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Rührend: Die 390 Schüler der Ketteler-Francke-Schule überraschten ihre scheidende Schulleiterin Astrid Müller-Wankel mit einem selbst gedichteten Abschiedslied, das sie im Rahmen eines (natürlich nicht gänzlich spontanen, sondern eher ziemlich gut vorbereiteten) Flashmobs darboten.

Ketteler-Francke-Schule

Zum Abschied der Schulleiterin ein Flashmob auf dem Pausenhof

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Sie war nur fünf Jahre lang Leiterin der Ketteler-Francke-Schule, aber irgendwie kommt es nicht nur ihr, sondern der ganzen Schulgemeinde so vor, als sei sie schon immer da gewesen: Astrid Müller-Wankel. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Zum Abschied gab es viele Tränen, aber auch einen ziemlich coolen Flashmob. . .

Schulleiter und Direktoren gehören vermutlich nicht unbedingt zu den Menschen, die Schüler als ihre Lieblingspersonen benennen würden. Manchmal aber werden sie eben doch genannt. Astrid Müller-Wankel ist so eine Ausnahmeperson. Und wer am Freitagmorgen im Pausenhof der Ketteler-Francke-Schule stand, konnte sich selbst ein Bild davon machen, dass die bisherige Schulleiterin ganz oben auf der Beliebtheitsskala ihrer 390 Schüler – und auch ihrer 23 Lehrer und zahlreichen Teilhabe-Assistenten, also Betreuer für Kinder mit Förderbedarf im sozial-emotionalen Bereich, rangiert.

Die Schulgemeinde hatte sich nämlich zu einem (fast spontanen) Flashmob zusammengefunden und der aus gesundheitlichen Gründen scheidenden Leiterin, die im ersten Stock aus dem Fenster des Lehrerzimmers schaute, ein selbst geschriebenes Abschiedslied gesungen. Müller-Wankel befand: „Ihr seid die besten Grundschüler, die man sich wünschen kann!“

Kaum zu glauben, dass die 60-Jährige erst seit fünf Jahren der Kirdorfer Grundschule vorsteht. Auch für sie selbst nicht, wie sie sagt. „Aber vielleicht liegt es daran, dass die vergangenen Jahre ungeheuer intensiv waren.“ In der Tat, seit ihrem Amtsantritt hat sich eine Menge in der Schullandschaft verändert – Stichwort Inklusion – und daraus resultierend auch an ihrer Schule.

„Ich habe mich immer für gemeinschaftlichen Unterricht eingesetzt, dem Vorläufer der Inklusion, wollte immer, dass jedes Kind, egal welche Herausforderungen oder Gaben es hat, in seinem Wohnbereich zur Schule gehen kann und dort ordentlichen Unterricht bekommt“, sagt sie. Und ist froh, dass das an der KFS auch gelebt wird, „weil sich die Kollegen, dieses engagierte, fantasievolle, wunderbare Team, mit Herzblut reinhängen“.

Gleichwohl sei man mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem die Belastungsgrenze des Kollegiums erreicht sei. „Es geht ja nicht nur um das Unterrichten von Kindern mit einer großen Bandbreite von Bedürfnissen und Begabungen. Es geht auch um das, was nach dem Unterricht ansteht: Termine, Gespräche, und vor allem, salopp gesagt, Papierkram.“

Vor allem gehe es um fehlenden Platz. „Natürlich haben wir erst kürzlich ein neues Betreuungszentrum bekommen. Aber das sind eben keine Klassenräume. Und schon gar keine Differenzierungsräume.“ Der alte „Schuster-Trakt“, das Gebäude gegenüber dem Hauptgebäude, sei kaum mehr als ein Haus mit Zimmern. „Wir haben da nicht einmal einen Internetanschluss.“ Weswegen sie sich für ihren Nachfolger oder ihre Nachfolgerin wünschen würde, dass es gelinge, „das Ding abzureißen und ein neues, den heutigen Anforderungen an Grundschule gerecht werdendes Gebäude zu errichten“. Am besten gleich mit angegliedertem Therapiezentrum. „Das wäre dann ein Angebot in Richtung wirklicher Ganztagsschule.“

Ohnehin müsse man perspektivisch denken, sagt die gebürtige Darmstädterin, denn: „Die Schülerzahlen hier im Kreis steigen. Unsere Statistik geht davon aus, dass wir im übernächsten Schuljahr mindestens mit fünf, wenn nicht gar mit sechs ersten Klassen starten. Aber ich wüsste derzeit gar nicht, wo man die unterbringen könnte.“

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