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Alles Einsteigen in die neuen Hightech-Busse

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Von: Anke Hillebrecht

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Busfahrer Mitat Vorfaj kennt sich mit den neuen Bordcomputern in den Stadtbussen bereits bestens aus.
Busfahrer Mitat Vorfaj kennt sich mit den neuen Bordcomputern in den Stadtbussen bereits bestens aus. © Priedemuth

Neue Bordcomputer für 53 Fahrzeuge. Mehr Infos für Fahrgäste und Schaltstelle.

Hochtaunus -Die 53 Stadtbusse in Bad Homburg, Oberursel und Friedrichsdorf fahren jetzt mit der neuesten Generation von Bordcomputern. Für Fahrgäste ist das in zusätzlichem Service sichtbar - und veränderten Anzeigetafeln im Bus. Gestern - dem Tag, als der letzte Bus neu verkabelt wurde - stellten die Bürgermeister von Bad Homburg und Oberursel die „Hightech-Teile“ vor. 36 Fahrzeuge sind in Bad Homburg unterwegs, elf in Oberursel und sechs in Friedrichsdorf.

1,3 Millionen Euro gaben die drei Städte für dieses interkommunale Projekt aus; der Bund fördert es mit 350 000 Euro. Die Folgekosten seien damit schon abgedeckt, sagt Frank Denfeld, bei der Kurstadt zuständig für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

„Mit der neuen Technologie sind wir im Rhein-Main-Gebiet führend“, erklärte Bad Homburgs Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak (CDU). „Mobilität hört nicht an der Stadtgrenze auf“, ergänzte seine Kollegin aus Oberursel, Antje Runge (SPD). Je stärker Busse und Städte miteinander vernetzt seien, umso besser, und „je leichter es für die Menschen ist, desto öfter wird der ÖPNV genutzt“.

Schneller gehen soll das Lösen oder Verifizieren einer Fahrkarte im Bus. Beim normalen Einzelfahrschein geben die Busfahrer über einen Code fix das Fahrziel ein. Auf ihrem Display sehen sie einen digitalen Stadtplan mit Navi, der ihnen sagt, wo sie gerade sind, welche nächste Haltestelle angefahren werden muss und wie es dorthin geht. „Das ist ein Vorteil für neue Kollegen, die sich noch nicht so gut auskennen“, sagt Busfahrer Mitat Vorfaj, der bei der Präsentation dabei ist.

Denn nicht nur einmal ist es vorgekommen, dass sich Busfahrer verfuhren - oder zum Beispiel nichts vom Aufbau des Laternenfests wussten und plötzlich in einer Sackgasse feststeckten. Das soll nun nicht mehr vorkommen. Die Fahrer sehen auf dem Monitor auch Straßensperrungen und Umleitungen.

Die Fahrgäste können sich dank einer ausgeweiteten Anzeigentafel im Bus nun ebenfalls besser orientieren. Diese zeigt nicht mehr nur die nächste Station an, sondern auch die weitere Strecke. An Knotenpunkten wie dem Homburger Bahnhof, dem Kurhaus und dem U-Bahn-Halt Gonzenheim erfahren sie zudem „in Echtzeit“ ihre Anschlussmöglichkeiten. Auch hier werden mögliche Umleitungen angezeigt.

In sämtlichen Bussen haben die Fahrgäste zudem kostenfreies Wlan - dafür müssen sie sich nicht einmal anmelden. „Wir nutzen das Wlan des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, so dass man sich, wenn man von der S-Bahn in den Bus umsteigt, gar nicht erst neu einloggen muss“, so Denfeld.

Da die Busse via GPS verfolgt werden, haben die Busbetreiber nun auch einen viel besseren Überblick als früher darüber, wo die Fahrzeuge unterwegs sind - und auch, wie schnell. Ebenfalls ein Punkt, wegen dem es in der Vergangenheit öfter mal Beschwerden gab.

Bus wartet bei verspäteter S-Bahn

„Die Leitstelle hat nun einen direkten Draht zu den Bussen“, erklärt Philip Verman, bei der Kurstadt Verantwortlicher für das Projekt. Eine weitere, sehr hilfreiche Funktion: Die neue Technologie könne dafür sorgen, dass Fahrgäste ihre Anschlüsse noch erreichen: „In den Abendstunden ab 21.30 Uhr können wir, wenn die S-Bahn ein paar Minuten verspätet im jeweiligen Bahnhof eintrifft, automatisiert einen Warnhinweis an die betreffenden Busfahrer aussenden, damit sie auf die S-Bahn warten.“ Diese Möglichkeit soll in Bad Homburg auch probeweise genutzt werden, bestätigt Denfeld; maximal fünf Minuten soll der Busfahrer warten.

Mit den vermehrt erhältlichen Infos will die ÖPNV-Stelle im Bad Homburger Rathaus ihr Qualitätsmanagement ständig verbessern. In einem Drittel der Fahrzeuge gibt es eine Zählanlage, die Auskunft darüber gibt, welche Linien wann wie oft genutzt werden. Auch den Ladezustand der Elektrobusse - deren Zahl ja steigen soll - erfasst das neue System. Sollte es doch etwas geben, über das sich Fahrgäste beschweren wollen, können diese jetzt über einen QR-Code im Bus direkt ihre Kritik loswerden. Dann landen sie auf einem Fragebogen. Bis Jahresende ist die neue Technik noch im Pilotbetrieb - konstruktive Rückmeldungen sollen zur Optimierung führen.

Fahrgäste mit Smartphone haben es noch komfortabler, wenn sie die „RMV-go-App“ heruntergeladen haben. Dann erfahren sie beispielsweise auch an der Haltestelle, wenn der angezeigte Bus ausfällt oder wann das verspätete Fahrzeug noch kommt. Dort erhält man auch Fahrkarten. Auf den Innenmonitoren im Bus ist nun auch wechselnde Werbung zu sehen. So kann es passieren, dass in Höhe des Kaiser-Wilhelms-Bad auf das Kur-Royal-Day-Spa hingewiesen wird - GPS sei Dank.

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