Himmlisches Liegevergnügen

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Die längste Bank im Taunus ist Geschichte. Dafür ist man auf den neuen Liegen, die die Feuerwehr Oberreifenberg aufgestellt hat, dem Himmel ein Stück näher.

Elf Jahre lang stand am Kapellenberg in Oberreifenberg in der Nähe der Gertrudiskapelle die längste Bank im Taunus. Die hatten die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr aufgestellt mit Blick auf den großen Feldberg. Vorbild war die längste Bank der Welt in Hinterzarten unterhalb des gebirgigen Namensvetters im Hochschwarzwald.

Das Holz der Oberreifenberger Bank war nicht nur der Witterung ausgesetzt, sie wurde mehrfach umgeworfen und im vergangenen Jahr mutwillig zerstört. Zwar hatten die Kameraden der Wehr sie aufgerichtet und wieder notdürftig repariert. „Uns war aber klar, dass das kein Dauerzustand sein konnte“, sagt Alexander Beuth, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins.

Im Urlaub hatte er wie auch Kamerad Peter Dorn in Norddeutschland sogenannte „Himmelsliegen“ gesehen und war sofort Feuer Flamme. Auch bei den daheim gebliebenen Kameraden vom Vorstand sprang der Funke gleich über. Das Problem war nur, dass diese Liegen nicht ganz preiswert sind. Hier kam die Bürgerstiftung ins Spiel, die gemeinnützige Projekte in der Gemeinde unterstützt und froh ist, wenn Gruppen aktiv werden. Die Feuerwehr überzeugte mit ihrem Konzept beim Ideenwettbewerb und schnappte sich ein Preisgeld in Höhe von 3 600 Euro für zwei Himmelsliegen, die auch Waldsofas genannt werden. Ein weiteres Exemplar spendete ein Stiftungsmitglied und die Kameraden finanzierten eine vierte Bank.

„Den Metallunterbau haben wir von der Stange“ gekauft, berichtet Beuth. Weil Schreiner Thorsten Messer das Holz zum Einkaufspreis berechnet hatte, war sogar noch eine fünfte Liege drin. Jetzt hieß es für die Kameraden in die Hände spucken und anpacken.

Seit April hatten sie am Kapellenberg gewerkelt. Die alte Bank abzubauen war da noch vergleichsweise einfach. Bei strömendem Regen mussten dann die Fundamente für drei Liegen an der Kapelle und eine weitere ein Stück weiter Richtung Spielplatz am Kapellenberg errichtet werden. Beuth geht davon aus: „Die stehen jetzt für die Ewigkeit.“

Weil drei Liegen an der Kapelle nach Meinung der Kameraden genug sind, kommt die fünfte in Kürze an die Burg Reifenberg. „Das ist auch ein Platz an dem man es sich gut gehen lassen kann“, ist sich Uwe Appel, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats, sicher.

Vom ehemaligen Standort der Bank an der Kapelle kann man inzwischen den Feldberg zwar nicht mehr sehen, weil die Bäume zu hoch gewachsen sind. Aber Carola Herr, die die Miniwehr betreut meint: „Der Ausblick ist trotzdem gigantisch und deshalb haben wir auch die vierte Liege ein Stück weiter platziert“.

Am Samstag, 11. August, um 14.30 Uhr wollen die Kameraden die Liegen an der Kapelle mit einem kleinen Fest und reichlich Essen und Trinken offiziell einweihen. Die Minifeuerwehr, die gleichzeitig ihr zehnjähriges Bestehen feiert, wird sich dann kurz vorstellen.

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