Heute und morgen (23. und 24. August 2021) wird sich entscheiden, ob das Bahnhofsareal in Gießen weiträumig evakuiert werden muss. In unmittelbarer Nähe läuft die Suche nach einer Bombe.
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Heute und morgen (23. und 24. August 2021) wird sich entscheiden, ob das Bahnhofsareal in Gießen weiträumig evakuiert werden muss. In unmittelbarer Nähe läuft die Suche nach einer Bombe.

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Bombensuche in Gießen: Entscheidung gefallen - Sondierung geht weiter

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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  • Florian Dörr
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Am Bahnhof Gießen laufen am Montag (23.08.2021) Untersuchungen auf einem Baufeld. Sollte eine Bombe gefunden werden, müssen Tausende ihre Häuser räumen.

Update vom Dienstag, 24.08.2021, 07.42 Uhr: Liebe Leserinnen und Leser, auch den zweiten Tag (24.08.2021) der Bombensuche in Gießen begleiten wir mit einem Live-Ticker. Diesen finden Sie hier.

+++ 15.43 Uhr: Die Bombensondierung am Gießener Bahnhof geht in die entscheidende Phase. Von ursprünglich 16 Stellen, an denen Voruntersuchungen mögliche Blindgänger ausgemacht hatten, sind inzwischen zwölf untersucht. Bisheriges Ergebnis: keine Bombe. Zuletzt wurden Kabelreste und ein Schutzkanal gefunden. Vier kritische Orte stehen also noch aus.

Eines ist jedoch bereits klar: Heute kommt es nicht mehr zu einer Evakuierung in Gießens Süden. Die Bomben-Sucher am Bahnhof haben für heute die Baustelle verlassen und kommen morgen (24.08.2021) wieder. Es wurde allerlei altes Metall gefunden, aber zum Glück kein Blindgänger. Morgen früh geht es weiter: Dann steht die Untersuchung der verbleibenden vier Verdachtspunkte an – darunter auch größere sogenannte Anomalien. Die Stadt rechnet damit, am Vormittag auch die restlichen Ergebnisse zu haben. Im schlimmsten Fall droht eine Evakuierung von 15.000 Menschen in der Stadt.

Die Bombensondierung der Baufläche am Bahnhof Gießen durch Aufgraben war notwendig geworden, weil Voruntersuchungen ergeben hatten, dass an 16 Stellen Verdächtiges im Boden liegt. Auf dem Gelände will die Stadt eine große Fahrradabstellanlage bauen.

Live-Ticker zur Bombensuche heute in Gießen: Spannung vor den letzten sechs Löchern

+++ 14.23 Uhr: Zum Glück wieder keine Bombe. Aus den Löchern neun und zehn wurden ein abgeschnittener T-Träger und ein weiteres Kabel geborgen, wie die Stadt Gießen mitteilte. Damit bleiben nur noch sechs der ursprünglich 16 ausgemachten Verdachtsanstellen. An ihnen könnte ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden liegen, so die Vermutung, die umfassende Vorbereitungen auf eine drohende Evakuierung nach sich gezogen hatte.

+++ 13.42 Uhr: Inzwischen ist die Sondierung bei der Hälfte aller Verdachtsstellen beendet. Außer Kabelsträngen, Metallstäben und Gesteinsbrocken wurde dabei nichts gefunden. Noch acht Verdachtsstellen muss die Stadt Gießen untersuchen lassen. Wann und ob sie final Entwarnung geben kann, bleibt abzuwarten.

So unspektakulär sieht das aus, was bislang bei der Bombensuche am Bahnhof Gießen aus dem Boden geholt wurde.

+++ 13 Uhr: Auch der Fund an Verdachtsstelle Nummer sechs hat sich als ungefährlich entpuppt. Laut der Stadt Gießen handelt es sich „vermutlich um einen älteren Anker der Tiefgarage der neuen Post“. An zehn Verdachtsstellen steht eine Prüfung noch aus.

+++ 12.54 Uhr: Die Stadt Gießen hat auf ihrer Website detailliertere PDF-Karten der möglichen Evakuierungszonen hochgeladen. Wer sich ohne Download-Umweg schlaumachen will, ob die eigenen vier Wände im Falle eines Bombenfundes betroffen wären, kann aber auch die interaktive Karte zur möglichen Evakuierung nutzen – einfach hier entlang.

Zwischenstand zur Bombensuche in Gießen: 5 von 16 Verdachtsstellen untersucht

+++ 11.39 Uhr: Erneut trudeln gute Nachrichten vom Baufeld am Bahnhof ein. An den Verdachtsstellen vier und fünf fanden die Experten laut Stadt Gießen einen Metallstab und eine alte Leitung in einem Kabelkanal. An fünf von 16 Verdachtsstellen liegt damit schonmal keine Weltkriegsbombe.

+++ 11.27 Uhr: Jüngst ist in Gießen eine Pressekonferenz zur Bombensuche zu Ende gegangen. Die wichtigsten Punkte waren bereits vorab bekannt, einen ausführlichen Bericht über die Vorbereitungen auf eine mögliche Evakuierung gibt es hier*. Interessanteste Neuigkeit: Selbst wenn heute eine Bombe gefunden werden sollte, könnte es auch sein, dass erst am morgigen Dienstag (24.08.2021) die Evakuierung folgt. Noch ist dies aber nicht sicher. Das letzte Wort hätte der Kampfmittelräumdienst, der anrücken würde, sobald die Sondierungsgruppe tatsächlich einen Sprengkörper fände. An drei von 16 Verdachtsstellen gab es inzwischen Entwarnung.

+++ 11.17 Uhr: Die Bombensuche in Gießen läuft weiter. An den ersten beiden untersuchten Stellen seien eine alte Leitung, Reste von Pfosten und ein Steinbrocken mit hohem Erzanteil gefunden worden, berichtete die Stadt Gießen auf Twitter.

Bombensuche heute in Gießen: Arbeiten beginnen um 08.45 Uhr

+++ 10.17 Uhr: Die Untersuchung der ersten drei Verdachtsstellen ist abgeschlossen – und die Gießener dürfen zumindest kurz durchschnaufen. Für alle drei Anomalien konnten die Experten laut Stadt „Entwarnung“ geben. Beim ersten Fund habe es sich „lediglich um Gestein mit hohem Erzanteil“ gehandelt, hieß es auf Twitter. 13 weitere Verdachtspunkte stehen noch aus.

+++ 09.52 Uhr: Laut der Stadt Gießen haben die Arbeiten am Bahnhof um 08.45 Uhr begonnen. Zu deren heutiger Dauer machte die Verwaltung zunächst keine Angaben. Eine entsprechende Anfrage dieser Redaktion blieb zunächst unbeantwortet.

+++ 09.01 Uhr: Die Stadt Gießen hat auf Facebook angekündigt, höher auflösende Karten der möglichen Evakuierungsradien zu veröffentlichen. Bislang waren auf diesen nur Gebäudeumrisse erkennbar, Straßennamen aber weitestgehend unlesbar. Mehrere User hatten sich beschwert, weil für sie nicht ersichtlich war, ob ihre Wohnungen noch im betroffenen Gebiet liegen könnten.

Erstmeldung vom Montag, 23.08.2021, 08.46 Uhr: Gießen – Vor der Universitätsstadt Gießen liegen zwei nervenaufreibende Tage. Am heutigen Montag (23.08.2021) und am morgigen Dienstag (24.08.2021) laufen auf einem Baufeld am Bahnhof Untersuchungen, bei denen eine Weltkriegsbombe gefunden werden könnte. 16 Verdachtspunkte gibt es nach Angaben der Stadt, ob dort aber tatsächlich ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg oder nur Metallschrott liegt, ist bislang völlig unklar. Im „Fall der Fälle“ würde in Gießen jedoch kurzfristig eine großräumige Evakuierung notwendig werden. In unserem Live-Ticker halten wir Sie über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Mögliche Evakuierung in Gießen: Radius hängt von Größe der Bombe ab

Vorab hat die Stadt Gießen zwei mögliche Evakuierungsradien festgelegt*: Einen von gut 500 Metern und einen von rund 1000 Metern. Welcher bei einem möglichen Bombenfund zum Tragen käme, hängt von der Größe des Sprengkörpers ab. Klar ist: Sollte tatsächlich der Kampfmittelräumdienst seine Arbeit aufnehmen müssen, müssten bis zu 15.000 Gießener ihre Wohnungen verlassen, Geschäfte müssten schließen, Kliniken und Altenheime wären betroffen*, der Bahnverkehr läge still und Straßensperrungen würden errichtet.

Das wäre ein Radius von einem Kilometer. Die Farben stehen für die jeweils zugeordneten Notunterkünfte. Bewohner der gelben Fläche können in der Herderschule, der grünen in der Ostschule und der blauen in der Brüder-Grimm-Schule unterkommen.

Bombensuche in Gießen: Vorab Telefonhotline eingerichtet

Die Stadt Gießen hat eine Telefonhotline eingerichtet, die an beiden Tagen besetzt sein soll (0641 306-1111). Sie bittet Anwohner, sich über die Social-Media-Kanäle, die städtische Website und lokale Medien über die Sachlage zu informieren. Vorsorglich wurden drei Notunterkünfte für Betroffene eingerichtet: In der Alicen-/Herderschule, in der Osthalle/Ostschule und in der Brüder-Grimm-Schule. Sollte eine Bombe am Bahnhof gefunden werden, würde es auch Lautsprecherdurchsagen in den zu räumenden Stadtvierteln geben. (ag) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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