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Die Kinder des Fördervereins ?Due-Ett? der Grundschule im Eschbachtal wurden im Planwagen von Erwin Fritzel beim Kerbumzug mitkutschiert.

Ober-Eschbach

Die Aale Eschbächer wollen frischen Wind in die Kerb bringen

Jedes Jahr zählt die Kerb zum wichtigsten Ereignis des Eschbacher Jahres. Mit dem Zelt ist man gegenüber anderen Ortschaften sogar einzigartig. Man nimmt es aber als selbstverständlich und niemand genau weiß, wie viel Arbeit und vor allem Ärger drum herum dazu gehören.

Samstagnachmittag. Noch herrscht die Ruhe vor dem Sturm. Gerade noch den alljährlichen Umzug durch den Stadtteil sich angeschaut, zieht es die Eschbacher auf den Festplatz zur Kerb und in das Festzelt. Gleich wird sie nämlich von der Vorsitzenden der „Aalen Eschbächer“, Yvonne Gottlieb, eröffnet.

Die kleine Zeremonie zu Beginn lässt nur erahnen, wie viel Arbeit in so einem Fest steckt. Ob die Genehmigungen von der Stadt, das Zelt, die Getränke und vor allem die Schichten an der Theke. Das alles bedarf einer langen Vorlaufzeit. „Glücklicherweise haben wir ein eingespieltes Team, das das jetzt schon einige Jahre macht.“ Dennoch gibt es im Verein eine Wachablösung, wie die Vorsitzende erklärt: „Die Erfahrenen gingen nach und nach raus und übergaben die Organisation an Jüngere. Wir versuchen jetzt, frischen Wind in die Kerb zu bringen. Dabei stehen uns die Alten aber immer mit Rat und Tat zur Seite.“

So wie sie einst war, so eine Kerb wäre heute nicht mehr möglich. Konnte man sich vor einigen Jahren für den Aufbau oder den montäglichen Frühschoppen ohne Weiteres Urlaub nehmen, ist das heute schon schwieriger. Und das nicht das einzige Problem. Gottlieb: „Am meisten haben wir eigentlich mit der Bürokratie zu kämpfen. Ein ums andere Jahr wird es uns schwieriger gemacht. Das kann eine Kerb auch kaputt machen. Jetzt macht man sich Gedanken über Dinge, die früher selbstverständlich waren.“

Ganz wie früher ist aber der Durst der Ober-Eschbacher geblieben. Christopher Bub ist einer der beiden Getränkewarte im Team und erzählt: „Bei der Bestellung für das darauffolgende Jahr rechnen wir immer plus zwei. Waren es im vergangenen Jahr 23 Fässer Äppler, wären es nun zwei mehr.“ Apfelwein ist das beliebteste Getränk, 2017 wurden 1250 Litern davon getrunken. 1090 Liter Bier wurden ausgeschenkt. Auch hier bedarf es einer eingespielten Zusammenarbeit mit dem Lieferanten. Bub: „Mit dem August Wehrheim haben wir wirklich Glück. Wenn wir abends merken, dass es nicht reicht, ist er schon am nächsten Morgen mit Nachschub da.“

Natürlich müssen die Getränke auch ausgeschenkt werden. Dafür sind abends neben dem Kerb-Team noch weitere Vereinsmitglieder im Einsatz. Yvonne Gottlieb erklärt: „Samstagabend ist die Hölle los. Hier sind dann knapp 500 Gäste, die müssen bedient werden. Acht bis zehn Leute sind an der Theke, insgesamt wuseln knapp 30 Helfer rum.“

Gerade das macht den Verein aus. Die Mitglieder zeigen Initiative, bringen neue Ideen ein, um das Fest für die Leute attraktiver zu gestalten. Gottlieb: „Dieses Jahr haben wir beispielsweise eine Kinder-Olympiade, die von Jutta Schäfer und Ingrid Lauth von der TSG Ober-Eschbach organisiert wurde, und einen mobilen Geld-Automaten. Auch wir müssen schließlich mit der Zeit gehen, damit es die Menschen auch weiterhin hierher zieht.“

Mit der Zeit müssen auch die Preise gehen, sechs Jahre in Folge trotzte man den Erhöhungen der Lieferanten. Getränkewart Alexander Damm erklärt: „Irgendwann geht es aber nicht mehr anders. Die letzten Jahre ließen wir sich die Erhöhungen nie auf unsere Preise auswirken, doch langsam sind wir dazu gezwungen.“ Die Gäste stört es weniger. „Man merkt schon, wie viel Herzblut jeder Einzelne hier reinsteckt. Gerade die Kinder-Olympiade finde ich super“, sagt die 36 Jahre alte Sabrina Merkel. Die Preise seien immer noch in Ordnung. In diesem Sinne: Prost!

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