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Diese Buche 129 stammt etwa aus dem Jahr 1835. Sie steht in der Gemarkung Zeilheck und ist 35 Meter hoch. Auch sie sucht einen Baumpaten. © Red

Usingen. Die Aktion Baumpartnerschaft der Stadt und des Naturschutzbundes läuft nun seit Dezember. In den knapp vier Monaten ist man mit dem bisherigen Erfolg »vorsichtig zufrieden«, allerdings will der Usinger Förster Karl-Matthias Groß nun verstärkt noch einmal in die Werbung einsteigen. Insgesamt warteten 73 Bäume im gesamten Stadtwald auf private Partner - Bürger, Unternehmen oder Verbände und Vereine.

Nun sind es noch 50, die Partner suchen.

Sybille Winkelhaus als Vorsitzende des NABU hat ein erstes Resümee gezogen. »23 Buchen im Alter 170 bis 187 Jahre sind vermittelt von insgesamt 73 eingemessenen Bäumen. Die Bäume stehen in den Gemarkungen Eschbach und Unterwald«, sagte sie. Von Dezember bis März flossen so 10 700 Euro an Spenden in die Stadtkasse Usingen und werden zweckgebunden für den Wald verwendet. »In der Gesamtsumme sind elf Spenden von Bürgern in Höhe von jeweils 500 Euro, eine Spende vom Nabu Usinger Land in Höhe von 5000 und zwei Spenden von jeweils 100 Euro eingegangen.« Die Teilnehmer an der Aktion kommen übrigens nicht nur aus Usingen. Sondern auch aus Wehrheim, Neu-Anspach, Bad Homburg und Frankfurt.

Spender wird zum Empfänger

Nun hoffen natürlich sowohl Winkelhaus als auch Groß, dass der Aktion in den kommenden Wochen noch mehr Erfolg beschert ist. Denn die Idee selbst ist durchaus pfiffig. Der durch Trockenheit und Borkenkäfer schwer gebeutelte Wald ist längst nicht mehr die große Einnahmequelle der Stadt, im Gegenteil. In die Wiederaufforstung nach der aufwendigen Beseitigung von geschädigten Bäumen steckt die Stadt derzeit viel Geld, von den Einnahmen von etwa 700 000 Euro im Jahr ist man sehr weit entfernt. Der einstige Geldspender wurde zum Empfänger.

Und gerade die alten Bäume im Bestand haben dadurch deutlich an Wert gewonnen. Ein Beispiel. Die Buche mit der Nummer 106 - die Bäume für die Partnerschaft haben die Fachleute im gesamten Wald ausgesucht und nummeriert - hat mit ihren 186 Jahren in etwa 1,60 Metern Höhe einen Durchmesser von knapp 70 Zentimetern. Sechs Kubikmeter Holz bietet sie und wiegt etwa 12 Tonnen. Ihre Standfläche nimmt rund 150 Quadratmeter des Waldes ein. Durch ihre gesamte Blattoberfläche verdunsten am Tag bis zu 500 Liter Wasser, dafür kann durch ihre Photosynthese der Sauerstoff für fünf Erwachsene produziert werden. Zugleich bindet sie 1,9 Tonnen CO2.

Vielzahl von Lebensräumen

Zudem bieten diese alten Bäume Lebensraum für viele Tiere, gerade der Schwarzspecht baut seine Höhlen in alten Buchen, die anschließend von Vögeln, Fledermäusen und Insekten genutzt werden. Selbst abgestorbene alte Buchen beherbergen Tausende von Organismenarten.

Zudem sorgt sie natürlich dafür, dass durch ihre Samen der Bestand in jedem Jahr weiterverbreitet wird. Eine Art natürliche Aufforstung, die erst mal nichts kostet. Aber eben auch nichts bringt.

Damit nun diese Bäume nicht gefällt werden, kommt die Partnerschaft ins Spiel. Bürger zahlen für ihren Baum, und dieser darf sich dann so lange seines Lebens erfreuen, bis er am Ende aus Altersschwäche umfällt. Für einen Spendenbetrag in Höhe von 500 Euro wird ein alter Baum im Stadtwald zum Baumpartner. Er wird eingemessen, registriert und erhält eine Plakette mit dem Namen des Patens. So bleibt der gewachsene Baum dem Ökosystem Wald als wichtiger Bestandteil erhalten. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, sich in einer Gruppe gemeinsam als Baumpartner zusammenzuschließen. Die Gruppen erhalten dann eine Urkunde ihrer Baumpartnerschaft mit weiteren Informationen zum Partnerbaum sowie ein Foto zum Zeitpunkt der Registrierung.

Spendenempfänger ist der NABU Usinger Land - er kann Spendenquittungen ausstellen -, der halbjährlich zusammen mit der Revierförsterei Usingen die Partnerbäume aussucht, markiert und nach erfolgter Partnervermittlung die jeweiligen Spenden dann an die Stadtkasse Usingen überweist. Die Spendenmittel aus den Baumpartnerschaften sind zweckgebunden und werden ausschließlich für Baumpflanzungen und naturgemäße Pflegearbeiten im Stadtwald Usingen verwendet.

Wunschbaum online aussuchen

Wer Interesse hat, kann sich aus der Baumübersicht auf der Homepage der Stadt unter www.usingen.de seinen Wunschbaum aussuchen. Danach folgt eine E-Mail (oder Brief) mit Angabe der Nummer des Wunschbaumes, was auch über das Kontaktformular auf der Webseite möglich ist. Dann setzen sich die Organisatoren mit den Bürgern in Verbindung und beantworten gerne weitere Fragen. Wer Partner eines Baumes werden möchte, spendet den Betrag an den NABU Usinger Land (Taunus-Sparkasse Bad Homburg, IBAN: DE03 5125 0000 0037 0174 18, Verwendung: Baumpartnerschaften Usingen, Baum Nr. XX).

Einige Bäume stehen in der Waldgemarkung Schmidtsheck (Stadtteil Eschbach) und stammen aus 1851, sind etwa 35 Meter hoch und haben aktuell einen Durchmesser zwischen 50 und 70 Zentimetern. Weitere Buchen sind aus 1835 in der Waldgemarkung Zeilheck Usingen. In ihrem Pflanzjahr wurde der amerikanische Schriftsteller Mark Twain geboren.

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