+
Auch beim Studentenwerk Gießen gehörten Wilke-Produkte zum Grundsortiment.

Lebensmittelskandal

Wurstskandal: Wilke-Produkte bis zuletzt auch in Mensen des Studentenwerks Gießen

Nach dem Skandal um keimbelastete Wurst aus Nordhessen ist klar: Auch in den Mensen des Studentenwerks Gießen gehörten Produkte des Herstellers Wilke zum Grundsortiment. 

Gießen - Das Studentenwerk Gießen bereitet jährlich rund 1,2 Millionen Essen in 15 gastronomische Einrichtungen zu: Mensen, Cafeterien und Kaffeebars in Gießen, Friedberg, Wetzlar und Fulda werden bespielt. Nun ist klar: Bezogen wurden auch Produkte der Firma Wilke aus Nordhessen. Das Unternehmen war wegen keimbelasteter Wurst in die Schlagzeilen geraten. Putenbrust, Kochschinken und Frühstücksschinken waren Teil des Grundsortiments beim Studentenwerk Gießen, wie Eva Mohr als Sprecherin bestätigt. 

Gießen: Wilke-Wurst im Grundsortiment des Studentenwerks

Demnach erfuhr man in Gießen aus den Medien von dem Skandal und reagierte schnell: "Ein Mitarbeiter hat im Radio davon gehört und sofort reagiert. Innerhalb einer halben Stunde - vor dem offiziellen Rückruf also - waren bei uns präventiv alle Wilke-Produkte gesperrt", lobt Mohr den internen Ablauf. Von Seiten der inzwischen geschlossenen und insolventen Fabrik in Twistetal habe derweil kein Informationsfluss stattgefunden. 

Gießen: Wilke-Produkte schnell gesperrt

Die Sprecherin des Studentenwerks Gießen erklärt jedoch mit Blick auf die Vergangenheit auch: "Wir beproben selbst regelmäßig." Dabei seien die genutzten Wilke-Produkte - unter anderem kamen sie auch auf Burgern zum Einsatz - stets unauffällig gewesen. Nach Bekanntwerden des Skandals habe man nicht nur Putenbrust, Kochschinken und Frühstücksschinken von Wilke gesperrt, sondern auch überprüft, in welchen anderen Handelsmarken, die zum Sortiment des Studentenwerks Gießen gehören, Erzeugnisse besagter Firma genutzt werden. 

Wilke: Zwei Todesfälle in Südhessen

Die Staatsanwaltschaft Kassel hat derweil ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Geschäftsführer der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH eingeleitet. Die Waren des Herstellers werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. Die Ermittlungen liefen auch wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtergesetzbuch, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Kassel.

Der Wilke-Wurstskandal zieht derweil weiter Kreise – auch in Rhein-Main gibt es immer mehr Betroffene. So hat die Lebensmittelüberwachung der Stadt Offenbach inzwischen 100 Privatleute und 30 Gewerbebetriebe angeschrieben, die im Großhandel nachweislich Produkte der Firma Wilke gekauft haben.

fd

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare