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Abriss einer Scheune wirbelt Asbeststaub auf

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Wehrheim (sma). Der Abriss einer Scheune in Wehrheim vor zwei Jahren beschäftigt nun das Bad Homburger Amtsgericht. Denn die Dachplatten enthielten gefährlichen Asbest, der unter anderem Lungenkrebs verursachen kann - Sicherheitsmaßnahmen gab es bei dem Abriss jedoch nicht.

Vor Gericht verantworten muss sich der damalige Geschäftsführer des mittlerweile insolventen Bauunternehmens, der 35-jährige Offenbacher wies beim Prozessauftakt jegliche Schuld von sich. Einer seiner Mitarbeiter habe alle Details mit dem Bauherrn verhandelt, er selbst habe nur einmal die vereinbarte Summe überschlagen und dann sein Okay gegeben, mehr habe er mit der Sache nicht zu tun gehabt, meinte er. Von Asbest sei nie die Rede und er selbst sei auch nie auf der Baustelle gewesen.

Die Nachbarn des Scheunengrundstücks hatten damals das Bauamt informiert. »Sie berichteten von viel Staub und dass Eternitplatten in die Scheune und auf den Zwischenboden geworfen würden. Die seien dabei zerbrochen«, berichtete der zuständige Mitarbeiter. Er war damals selbst zur Baustelle gefahren und hatte alles wie beschrieben vorgefunden. Weitere Behörden wurden informiert, schließlich stoppte der Hochtaunuskreis den Abriss.

Die Beweisaufnahme gestaltete sich nun in dem Prozess schwierig. Einer der damaligen Arbeiter verstand wohl zu wenig Deutsch, um die Fragen der Juristen verstehen und beantworten zu können.

Der damalige Bauherr war trotz Ladung als Zeuge nicht vor Gericht erschienen. Ende März soll die Verhandlung mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt werden, der Arbeiter muss noch einmal kommen, für ihn wird ein Dolmetscher geladen.

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