1. Startseite
  2. Region
  3. Gießen

Über 130 Kräfte im Einsatz: Polizei nimmt „High Value Target“ in Gießen fest

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Florian Dörr

Kommentare

Bei dem Polizei-Großeinsatz in Gießen geht es unter anderem um Kokain im hohen Kilogramm-Bereich. (Symbolbild)
Bei dem Polizei-Großeinsatz in Gießen geht es unter anderem um Kokain im hohen Kilogramm-Bereich. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Großeinsatz für Polizei und Staatsanwaltschaft in Gießen und Marburg: Unter anderem wird dabei ein „High Value Target“ festgenommen. Dabei handelt es sich um Personen, die der Führungsebene der Schweren und Organisierten Kriminalität zugeordnet werden.

Update vom Freitag, 21.01.2022, 07.03 Uhr: Nach den Festnahmen im Raum Gießen und Marburg am gestrigen Donnerstag (20.01.2022) werden immer mehr Details bekannt. So soll ein ausländisches Drogenkartell hinter den Tatverdächtigen, unter denen sich wohl auch ein führender Kopf des internationalen Rauschgifthandels befindet, stehen. Bei dem Großeinsatz in Gießen war zudem die Spezialeinheit GSG 9 beteiligt: Mehr über den aufsehenerregenden Fall lesen Sie hier bei giessener-allgemeine.de*.

Erstmeldung vom Donnerstag, 20.01.2022, 13.01 Uhr: Gießen/Marburg - Dem Bundeskriminalamt (BKA) und der hessischen Landespolizei ist ein Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel gelungen. Nach Durchsuchungen in Gießen, Marburg und Umgebung gab es vier Haftbefehle, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag (20.01.2022) sagte. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehe ein 45-Jähriger, der die Einfuhr von insgesamt mehr als zehn Kilogramm Heroin und Transporte von zusammengerechnet mindestens 45 Kilogramm Kokain organisiert haben soll.

Der aus Gießen stammende Hauptbeschuldigte soll als hochrangiger Unterstützer einer vorrangig in den Balkanstaaten agierenden Gruppierung fungieren, die der Organisierten Kriminalität zugerechnet wird. Er wurde deshalb von Europol als „High Value Target“ eingestuft. Bei „High Value Targets“ handelt es sich um Personen, die der Führungsebene der Schweren und Organisierten Kriminalität zugeordnet werden.

Bei den Rauschgiftgeschäften soll er nach Angaben der Ermittler mutmaßlich von zwei 44 und 62 Jahre alten Männern unterstützt worden sein. Spezialkräfte hätten zwei der drei per Haftbefehl gesuchten Tatverdächtigen an ihren Wohnorten in Gießen und Marburg festgenommen, erklärte das BKA. Insgesamt waren 135 Kräfte von Polizei und Staatsanwaltschaft im Einsatz.

Polizei: Großeinsatz in Gießen und Marburg - 135 Kräfte im Einsatz

Der 62-jährige dritte Tatverdächtige verbüßt den Angaben zufolge bereits wegen einer anderen Verurteilung eine mehrjährige Freiheitsstrafe wegen schwerwiegenden Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der vierte Haftbefehl richte sich gegen einen 47-Jährigen aus dem Vogelsbergkreis. Bei dem Mann seien bei den Durchsuchungen ein Kilogramm Heroin und fünf Kilogramm der Droge Fentanyl gefunden worden, teilten die Staatsanwaltschaft und das BKA mit. Alle vier Tatverdächtigen befänden sich in hessischen Justizvollzugsanstalten.

Gießen/Marburg: Großeinsatz wegen Drogenkriminalität - Ferrari und Bargeld sichergestellt

Alle vier Tatverdächtigen befinden sich nunmehr in hessischen Justizvollzugsanstalten. Bei dem Großeinsatz zwischen Gießen und Marburg wurden unter anderem ein Ferrari 488 Spider sowie 36.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Auf die Spur des Rauschgifthändlerrings kamen die Ermittler nach Angaben des BKA durch die Auswertung von Kommunikationsinhalten, welche die Tatverdächtigen über kryptierte Smartphones des Anbieters SkyECC ausgetauscht haben. Damit ist dieses Ermittlungsverfahren eines der ersten Ermittlungsverfahren bundesweit, das primär auf von Europol übermittelten SkyECC-Daten basiert. (fd/dpa) *giessener-allgemeine.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Vor einigen Monaten sorgte der Fall eines Drogenhändlers aus Gießen für Aufsehen. Er hatte sich für ein Videoformat interviewen lassen.

Auch interessant

Kommentare