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17 Einzel- und sechs Reihenhäuser

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Usingen-Merzhausen (bur). Für die Politik war der Beschluss ein schneller: Der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan am südwestlichen Ortsrand von Merzhausen (»Am Weiher II«) wurde in der jüngsten Usinger Stadtverordnetenversammlung ohne Aussprache durchgewunken.

Die hatte es in den entsprechenden Ausschüssen zuvor gegeben. Hier war allerdings im Protokoll nur vermerkt worden, dass die Vorschläge und Bedenken gegen die neue Siedlung in die Planungen aufgenommen werden sollen. Bemerkenswert: Auch die Grünen stimmten für die Aufstellung.

Verdichtete Bebauung

Das derzeitige Grünland mit Laub- und Nadelgehölzen soll mit verdichteter Bebauung versehen werden. Geplant sind 17 Einzelhäuser, sechs Reihenhäuser mit zwei oder drei Wohnungen und fünf Doppelhausgebäude zwischen 127 und 900 Quadratmetern.

Die Erschließung soll von der Straße Am Weiher über eine Ringstraße erfolgen. Bereits im Regionalplan Südhessen 2010 ist dort Wohnbaufläche zu finden. Nun soll das Verfahren mit Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingeleitet werden.

Der Aufstellungsbeschluss macht schon recht konkrete Vorgaben, was die Bebauung betrifft, etwa Maßnahmen zum Schutz von Boden, Natur und Landschaft. So sind Auto-Stellplätze, Garagenzufahrten sowie Hofflächen auf den Baugrundstücken in wasserdurchlässiger Bauweise auszuführen. Die Verwendung von wasserdichten oder nicht durchwurzelbaren Materialien (Folie oder Vlies) zur Freiflächengestaltung ist unzulässig. Im Wohngebiet sind außerdem zur Außenbeleuchtung stromsparende LED-Lampen zu verwenden.

Vorgaben für Bepflanzung

Mindestens 20 Prozent der Grundstücksflächen sind mit standortgerechten heimischen Laubsträuchern und -bäumen oder regionaltypischen Hochstamm-Obstbäumen zu bepflanzen. Für diesen Flächenanteil gilt, dass je 25 Quadratmetern mindestens ein Baum sowie je fünf Quadratmeter mindestens ein Strauch anzupflanzen sind.

Flachdächer mit einer Fläche von mehr als sechs Quadratmetern sind fachgerecht und dauerhaft zu begrünen. Zulässig sind außerdem nur offene Einfriedungen sowie heimische Laubhecken bis zu einer Höhe von maximal 1,50 Meter, Mauer- und Betonsockel sind unzulässig, ebenfalls großflächig mit Steinen, Kies oder Schotter bedeckte Flächen. Das Niederschlagswasser von nicht dauerhaft begrünten Dachflächen ist in Zisternen oder Regenwassernutzungsanlagen zu sammeln und als Brauchwasser zu verwerten.

Auf das Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (sogenanntes Gebäudeenergiegesetz - GEG) und die hierin enthaltenen Vorgaben wird ebenfalls hingewiesen.

Das war sicher mit ein Grund, warum auch die Grünen für den Vorschlag stimmten, denn das neue GEG macht für Neubauten viele Vorschriften. Im Hinterkopf sollten künftige Bauherren außerdem behalten, dass ab 2026 Kohle- und Ölheizungen tabu sind.

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