18.04.2018, Hessen, Maintal: Vermummte Beamte der Bundespolizei während einer Razzia in einem Bordell. Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei seit Mittwochmorgen in zwölf Bundesländern gegen Organisierte Kriminalität vor. Im Fokus stehen gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von Thailänderinnen, wie die Bundespolizei in Stuttgart sagte. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Bundesweit sind weit mehr als 1500 Beamte im Einsatz. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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18.04.2018, Hessen, Maintal: Vermummte Beamte der Bundespolizei während einer Razzia in einem Bordell. Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei seit Mittwochmorgen in zwölf Bundesländern gegen Organisierte Kriminalität vor. Im Fokus stehen gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von Thailänderinnen, wie die Bundespolizei in Stuttgart sagte. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main. Bundesweit sind weit mehr als 1500 Beamte im Einsatz. Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

1000 Beamte im Einsatz

Großrazzia gegen Schwarzarbeit im Rhein-Main-Gebiet

Seit den frühen Morgenstunden findet im Rhein-Main-Gebiet eine groß angelegte Razzia von Zoll und Polizei gegen organisierte Schwarzarbeit statt. Rund 1000 Beamte sind im Einsatz.

Seit den frühen Morgenstunden findet im Rhein-Main-Gebiet eine groß angelegte Razzia von Zoll und Polizei gegen organisierte Schwarzarbeit statt. Rund 1000 Beamte sind im Einsatz.

Ein Großaufgebot von Ermittlern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls durchsuchten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Frankfurt Wohnungen und Geschäftsräume eines Schwarzarbeiter-Netzwerks.

Die Maßnahmen richteten sich im Wesentlichen gegen zwei Tätergruppierungen denen gewerbs- und bandenmäßiger Betrug, Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern sowie Schleusung in Millionenhöhe vorgeworfen wird.

Geflecht von Scheinfirmen

Dabei sollen sie neben zwei Baufirmen auch einGeflecht von Scheinfirmen betrieben haben, um für die eigenen Unternehmen, aber auch für Firmen Dritter mit sogenannten Schein- und  Abdeckrechnungen in Höhe von insgesamt mehr als 70 Millionen Euro Schwarzgeld zu generieren um damit eingesetzte Schwarzarbeiter zu bezahlen. In den letzten vier Jahren sollen sie als Nachunternehmer Bauaufträge für mehr als 50 Millionen Euro überwiegend auf Großbaustellen in Hessen mit Schwarzarbeitern und illegalem Personal ausgeführt haben.

Bei der einen Tätergruppierung handelt es sich um einen Familienclan mit serbischem Ursprung, dessen Mitglieder Schlüsselpositionen in diesem Netzwerk von Bau-und Scheinfirmen haben. Mit unterschiedlichen „Geschäftsmodellen“ versuchten die mutmaßlichen Täter die Schwarzarbeit zu verschleiern und so hunderte von ausländischen Arbeitern aus Serbien, Bosnien und Herzegowina vermeintlich legal auf den Baustellen einzusetzen.

Vier Mitglieder festgenommen

Vier Mitglieder des Familienclans wurden teilweise unter Einsatz des SEK festgenommen. Darunter der Kopf der Bande, ein 53-järhiger Mann mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit und sein 29-jähriger Sohn.

Bei den Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter auch Computer und Mobiltelefone, die durch Spezialkräfte des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden.

Mehr als 8,7 Millionen Euro Schaden sollen fünf Männer im Rhein-Main-Gebiet durch Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit auf dem Bau verursacht haben.In einer Großrazzia wurden am heutigen Tag (3. Dezember 2019) 33 Wohnungen und Büros durchsucht.

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