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Bei Klaus Plösser vom Heimatgeschichtsverein Neuenhain laufen die Fäden zusammen.

Seit 25 Jahren

Herbstmarkt in Neuenhain - Erfolgsgeschichte nach holprigem Start

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Silberjubiläum in „Neuehaa“: Die größte Veranstaltung des Stadtteils stand vor einigen Jahren kurz vor dem Aus. Die Historiker retteten sie.

Was rast die Zeit dahin. 25 Jahre liegen zwischen Samstag, 2. Oktober 1993, als auf Neuenhains Straßen zum ersten Mal ein Herbstmarkt stattfand, und dem Fest, das am kommenden Samstag, 22. September, wieder rund um den Neuenhainer Dalles steigt. 100 Standbetreiber haben sich angemeldet: Entlang der Haupt- und Schulstraße sowie der Schwalbacher Straße werden fliegende Händler, Gewerbetreibende, Vereine und Institutionen, Hobbyhandwerker und Gäste aus Sodens französischer Partnerstadt Rueil Malmaison ihre Waren, Dienstleistungen sowie süße und salzige Leckereien und Getränke anbieten. Kinderkarussell und Kinderschminken warten auf die Kleinen. Am Dalles auf dem Marktplatz der Süwag kann jeder seine Energie auf dem Fahrrad und im Go-Kart, einem pedalgetriebenen Kinderfahrzeug mit vier Rädern, gegen Euros versilbern und für einen guten Zweck spenden.

„Es ist eine Erfolgsgeschichte, die der Neuenhainer Gewerbeverein 1993 begann“, stellt Klaus Plösser fest. Gemeinsam mit Anita Buchner, Nadine Noll, Jürgen Stülb und Herbert Geis organisiert der Vorsitzende des Neuenhainer Heimatgeschichtsvereins seit vier Jahren den Markt unter dem Dach des Vereins. Der Einschnitt kam 2013. „Das war ein schwarzes Jahr für den Markt“, erinnert sich Plösser. Die Veranstaltung musste ausfallen, weil die Hauptstraße saniert wurde. Die Geschäftsleute erlitten Einbußen, der Gewerbeverein verlor Mitstreiter und löste sich schließlich auf.

Doch aufgeben wollten die Neuenhainer ihren beliebten Herbstmarkt nicht, und so sprang der Heimatgeschichtsverein im September 2014 ein – mit einer gewittrigen Premiere. Hagel, Blitz und Donner begleiteten den Auftakt, doch die Besucher ließen sich davon nicht abhalten und feierten wie eh und je in der Ortsmitte.

Doch schon vor 25 Jahren gab das Wetter die Richtung vor. Ursprünglich habe der Gewerbeverein seine Präsentation im Bürgerhaus Neuenhain abgehalten, erzählt Katja Gauf, die Frau der ersten Stunde. „Wir saßen bei 30 Grad Hitze in den Räumen, und keiner kam.“ Daraufhin sei 1993 die Idee des Herbstmarktes auf der Haupt- und Schulstraße geboren worden. Die damalige Gewerbevereins-Vorsitzende, Barbara Huber-Knull, Betreiberin eines Blumengeschäftes in der Schwalbacher Straße, habe die Sache in die Hand genommen. Katja Gauf und Hermann Collischonn, ein „Dream-Team“, eine Traum-Mannschaft, die all die Herbstmärkte über 20 Jahre organisiert hat, tat sich zusammen. 28 Stände hatten sich für den Markt 1994 angemeldet, schildert Katja Gauf, „und es regnete“.

„Das werden die nie wieder machen“, hätten sie zu hören bekommen. Doch rasant ging es aufwärts. Schon 1998 waren es 120 Aussteller. Pendelbusse zwischen den drei Stadtteilen wurden eingerichtet und die Verbindungen später sogar nach Sulzbach und Schwalbach ausgeweitet. Tausende Besucher kamen aus der ganzen Region. Der Obst- und Gartenbauverein mit seiner farbenprächtigen Tombola, eine Schaubühne, Tanz- und Sportvorführungen, die Feuerwehr mit ihren Gerätschaften sowie Federvieh und Schafe gab es zu bewundern. Beliebt waren die Herbstmarktgläser, die von den Besuchern gesammelt wurden. Die Motive dazu haben jeweils Neuenhainer Künstler entworfen. Und außer wenigen Ausnahmen warf der Wettergott über all die Jahre ein Auge auf die Neuenhainer. Darauf zählen Klaus Plösser und seine Mitstreiter auch am kommenden Samstag.

Und was gibt es Neues? Der sanierte „Hof Nelson“ – Schwalbacher Straße/Ecke Haingrabenstraße – öffnet seine Tore. Ein Besuch lohnt sich.

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