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Alle sollen gut vorankommen

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Rund 60 Bürger haben sich am Workshop Nahmobilität beteiligt und dabei Dutzende Vorschläge erarbeitet, wie der Fuß-, Rad- und Busverkehr in Usingen besser vernetzt werden kann. © schneider

Workshop Nahmobilität in Usingen führt zu etlichen Vorschlägen

Usingen -Busbahnhöfe an den Schulen, beleuchtete Fußwege, ein Radweg zwischen Usingen und Merzhausen, Zebrastreifen dort, wo sie wirklich nötig sind, Stellplätze für Lastenfahrräder, Elektro-Bürgerbus - am Ende des vierstündigen Bürger-Workshops am Samstag im Christian-Wirth-Saal wurde die Liste der Vorschläge zur Verbesserung der Nahmobilität in und um Usingen lang und länger. Fuß-, Rad- und Busverkehr in der Stadt sollen in ein Nahmobilitätskonzept gegossen werden, das die Stadt beim Planungsbüro Mobildenker in Auftrag gegeben hat und das sie sich rund 50 000 Euro kosten lässt.

Ausrichter

überwältigt

Es soll nicht am Grünen Tisch entstehen, sondern in Kooperation mit den Bürgern. 600 Bürger waren per Zufallsgenerator ausgewählt, angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen worden. Sozialforscher gehen davon aus, dass es eines solchen Quorums bedarf, um eine arbeitsfähige Gruppe zu erhalten.

Dass am Ende nicht die erwarteten 25 Teilnehmer kamen, sondern an die 60, hat sowohl die Referenten Mark Schwalm und Michael Boßhammer als auch Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) überrascht. Hauptamtsleiter Michael Guth sagte: "Ich bin total geplättet, nie und nimmer hätten wir diese Resonanz erwartet."

Auch der von der Uni Kassel zugeschaltete Dr. Hilmar Sturm, Professor für Dienstleistungsmanagement, staunte über die Größe der Gruppe. Bürgerbeteiligung sei wichtig, das Thema Verkehr eigne sich dafür gut. Er forderte alle auf, ihr Mitspracherecht einzufordern, "dranzubleiben" und den Politikern Druck zu machen, damit von den Ideen möglichst viel umgesetzt wird.

Wernard freute sich auf viele Denkanstöße, warb aber um Verständnis, dass selbst die besten Ideen finanzierbar sein müssten. Das Konzept umzusetzen, dauere sicher fünf Jahre. Schon 2023 soll mit den bis dahin gesammelten Erkenntnissen mit ersten Projekten begonnen werden.

Gleichberechtigung für Radfahrer

Aufgabe der Teilnehmer war es, in acht Kleingruppen Vorstellungen zu entwickeln, wie sich Fuß-, Rad- und Busverkehre stadtteilübergreifend optimieren und multimodal vernetzen lassen, Schwachpunkte aufzuzeigen, die Ideen zum Abschluss vorzustellen und Boßhammer "in die Maschine zu diktieren", damit sie Eingang in die Projektarbeit finden. Barrierefreiheit nicht nur für Rollstuhl- und Rollator-, sondern auch für Kinderwagenfahrer war ein zentrales Thema. Viele Gehwege seien zu schmal und uneben. Hindernisse wie Mülltonnen, Stromkästen oder überhängende Hecken seien oft nur durch Ausweichen auf die Straße zu umgehen. Die Stadt müsse insgesamt fußgängerfreundlicher werden, damit mehr Wege zur Arbeit oder zum Einkaufen per pedes erledigt werden können. Es gebe zwar viele Schleichwege mit hohem Abkürzungsfaktor, leider seien die aber in zu schlechtem Zustand und unbeleuchtet. Insbesondere das Gewerbegebiet an der Südtangente müsse fußläufig besser erschlossen werden.

Mehr Gleichberechtigung wurde auch für Radler gefordert. Die Stadtteile müssten besser miteinander vernetzt werden. Das könne durch neue Radwege, so zwischen Merzhausen und Usingen entlang der B 275, geschehen, aber auch durch Fahrradstreifen auf vorhandenen Straßen, die dann aber hinreichend gesichert werden müssten. Es fehle an Fahrradabstellplätzen an Supermärkten, aber auch am Bahnhof. Die müssten bei Neubauten ebenso vorgeschrieben werden wie Autostellplätze.

Konkretes gab es auch für die Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs: Es dürfe nicht länger von der Länge des Schulwegs abhängen, ob Schüler ein Schülerticket bekommen. Hätten alle eines entschärfe sich das morgentliche Verkehrschaos durch "Mama-Taxis". Ergänzend forderten Eltern zwei Busbahnhöfe an der Kreuzung Neutorstraße/Stockheimer Weg und im Bereich Autohaus Erlenhoff/Blücherstraße.

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