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Schon zwei Jahre alt, aber nur wenige Zentimeter hoch. Mit viel Geduld zieht Anke Koschitz ihre Kamelien auf, die erst mit vier Jahren ausgepflanzt werden können.

Pflanzen

Ein Herz für Kamelien: Anke Koschitz hegt und pflegt die Pflanzen aus Asien

Anke Koschitz hat eine große Leidenschaft: Kamelien. Rund um ihr Haus in Eschersheim wachsen die aus Ostasien stammenden und meist im Winter blühenden Pflanzen. Nun möchte sie ihr Wissen über die Kamelien weitergeben.

Wenn Anke Koschitz nach einem langen Tag in ihrem Garten steht und ihre Pflanzen hegt und pflegt, dann kann die Eschersheimerin abschalten und alles um sich herum vergessen. Es sind die Kamelien, die es ihr besonders angetan haben. Und das nicht erst seit ein paar Jahren, sondern bereits vor einem Vierteljahrhundert infizierte sie sich mit dem Kamelienvirus, wie sie ihre Leidenschaft selber bezeichnet.

1989 gründete sie eine Promotion-Agentur, die sie bis heute leitet. Ihr erstes Büro hatte sie im Westend, direkt neben dem Palmengarten. Schon bald besuchte sie die immer im Februar stattfindende Kamelienausstellung. „Ich war sofort fasziniert. Von der Farbenpracht, den herrlichen Blütenformen und dem eleganten Laub. Es war um mich geschehen“, sagt sie.

Pflanzen hatten es Anke Koschitz schon immer angetan, zumal sie „vom Dorf“ kommt und zwischen Wäldern und Wiesen aufgewachsen ist. Doch während des Studiums fehlte ihr dafür schlichtweg der Platz. Erst als sie verheiratet und Mutter war, bot sich die Möglichkeit eines eigenen Gartens. Die Familie pachtete eine Parzelle in der Kleingartenanlage am Ginnheimer Spargel. Sie frönte ihrer Leidenschaft und „die Kinder lernten, wie Kartoffeln wachsen“.

Den Garten gab die Familie nach vier Jahren wieder ab, jetzt wachsen die Kamelien rund um Anke Koschitzs Haus in Eschersheim. „Man muss nicht viel machen, außer sie zu gießen und den richtigen Standort zu finden“, weiß die Expertin, dass es genau daran oft mangelt, wenn sich die Pflanzen nicht so entwickeln wie gewünscht. Oft werden diese zudem überpflegt, also zu oft gegossen oder gedüngt.

Längst ist aus Anke Koschitzs Hobby ein zweites Standbein geworden, neben ihrer Agentur. „Ich habe gemerkt, dass das nicht alles ist, was ich machen möchte. Deswegen habe ich nicht mehr nur ehrenamtlich bei Kamelien-Ausstellungen geholfen, sondern mich weitergebildet“, sagt sie. Im Januar dieses Jahres machte sie deswegen ein Praktikum bei einem der ältesten Kamelienzüchter Englands. Vier Wochen ging es für sie auf die Insel. „Es war eine unglaubliche Erfahrung. Ich habe in einer kleinen Baumschule gearbeitet“, erzählt sie.

In einem Gewächshaus bei vier Grad wurden die Kamelien herangezogen. Die Pflanzen wachsen sehr langsam, erst nach vier Jahren ist es überhaupt möglich, diese auszuflanzen. „Sie wachsen nur zehn Zentimeter im Jahr“, sagt Koschitz und zeigt eines ihrer derzeit kleinsten Exemplare. Das ist zwei Jahre alt und passt immer noch locker in ihre Handfläche.

Doch die Kamelien, die in Anke Koschitzs Garten in Eschersheim wachsen, sind wirklich nur ihr Hobby. In einer Gärtnerei in Kriftel hat sie mittlerweile einen Schaugarten angelegt, über ihre Internetseite gibt sie nicht nur Tipps zur Pflege, sondern verkauft auch Pflanzen. Wobei der Verkauf von Kamelien „nicht besonders attraktiv“ sei. Darauf kommt es ihr aber auch gar nicht an. Vielmehr möchte sie vermitteln, dass die Pflanzen, die aus Ostasien stammen, alles andere als „schwierig und zickig“ sind.

Trotzdem müsse man sich stets bewusst sein, dass es sich um keine Zimmerpflanzen handle, die bei 20 Grad auf der Fensterbank stehen könnten. Nein, Kamelien bräuchten ein kühles Klima im Winter, um sich wohlzufühlen. Sogar bis zu minus zehn Grad kämen sie gut klar. „Wenn es zu kalt wird, nimmt man einfach ein paar Tannenzweige und deckt die flach wachsenden Wurzeln ab. Aber bitte keine Folie“, sagt die Fachfrau.

Zwischen 40 und 45 Euro koste eine Kamelie, je nach Höhe und Breite. Denn es gebe zwei Varianten: hohe und schmale sowie breite und dichte Kamelien. In England würden diese sogar als Hecken gepflanzt. Zunächst will sich Anke Koschitz auf die Aufzucht ihrer Kamelien kümmern, irgendwann kann sie sich sogar vorstellen, selber zu züchten. Hat sie das geschafft, käme dann die Kür: duftende Kamelien.

Doch bis es so weit ist, möchte die Eschersheimerin die Kamelie zunächst mehr in den Fokus rücken. „Denn es ist eine der schönsten Kulturpflanzen, die seit über tausend Jahren die fernöstlichen Gartenanlagen und seit dem frühen 18. Jahrhundert auch die des Westens schmücken“, sagt Anke Koschitz.

Unter gibt Anke Koschitz Tipps.

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