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Grundsätzlich erwarten der Umfrage zufolge sieben von zehn Unternehmen in Deutschland Vorteile für einheitliche Wettbewerbsbedingungen in der EU durch die neue Grundverordnung.

Experten befragt

Wie heiß darf es am Arbeitsplatz sein?

. Bei Temperaturen von über 30 Grad kommt man schnell ins Schwitzen – und erst recht bei der Arbeit. Doch kann der Arbeitgeber auch bei hochsommerlicher Hitze erwarten, dass die Arbeit „normal“

Bei Temperaturen von über 30 Grad kommt man schnell ins Schwitzen – und erst recht bei der Arbeit. Doch kann der Arbeitgeber auch bei hochsommerlicher Hitze erwarten, dass die Arbeit „normal“ weiterläuft? Als Aufsichtsbehörde informiert das Regierungspräsidium Gießen (RP) über die Rechte von Arbeitnehmern und die Pflichten von Arbeitgebern bei steigenden Temperaturen.

„Wenn es am Arbeitsplatz zu warm wird, sinken nicht nur Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, gleichzeitig steigen die Unfallgefahr und die körperliche Beanspruchung“, sagt Arbeitsschutzexperte Holger Lehnhardt vom RP. Dass Arbeitsräume eine gesundheitliche zuträgliche Raumtemperatur haben müssen, sei durch die Arbeitsstättenverordnung festgelegt. Der Arbeitgeber ist demnach auch verpflichtet – wie bei allen Gefahren am Arbeitsplatz – das Gesundheitsrisiko zu beurteilen und letztlich geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Um eine Beurteilung der Gefährdung durchführen zu können, muss sich der Arbeitgeber an der Arbeitsstättenregel „Raumtemperatur“ orientieren. Diese wird ebenso durch die Arbeitsstättenverordnung konkretisiert: Bei sitzenden Arbeiten soll die Temperatur in einer Höhe von 60 Zentimetern und bei stehenden Tätigkeiten in einer Höhe von 110 Zentimetern über dem Fußboden gemessen werden. Als Maßnahmen gegen die Hitze steht dem Arbeitgeber dann eine beispielhafte Aufzählung von Maßnahmen zur Seite: „Dazu gehört etwa den Sonnenschutz effektiv zu steuern, indem man die Jalousien nach der Arbeit schließt, weniger Wärmebelastung durch elektrische Geräte zu erzeugen, das Lüften in den frühen Morgenstunden, Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung zu nutzen oder Bekleidungsregeln zu lockern“, sagt Lehnhardt.

Bei Außenlufttemperaturen von über 26 Grad greift ein Stufenmodell, das den Arbeitgeber in die Pflicht nimmt. Abhängig von der Temperatur im Raum muss er verschiedene Maßnahmen veranlassen; bei über 35 Grad müssen Fenster, Oberlichter und Glaswände mit geeigneten Sonnenschutzsystemen ausgerüstet werden.

„Ohne spezielle technische, organisatorische oder persönliche Abhilfe-Maßnahmen ist der Raum als Arbeitsraum nicht mehr geeignet“, heißt es. Notwendig sind dann zum Beispiel „Luftduschen, Wasserschleier und Hitzeschutzkleidung.“ Weil dies schwer zu realisieren sei, so der RP, könne es durchaus geboten sein, die Arbeit räumlich zu verlegen, zeitlich zu begrenzen oder gar einzustellen.

Bei der Auswahl der Maßnahmen gilt das sogenannte TOP-Prinzip: Erst technische Maßnahmen ausreizen, dann organisatorische ergreifen und erst zuletzt personenbezogene Maßnahmen treffen.

Weitere Informationen auf der Homepage des RP Gießen unter .

(red)

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