Unterstützung des Kreises

2021 sollen vier Rettungswachen stehen

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Die Kooperation zwischen DRK und Hochtaunuskreis ist gut und fest verzurrt. Ein Knoten sollte sich jedoch bald lösen: Das DRK wartet, wie die Delegierten erfuhren, dringend auf das Okay des Kreises für den Bau der vier neuen Rettungswachen, vor allem für die Oberurseler Station.

„Die Zusammenarbeit mit dem Hochtaunuskreis ist verlässlich und belastbar, schön, dass wir einen Freund im Landratsamt haben“ – sagte ein gerade frisch wiedergewählter DRK-Kreisvorsitzender Jürgen Banzer an Landrat Ulrich Krebs (CDU) gewandt. Der hatte vor der Kreisdelegiertenversammlung in Kronberg ebenfalls die gute Kooperation zwischen Kreis und DRK betont. Er habe die Hoffnung, dass man 2019 beim Bau der neuen Rettungswachen ein Stück weiterkommt.

DRK-Geschäftsführer Axel Bangert hörte die Worte zwar auch, möchte sie auch gerne glauben, sitzt aber, so sagte er am Rande der Versammlung, auf heißen Kohlen. Gerne hätte er mehr als 30 000 Euro Planungskosten im 20-Millionen-Euro-Etat 2019 eingestellt. Auch er hofft auf wirklich zügige Standortentscheidungen, „das geht aber nur in enger Abstimmung mit dem Kreis, das DRK sitzt hier nur in der zweiten Reihe“. Wenn es flott gehe und der Kreis rasch sein „Okay“ gebe, sei der Baubeginn für die neue Oberurseler Station im Zimmersmühlenweg im zweiten Halbjahr 2019 noch machbar.

Wegen des Umzugs der Bad Homburger Wache ans Krankenhaus und der dadurch verschobenen zehnminütigen Hilfeleistungsfrist müssen vier Rettungsstationen verlegt werden: Köppern, Hunoldstal, Königstein und eben Oberursel, wobei Oberursel wegen des maroden Zustandes der derzeitigen Station auf den Nägeln brennt. Eine provisorische Behebung der ärgsten Mängel sei zwar möglich, koste vor dem Hintergrund, dass ohnehin neu gebaut werden müsse, aber auch sehr viel Geld, sagte Bangert. Er rechnet mit einem Invest für alle vier Stationen von dreieinhalb bis vier Millionen Euro, abhängig von den Grundstückskosten. Die neue Königsteiner Wache müsse wegen der Erreichbarkeit von Glashütten binnen zehn Minuten „in Höhe Kurbad, B8 aufwärts“ liegen, bei den dortigen Baulandpreisen „keine einfache Nummer“. Bei aller Skepsis bleibt Bangert aber Optimist: „2021 sollten die vier Stationen aber gebaut sein...“

Und das nächste Großprojekt ist schon in der Pipeline: Dass die DRK-Zentrale in der Kaiserin-Friedrich-Promenade mit all ihren Einrichtungen mittelfristig durch einen Neubau ersetzt werden muss, sei klar, sagte Bangert auf Nachfrage. Man befinde sich hier in der finalen Abstimmung mit der Stadt Bad Homburg. Im Frühjahr 2019 soll es dazu aber eine außerordentliche Delegiertenversammlung geben.

Während sich die Rettungswachen wie auch die neun neu beschafften Rettungswagen über die Kostenerstattung durch die Krankenkassen finanzieren, ist das bei den Unterkünften der Ortsvereinigungen aber auch dem Neubau in der Kaiserin-Friedrich-Promenade anders. Diese müssten, darin waren sich DRK-Chef Banzer und Bangert einig, allein vom Kreisverband und den Ortsvereinen getragen werden. Dazu, und auch darüber herrschte Konsens, seien die Ortsvereine finanziell aber kaum in der Lage.

Hinzu komme, dass das DRK jährlich rund vier Prozent seiner momentan 8918 Mitglieder verliere, was nur mühsam durch Neuwerbung kompensiert werden könne, aber zwingend verbessert, zumindest aber ausgeglichen werden müsse. Banzer sagte, vor diesem Hintergrund müssten DRK, Kommunen und Kreis künftig noch sehr viel enger zusammenrücken als bisher. Bangert verwies auf ein falsches Bild des DRK in der öffentlichen Wahrnehmung. Das DRK werde von vielen Menschen im Kreis zu sehr als Millionen Euro bewegender Konzern mit einem Personaletat von 12,5 Millionen Euro für 400 Mitarbeiter und riesigen Umsätzen gesehen und zu wenig als Hilfsorganisation, die mit und vom Ehrenamt lebe und sich zudem dem Wettbewerb zu stellen habe.

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