es 50 Hortplätze für Kinder ab sechs Jahren. Das sind die Gesamtzahlen aus freier und städtischer Trägerschaft. Von den 15 Betreuungseinrichtungen der Stadt werden sieben Stück durch fünf verschiedene freie Träger geleitet.

Aus dem Bedarfsplan geht hervor, dass durch die Erweiterung des Betreuungsangebots auch der Zuschussbedarf deutlich gestiegen ist. Dieser ist innerhalb von fünf Jahren von ungefähr 4,4 Millionen Euro auf 6,7 Millionen Euro angestiegen. Das bedeutet eine Mehrbelastung des städtischen Etats von rund 2,23 Millionen Euro.

Zur Ermittlung der Bedarfsplanung wurden die Neubaugebiete Sohlweg in Burg-Gräfenrode, Kalkofen und Am Park in Groß-Karben sowie Am Taunusbrunnen in Kloppenheim berücksichtigt. So ergergibt sich ein Gesamtbedarf von 296 U3-Plätzen und 868 Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren.

Durch gestellte Anträge der Stadt Karben auf Erweiterungen der bestehenden Kitas und durch laufende Ausbaumaßnahmen bliebe für das Kindergartenjahr 2018/2019 bloß ein Defizit von sechs U3-Plätzen und 17 Ü3-Plätzen. Um diese Lücke zu schließen, zieht die Stadt Karben weitere Erweiterungen und Modernisierungen bestehender Kitas einem Neubau vor. Inzwischen seien 104 Planstellen im städtischen Etat für Erzieher ausgewiesen. Allein im vergangenen Jahr stieg der Personalbedarf in den städtischen Kindergärten um 12 Planstellen an.

Mehr Infos im Netz

Alle Informationen rund um die Kindertagesstätten und entsprechende Ansprechpartner gibt es für Bad Vilbel unter und für Karben unter der Rubrik Kinderbetreuung auf .

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