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Ärger um Verteilerkasten und Waldbestattungen

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Künstler Frank Pompé stellt die Skulpturen-Gruppe vor dem Bürgerhaus vor. Nun soll an genau dieser Stelle der Verteilerkasten für die Deutsche Glasfaser installiert werden. © Ingrid Schmah-Albert

Wehrheim (sai). Überhaupt nicht einverstanden zeigt sich der Ortsbeirat Wehrheim mit dem geplanten Standort des Verteilerkastens für die Deutsche Glasfaser. Denn dieser soll vor dem Bürgerhaus just an die Stelle kommen, wo die Kunstinstallation des Wehrheimer Künstlers Frank Pompé aufgestellt werden sollte.

Der Künstler hatte diesen Platz wegen der vorhandenen Baumgruppe als Teil der Installation ausgewählt. Daher ist ein Alternativstandort für die Skulpturen-Gruppe nur schwer zu finden. Auf einen Alternativ-Standort für den Verteilerkasten hofft dagegen der Ortsbeirat. »Wenigstens ein Stück weiter weg, vielleicht auf die andere Straßenseite, müsste doch machbar sein. Denn ein Kasten etwa in der Größe einer Garage stört da doch sehr«, meint Ortsvorsteher Stefan Velte (CDU).

Man müsse doch froh und dankbar sein, dass ein Künstler anlässlich des ausgefallenen 975-Jahres-Jubiläums eine Installation gespendet habe und dass für eine großzügige Bankgruppe davor ebenfalls Spender bereitstünden, machte Velte bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung deutlich und zeigte sich verärgert, dass »einfach so« die Bemühungen des Künstlers und des Ortsbeirats zunichte gemacht würden. Der Umweltbeauftragte Martin Ringwald habe einen Alternativstandort vorgeschlagen, doch der Gemeindevorstand habe diesen abgelehnt, informierte Velte das Gremium und sagte: »Hier besteht noch Gesprächsbedarf.«

Ein FDP-Antrag für die Ausweisung einer Fläche für Waldbestattungen in Pfaffenwiesbach sorgte für eingehende Diskussionen. Wie bereits berichtet, hat die Gemeinde den FDP-Antrag vom September zwischenzeitlich geprüft und aus zwei Alternativvorschlägen die Fläche am »Wehrholz« als geeignet befunden. Der Ortsbeirat hält diesen jedoch für weniger geeignet, mit der Begründung, dass der Parkplatz zu weit weg vom Friedwald liege. Trauergäste müssten einen relativ beschwerlichen Weg zurücklegen, das sei insbesondere für ältere oder gehandicapte Menschen nicht zumutbar. Abgesehen von vermehrtem Autoverkehr durch Trauergäste, insbesondere bei größeren Bestattungsfeiern, worüber die Anwohner sicherlich nicht begeistert seien, sei auch die Zuwegung dorthin nicht für noch mehr Verkehr ausgelegt. Gerade die Engstelle an der Pfaffenwiesbacher Kirche stelle dann eine Gefahrenquelle dar, argumentierten einige Ortsbeiräte.

Olaf Bohris (SPD) hinterfragte zudem die immensen Kosten, die auf die Gemeinde zukommen, wenn der Friedwald mit der dazu benötigten Infrastruktur eingerichtet würde. Die Beschlussvorlage wurde mehrheitlich abgelehnt. Stattdessen schlug das Gremium vor zu prüfen, ob auf den eigenen Friedhöfen Flächen für Baumbestattungen ausgewiesen werden könnten. Denn klar sei, dass die Erdbestattung mit einem Tiefgrab nur noch selten gewählt werde. Dadurch würden mehr Flächen auf den Friedhöfen frei, die man mit Bäumen bepflanzen und als entsprechendes Bestattungsareal ausweisen könne. Der Vorteil sei, dass hier die Infrastruktur schon vorhanden wäre.

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