1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus

ADFC sieht Nachbesserungsbedarf

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Wehrheimer Radler nennen Schwachstellen im Konzept

Wehrheim -Radoffensive, Stadtradeln, Radtourenführer - gerade hat Wehrheim erneut seine Bürger dazu aufgerufen, sich am Stadtradeln zu beteiligen, das vom 3. bis zum 23 Juli stattfinden soll. Bei der Pressekonferenz hatten die Gemeindevertreter in der Wehrheimer Mitte betont, wie Drahteseltauglich Wehrheim sei und so vor allem auch für (Kurz)-Urlauber eine umweltbewusste Alternative zum Auto bieten würde. Zumal die schönen Landschaften um Wehrheim ja geradezu dazu einladen, per Velo erkundet zu werden.

Doch ist dem wirklich so? Eine Recherche zeigt: Ganz so fahrradfreundlich ist Wehrheim nicht. Hinweise darauf finden sich auf der Homepage des ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, der Schwachpunkte der Fahrradwege im Apfeldorf detailliert aufgeführt hat. So habe Wehrheim in der Vergangenheit beim vom ADFC durchgeführten Klimatest zwar den ersten Platz der Kommunen im Hochtaunuskreis eingefahren.

Doch wenn man die Fahrradfreundlichkeit von Wehrheim mit Schulnoten bewerte, so komme man lediglich auf eine 3,4, was knapp über dem Durchschnitt von 3,8 von 418 Kommunen bewerteten gleicher Größenordnung liege, die ebenfalls am Klimatest teilgenommen haben, bemängelt der Fahrrad-Club.

Es ist noch ein weiter Weg

Und Wehrheim komme schon gar nicht unter die besten 10 000 Kommunen. "Das ist nicht besonders radfreundlich" sagt Stefan Pohl, der Vorstandsvorsitzende des ADFC gegenüber dieser Zeitung. Es sei allenfalls vor dem Hintergrund erheblich schlechterer Ergebnisse anderer Kommunen im Hochtaunuskreis so zu bezeichnen.

Zwar sei es lobenswert, dass die Gemeinde eine "Radoffensive" vorantreiben will. Doch um wirklich fahrradfreundlich zu sein, sei es noch ein weiter Weg. Als Beispiel nannte er das Vorhaben, die Usinger Straße vom Ortsausgang bis hin zum Sportpark Oberloh auszubauen und auszuleuchten. "Was unserer Meinung nach bislang in der Betrachtung völlig ausgeblendet wird, ist die innerörtliche Situation, um überhaupt zum Ortsausgang zu kommen", sagt der Vorsitzende. Das sei katastrophal. Fahrradfahrer müssten gleich mehrere Einmündungsbereiche in das Gewerbegebiet queren sowie Ausfahrten passieren.

"Und diese Bereiche sind unserer Ansicht nach extrem gefährlich" betont Pohl. Der ADFC hatte bereits in der Vergangenheit gefordert, dass an diesen Mündungsbereichen zumindest eine Warnmarkierung auf der Straße aufgebracht wird. "Doch da ist in der Vergangenheit von der Gemeinde nichts unternommen worden."

Als anderes Beispiel zählte Pohl die grundhafte Sanierung der Wehrheimer Bahnhofstraße auf, die nach Ansicht des ADFC für radfahrende Kinder unter acht Jahren, die beim Fahrradfahren den Gehweg benutzen müssen, absolut unzureichend sind - gerade unter dem Gesichtspunkt, dass die Gemeinde vor Kurzem die Bürgersteigbreite durch eingezeichnete Parkflächen noch einmal deutlich verschmälert hat. "Hier kann ohne nennenswerte Einschränkung viel mehr für den Radverkehr getan werden", betont Pohl.

Kooperation mit Gemeinde kritisiert

In diesem Zusammenhang bedauerte er, dass die Gemeinde Wehrheim nicht mit dem ADFC zusammenarbeite. "In anderen Kommunen wie beispielsweise in Neu-Anspach ist das längst Standard. Die Gemeinde Wehrheim könnte von unserer Expertise enorm profitieren."

Abgesehen davon reichten die Anstrengungen, die in dem Bereich der Fahrradfreundlichkeit sowohl von Wehrheim als auch den anderen Kommunen im Usinger Land unternommen worden sind, bislang noch lange nicht, um tatsächlich eine Verkehrswende herbeizuführen.

"Wir reden hier nicht von Freizeitsport, sondern davon, dass Leute tatsächlich mit dem Pedelec bis ins Rhein-Main-Gebiet unterwegs sind. Und da reicht es nicht aus, nur ein paar Radwege zu verbessern, sondern da muss die ganze Infrastruktur angepasst werden", führt Pohl weiter aus. Wie fahrradfreundlich Wehrheim von seinen Bürgern eingeschätzt wird, wird der neue Klimatest zeigen., der im September beginnt.

Auch interessant

Kommentare