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Die Autobahnparkplatz-Baustelle aus der Luft. Vorn in der Mitte sieht man den Bohrer, der die Löcher für die Befestigung der künftigen Brückenpfeiler bohrt. Im Hintergrund links liegt das Gewerbegebiet Max-Planck-Straße, dahinter, am Fuß des Taunus erkennt man Köppern. Die Gebäude rechts gehören zu Burgholzhausen. 

Neue Zufahrt 

Neue Brücke an der A5: So gehen die Bauarbeiten voran 

An der Autobahn bei Burgholzhausen wird eine neue Brücke gebaut. Sie wird für die künftige Zufahrt zum Parkplatz Schäferborn gebraucht. Der wiederum wird erweitert.

  • An der A5 bei Friedrichsdorf wird eine neue Brücke gebaut
  • Sie ist für die Zufahrt des Parkplatzes Schäferborn gedacht 
  • Aktuell werden für den Bau riesige Löcher in den Boden getrieben 

Friedrichsdorf – Langsam senkt sich die riesige Bohrschnecke in den Boden. Der Arbeiter, der davor steht, ist fast genauso groß wie das Werkzeug an der Spitze des stattlichen Bohrers. Seit wenigen Tagen steht die 120 Tonnen schwere turmhohe Maschine zwischen der A5 und der Landstraße 3057 bei Burgholzhausen. Hier entsteht eine Brücke für die Zufahrt zum künftig erweiterten Lkw-Parkplatz Schäferborn. Bauherr ist das Land Hessen.

Insgesamt 23 Löcher müssen in den Grund getrieben werden, 11 auf der einen und 12 auf der anderen Seite der Landstraße. "Jedes Loch wird etwa 36 Meter tief und hat einen Durchmesser von 1,20 Meter", erklärt Diplomingenieur Hans-Georg Beil, der sich speziell um die Brücke kümmert. Immer wieder eilt ein Arbeiter mit einem Eimer in der Hand zu dem gerade entstehenden Bohrloch und gießt Wasser hinein. Auch wenn sich der Bohrer motorisiert in die Tiefe frisst, müssen die Männer darauf achten, dass die Maschine glattläuft.

A5 bei Friedrichsdorf: Bohrschnecke holt Erdreich nach oben 

Wie das Gerät Erdreich nach oben holt: Gleichzeitig mit der Bohrschnecke wird nach und nach ein Rohr abgesenkt, in dessen Mitte die Schnecke arbeitet. Sie dreht sich in der Tiefe, bis das Gewinde voller Lehm ist. Dann wird sie heraufgezogen, der Lehm wird abgeschüttelt (oder eher abgeschlagen) und die Schnecke muss zurück nach unten, um die nächste Portion Lehm nach oben zu holen. Die Sache ist mühsam. Rund zwei Tage dauert es, dann ist ein Loch fertig, erklärt Bauwart Thomas Zecher. Er ist für den Parkplatzbau verantwortlich.

Ein riesiger Bohrer macht Löcher für die Betonpfähle, auf denen die Brücke stehen soll. Fotos: Christiane Paiement-gensrich

Später soll jedes Loch mit röhrenförmigen Metallkäfigen ausgekleidet und mit Stahlbeton ausgegossen werden. So entstehen die unterirdischen Pfähle, auf denen die Brückenpfeiler (fachsprachlich "Widerlager") rechts und links der Landstraße ruhen werden. Die Pfeiler wiederum tragen später den sogenannten Brückenbalken (ebenfalls aus Beton), auf dem dann die Fahrbahn verläuft.

Die vier Spannbeton-Teile für die oberirdische Konstruktion - jedes einzelne wiegt 114 Tonnen - kommen im Frühjahr oder Sommer per Schwertransport und werden von einem riesigen Kran montiert, der selbst erst an Ort und Stelle zusammengebaut werden kann. Für den Transport im Ganzen ist er zu groß. "Bis so ein Monster-Kran steht, dauert es rund zwei Tage", erläutert Beil.

Bevor die Maschine überhaupt erst aufgestellt werden könne, müsse noch der Boden, der sie tragen soll, befestigt werden. Und während der Installation der Brückenbauteile, die nachts an einem Wochenende stattfinden werde, müsse die Landstraße komplett gesperrt werden. Auch eine Fahrspur der Autobahn sei dann nicht nutzbar.

A5: Eine drei Meter breite Schicht Braunkohle

Aber zurück zur derzeit fleißig rotierenden Bohrmaschine. Bevor es mit den Löchern für die Pfähle losgehen konnte, mussten geologische Erkundungsbohrungen vorgenommen werden. "45 Meter tief mit 80 Zentimeter Durchmesser", berichtet Beil. Für den Ingenieur ist es wichtig zu wissen, welche Gesteinsschichten sich in der Tiefe befinden. "Ganz unten liegt feinsandiger Ton", berichtet er. Was ihm weniger gefallen hat, war die Braunkohle. Auf der einen Seite sei die Schicht fünf Zentimeter breit, auf der anderen Seite messe sie sogar drei Meter. Zum Verfeuern abgebaut werde der Fund nicht. Gebrauchen können ihn die Brückenbauer aber auch nicht: "Das ist organisches Material und daher nicht stabil genug", erklärt Beil. Wo Braunkohle liege, müsse tiefer gebohrt werden, um die nötige Standfestigkeit zu erreichen.

A5: "Insgesamt sind für die Brücke 2,7 Millionen Euro vorgesehen"

Noch schlechter als Braunkohle im Baugrund sind Wasseradern. Dummerweise ist auch eine solche genau da entdeckt worden, wo die Brücke gut hingepasst hätte. Das Problem: "Wenn wir die Ader anbohren würden, könnte die Fahrbahn der Landstraße unter Wasser gesetzt werden." Also musste die Brücke seitlich versetzt werden. Jetzt wird sie länger als zuerst gedacht, weil sie schräg mit einer Spannweite von 33,86 Meter über die 7,50 Meter breite Straße samt 3 Meter breitem Radweg führen wird.

Nur das Löcherbohren (Pfahlgründung im Fachjargon) verschlingt fast eine Million Euro. "Insgesamt sind für die Brücke 2,7 Millionen Euro vorgesehen", sagt Hessen-Mobil-Sprecher Andreas Mehring. Bis Anfang Februar sollen alle Löcher gebohrt sein. Auch eine Stützwand für den Autobahnkörper müsse noch errichtet werden. Die Zufahrt von der Autobahn zum dann erweiterten Parkplatz wird 450 Meter weiter südlich liegen als bisher. In rund einem Jahr soll er fertig sein und tagsüber auf rund 28 000 Quadratmeter Fläche Platz für 75 Lastwagen bieten. Hinzu kommt eine Toilettenanlage. Nachts werden auch die Pkw-Stellplätze für Laster freigegeben, sodass dann bis zu 100 Lkw dort parken können. Derzeit ist auf dem alten Parkplatz nur Raum für sieben Lastwagen.

Auf der A5 kam es hinter der Abfahrt Friedberg zu einer Massenkarambolage. Ein Mann reagierte zu spät. Die Folgen waren verheerend.

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