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Die Geschwister-Scholl-Schule in Steinbach soll eine sechste Parallelklasse bekommen. Dazu wird ein Teil des Gebäudes weiter ausgebaut.

Schulentwicklungsplan

1000 Grundschüler mehr erwartet

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In den kommenden fünf Jahren rechnet der Kreis als Schulträger mit mehr Schülern im Hochtaunus. Dem soll der neue Schulentwicklungsplan für die Jahre 2019 bis 2024 Rechnung tragen. Der Entwurf sieht auch ein erweitertes Angebot für den gymnasialen Zweig sowie eine praktizierte Inklusion vor.

Mit dem Schulbauprogramm setzt sich der Hochtaunuskreis ehrgeizige Ziele. Nun will er die Weichen für die Schulentwicklung der nächsten Jahre stellen. Alle fünf Jahre erstellt er gemäß § 145 des Hessischen Schulgesetzes HSchG einen Schulentwicklungsplan (SEP). Jetzt hat Landrat und Schuldezernent Ulrich Krebs (CDU) den aktuellen SEP, der bis 2024 gelten soll, auf den Weg gebracht. Mitte 2019 soll er beschlossen werden (siehe Box links).

Jedes Kind im Kreis möge bestmöglich gefördert werden – das ist das Ziel. Der erste Blick gilt dabei den prognostizierten Schülerzahlen. Und diese steigen – allen voran an Grundschule sowie Gymnasien. 9040 Jungen und Mädchen besuchten 2017 eine Grundschule im Kreis; für 2018 ist mit 8983 Schülern ein leichter Rückgang vorausgesagt, doch bis 2024 soll diese Zahl auf 9915 Schüler steigen.

Daher will der Kreis für knapp 1000 zusätzliche Grundschüler Raum schaffen. So sollen die Grundschule Königstein, die Hardtwaldschule (Friedrichsdorf) und die Grundschule am Urselbach (Oberursel) jeweils von drei auf vier Züge erweitert werden, die Geschwister-Scholl-Schule (Steinbach) temporär von fünf auf sechs Züge sowie die Astrid-Lindgren-Schule (Usingen) temporär von vier auf fünf Züge. Geprüft werden Kapazitätserweiterungen für die Ketteler-Francke- und die Maria-Scholz-Schule (MSS, beide Bad Homburg). „Grundsätzlich wollen wir aber an einer Vierzügigkeit für Grundschulen festhalten“, sagte Krebs.

Baugebiete einkalkulieren

In Steinbach scheint dem Landrat, was die Einwohnerzahl betrifft, vieles möglich – auch ohne dass es möglicherweise vor den Toren einen neuen Frankfurter Stadtteil gibt. Um mehr Räume zu bekommen, soll im Gebäude ein Teil vom Erdgeschoss aufgestockt werden. „Das ist kein fehlinvestiertes Geld, selbst wenn es in einigen Jahren noch eine zweite Grundschule in Steinbach geben wird“, betont Krebs.

Geprüft wird auch, wo Baugebiete geplant sind. „In Usingen werden wir sehne, wie sich die Areale am alten Krankenhaus und der früheren Konrad-Lorenz-Schule entwickeln“, so Krebs. Blick nach Bad Homburg, wo gerade das Baugebiet „Am Hühnerstein“ begonnen wurde: Dessen Kinder werde die Ober-Erlenbacher Grundschule noch aufnehmen können. „Weitere Baugebiete in der Innenstadt – Vickers-Gelände und altes Klinik-Areal – werden wohl erst in den nächsten SEB einfließen“, sagt der Landrat.

Steigendes Interesse sehen die Statistiker auch für die Gymnasien. Besuchten im vergangenen Jahr 6788 Jugendliche eines der Gymnasien im Kreis, sollen es 2024 bereits 7225 sein. Ein zweites Gymnasium für Oberursel werde es in nächster Zeit nicht geben, wohl aber soll dort die Zusammenarbeit mit den beruflichen Schulen ausgebaut werden. Die Erich-Kästner-Schule (EKS) soll zum Schuljahr 2019/2020 von einer Haupt- und Realschule in eine kooperative Gesamtschule mit Förderstufe Haupt- und Realschule für die Jahrgänge 5 und 6 sowie einem gymnasialen Zweig umgewandelt werden. Eine enge Verzahnung zu den beiden beruflichen Schulen Feldberg- und Hochtaunusschule sowie der VHS wird angestrebt. Analog zum Schulcampus Usingen soll in den kommenden Jahren ein Schulcampus „Oberursel Bleibiskopf“ entstehen.

Abteilung statt Förderzweig

Ein wichtiges Kapitel sind auch die Förderschulen im Kreis. Zwei reine Förderschulen gibt es noch, beide in Oberursel: die Hans-Thoma-Schule für körperliche und motorische Entwicklung sowie die Helen-Keller-Schule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung. Die Maria-Scholz-Schule in Bad Homburg, Nachfolgerin der Pestalozzischule, hatte bisher einen Förderzweig mit Schwerpunkt Sprachheilkunde; dieser soll in eine Abteilung umgewandelt werden. Geförderte Kinder besuchen eine eigene Klasse und wechseln nach der 4. Klasse auf eine Regelschule.

Allein 2019 will der Kreis 36,5 Millionen in Schulen investieren.

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