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2500 Mark und vier Klafter Brennholz

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Der Kriegslehrgang 1941/42 der Landwirtschaftsschule in Usingen. Die Einrichtung bestand bis ins Jahr 1988. © Red

Usingen, 27. Febr. Stadtverordnetensitzung vom 24. Februar. Da die seit über einem Jahr hier bestehende landwirtschaftliche Schule in den Räumen des Seminargebäudes in beschränktem Maße untergebracht ist, beabsichtigt die Landwirtschaftskammer ein eigenes Gebäude zu errichten. Die hierzu benötigten Mittel stehen der Kammer bereits zur Verfügung. An die Stadtgemeinde Usingen ist nunmehr das Anliegen gerichtet worden, einen kleinen Beitrag zu der Schule zu leisten.

Stadt leistet Baukostenzuschuss

Die Errichtung der Schule wird von der Versammlung als einen weiteren Fortschritt unserer Stadt gepriesen, viele Bewohner hätten kleinere bzw. größere Vorteile davon. Nach einer Aussprache beschließt die Versammlung, der Landwirtschaftskammer einen einmaligen Baukostenzuschuss von 20 000 Mark zu überweisen. Außerdem werden für die ersten zehn Jahre Bestehens der Schule jährlich 2500 Mark als Entschädigung für Brennstoff, vier Klafter Brennholz sowie kostenloses Licht und Wasser zugesprochen. Der Direktor der Landw. Schule, Herr Dr. Roeming, der den Verhandlungen beiwohnte, sprach der Stadtbehörde im Namen der Landw. Kammer den herzlichsten Dank für das große Entgegenkommen aus.

Für Usingen sehr eingenommen

Er hob hervor, daß mit diesem Beschluß der Bau der Landw. Schule in Usingen gesichert sei und daß in allernächster Zeit mit dem Bau, zu dem die Pläne bereits fertiggestellt seien, begonnen werde. Außerdem erwähnte Dr. Roeming, daß die Landw. Kammer gerade für Usingen sehr eingenommen sei; denn die Landw. Schule mit ihrer überaus großen Besucherzahl stehe im Kammerbezirk an erster Stelle; ein erfreuliches Zeichen für Stadt und Kreis Usingen. Mit dem Wunsche, daß die neue Schule nicht alleine der Stadt zur Zierde gereichen, sondern auch eine segenbringende Anstalt für den Kreis Usingen werde, schloß Herr Dr. Roeming seine Worte. Wie verlautet, rechnet man mit einer Bausumme von über 700 000 Mark, die Frage des Bauplatzes dürfte sich in den ersten Tagen erledigen.

Usingen, 9. Mai. Mit dem Bau der Landw. Schule soll am Mittwoch begonnen werden. Das Gebäude wird an der Wilhelmsallee links auf dem zur Domäne Stockheim gehörenden sogenannten Stichelacker errichtet. D ie Stadt Usingen ist wiederum um eine große Errungenschaft reicher geworden.

Usingen, 10. Mai. Mit den Bauarbeiten zur Errichtung des Gebäudes für die Landw. Schule ist heute früh begonnen worden. Nach den vorliegenden Plänen wird das stolze Gebäude eine Zierde für den Kreis und die Stadt Usingen. Es enthält vier Stockwerke; im 1. Stock wird eine Haushaltungsschule für Mädchen errichtet werden, der 2. Stock birgt die Räumlichkeiten der landwirtschaftlichen Schule selbst, der 3. Stock enthält die Wohnräume für den Direktor und der 4. Stock wird die Wohnräume für den Hausmeister und für auswärtige Schülerinnen aufnehmen. Wie bekannt, hat es die Kreisbauernschaft in dankenswerter Weise übernommen, sämtliche Fuhren kostenlos auszuführen; den Reigen hierzu hat heute früh von der Ortsbauernschaft Eschbach Herr Bürgermeister Wirt eröffnet.

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ua_damals © Red

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