Bombensuche in Gießen am Tag eins: Mitarbeiter der Sondierungsfirma  holen Stahlträger, Rohre und jede Menge Kabel aus der Erde.
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Bombensuche in Gießen am Tag eins: Mitarbeiter der Sondierungsfirma holen Stahlträger, Rohre und jede Menge Kabel aus der Erde.

Keine Evakuierung nötig

Bombensuche in Gießen beendet: Große Erleichterung und eine „bittere Erkenntnis“

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Am Bahnhof Gießen wurde heute (24.08.2021) und gestern nach einer Bombe gesucht. Eine Evakuierung drohte. Nun gibt es Entwarnung.

Update vom Dienstag, 24.08.2021, 11.35 Uhr: Bei der zweitägigen Bombensuche im Gießener Bahnhofsviertel ist kein Sprengkörper gefunden worden. Das teilte die Stadt am heutigen Dienstagvormittag (24.08.2021) mit. Auf einem Baufeld, auf dem eine Fahrradabstellanlage entstehen soll, hatte es 16 Verdachtspunkte gegeben, an denen theoretisch ein Blindgänger hätte liegen können. Vorsorglich hatten die Verantwortlichen eine Evakuierung vorbereitet, die im schlimmsten Fall bis zu 15.000 Menschen betroffen hätte. Doch zu diesem „Fall der Fälle“ kam es nicht. Bei den mehrstündigen Sondierungen am gestrigen Montag (23.08.2021) und heute fand die beauftragte Spezialfirma lediglich Metallschrott.

Kurz nach elf Uhr gab die Stadt Entwarnung. Kurz zuvor hatten die Fachleute im letzten verdächtigen Loch ein ehemaliges Fundament für Oberleitungsmasten freigelegt. Die Gießener Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz zeigte sich in einer Mitteilung erleichtert: „Es gab keine Alternative dazu, das Gebiet abzusuchen. Nun können wir doppelt erleichtert sein: Dass keine Entschärfung stattfinden muss und dass dieses Gebiet dauerhaft sicher ist“, hieß es darin. Es bleibe jedoch „die bittere Erkenntnis“, dass das Thema Bomben Gießen weiter begleite: „Die Folgen des zerstörerischen Krieges werden uns noch viele Jahre bei Baumaßnahmen begleiten.“ Grabe-Bolz dankte allen Beteiligten für die Vorbereitung einer möglichen Evakuierung und den Gießenern für ihr Verständnis: „Es war eine harte Probe, aber wir haben sie alle gemeinsam bestanden.“

Bombensuche in Gießen heute im Live-Ticker: Endlich Entwarnung

+++ 11.18 Uhr: Entwarnung in Gießen. Bei den Sondierungen im Bahnhofsviertel ist keine Bombe gefunden worden. Es wird keine Evakuierung geben. Details folgen.

+++ 09.50 Uhr: Die letzte Etappe der Bombensuche ist eingeläutet. Nur noch eine Verdachtsstelle ist unkontrolliert, wie die Stadt Gießen nun mitteilte. An der 15. und damit vorletzten sogenannten Anomalie förderten die Arbeiten „ein Stahlrohr und weitere sehr alte Kabel“ hervor.

+++ 09.19 Uhr: Die Wahrscheinlichkeit, dass in Gießen heute doch noch eine Bombe gefunden wird, schrumpft glücklicherweise immer weiter. Die beiden letzten Verdachtsstellen sind noch offen. Im nun kontrollierten Loch Nummer 14 fand die Sondierungsfirma lediglich alte Stahlkabel.

+++ 08.42 Uhr: Und schon ist die erste Verdachtsstelle „abgearbeitet“, wie es vom Baufeld am Bahnhof Gießen hieß. Wieder wurde keine Bombe gefunden, dafür ein „Kabelkanal mit Metallmantel“. Noch dreimal Buddeln.

Bombensuche in Gießen heute im Live-Ticker: Banger Blick auf größere Anomalien

+++ 08.19 Uhr: Die Stadt Gießen angekündigt, dass die Arbeiten „in Kürze“ beginnen. Zur Erinnerung: Noch im Laufe des Vormittags könnte in Sachen Bombensuche alles klar sein. Nur vier Verdachtsstellen verbleiben noch, gestern kamen die Untersuchungsergebnisse nach dem Start quasi im Halbstundentakt. Die restlichen Anomalien sind teils aber größer als die gestern freigelegten – weshalb auch das Risiko, einen Sprengkörper zu finden, als erhöht gilt.

Erstmeldung vom Dienstag, 24.08.2021, 07.37 Uhr: Gießen – Das Bangen geht weiter: Die Bombensuche auf einem Baufeld am Bahnhof Gießen wird am heutigen Dienstag (24.08.2021) fortgesetzt. Bis zum Mittag, so die Hoffnung der Stadt, sollen alle Ergebnisse der Untersuchungen vorliegen. Dann steht fest, ob eine kurzfristige Evakuierung des Gebiets notwendig ist. Im Vorfeld der Sondierung, die am gestrigen Montag (23.08.2021) begann, hatten Fachleute 16 Verdachtsstellen ausgemacht, an denen ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegen könnte. Zwölf der 16 sogenannten Anomalien entpuppten sich gestern als Kabel- und Metallschrott.

„Es ist nicht möglich, im Vorfeld ein kleines Eisenteil von einer Bombe zu unterscheiden“, sagte dazu Peter Rijkens von der zuständigen Sondierungsfirma*, die mit einem dreiköpfigen Team und einem kleinen Bagger in Gießen im Einsatz war. Heute Morgen sollen die Untersuchungen weitergehen. Unter den vier verbliebenen Verdachtsstellen sind auch größere Anomalien, an denen es wahrscheinlicher ist, tatsächlich eine Bombe zu finden. Im „Fall der Fälle“ müssten bis zu 15.000 Menschen die Evakuierungszone räumen. Wir begleiten die Arbeiten in einem Live-Ticker.

Bombensuche in Gießen: Tausende Menschen wären von Evakuierung betroffen

Die Stadt Gießen will auf dem Gelände hinter der Neuen Post eine große Fahrradabstellanlage errichten. Weil der Bahnhof im Zweiten Weltkrieg aber Ziel für Luftangriffe war, besteht die Möglichkeit, dass im Erdreich noch vergessene Sprengkörper lauern. Bereits vor einem Monat begannen deshalb die Vorbereitungen auf die beiden Tage der Bombensuche*. Im Fälle einer Entschärfung wären auch Krankenhäuser, Wohnheime, Kitas und Geschäfte betroffen. Je nach Größe der Bombe gäbe es einen Evakuierungsradius von 500 oder 1000 Metern (hier geht’s zur interaktiven Karte). Entweder 4000 oder knapp 15.000 Menschen müssten ihre Häuser verlassen.

Das wäre ein Radius von einem Kilometer. Die Farben stehen für die jeweils zugeordneten Notunterkünfte. Bewohner der gelben Fläche können in der Herderschule, der grünen in der Ostschule und der blauen in der Brüder-Grimm-Schule unterkommen.

Ob eine Evakuierung überhaupt nötig wird, ist weiterhin unklar. Die Stadt Gießen hat unter 0641 306-1111 dennoch vorsorglich eine Telefonhotline eingerichtet. Auch drei Notunterkünfte sind eingeplant: In der Alicen-/Herderschule, in der Osthalle/Ostschule und in der Brüder-Grimm-Schule. Die Verwaltung bittet Bürgerinnen und Bürger, sich laufend über den Stand der Arbeiten zu informieren und auf den Ernstfall vorzubereiten. Sollten die Sondierungen am Bahnhof Gießen eine Bombe zutage fördern, müsste im Zweifel alles ganz schnell gehen. (ag) *giessener-allgemeine.de ist eine Angebot von IPPEN.DIGITAL

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