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1989 gepflanzt: Ernst Bach pflegt bis heute seinen Wald und lässt ihn von Hessen Forst beförstern und inspizieren.

Vorbildlich gepflegt

Bauer Bach übergibt an die nächste Generation und inspiziert seinen Wald - Lob von Hessen Forst

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Tadelloser Wald: Ernst Bach predigt nicht nur nachhaltige und ökologische Waldwirtschaft, er setzt sie seit 30 Jahren auch um. Jetzt übergibt er sein Werk der nächsten Generation zu treuen Händen.

„Unter fünf Hektar darf Hessen Forst auch künftig Wald beförstern und Holz vermarkten“, sagte Thomas Götz vom Forstamt Weilrod. Durch eine kartellrechtliche Neuregelung darf die Landes-Einrichtung das Holz größerer Flächen aber nicht mehr veräußern, und das hatte bekanntlich zu Diskussionen geführt. Für die Stadt Neu-Anspach zeichnet sich daher eine Bewirtschaftung durch einen eigenen Förster und eine interkommunale Holzvermarktung ab.

Dass Hessen Forst Flächen unter fünf Hektar weiter beförstern darf, freut den Hausener Waldbesitzer Ernst Bach, der nur gute Erfahrung mit dem Landesbetrieb gemacht hat. Und das Zusammenwirken hat seinem Wald gut getan. Das ergab zumindest eine Begehung und Begutachtung durch die beiden Partner: Hessen Forst, vertreten durch den stellvertretenden Forstamtsleiter Thomas Götz, sowie Revierförster Hans-Peter Groos, der in diesem Jahr in den Ruhestand geht und seine Arbeit im Bach’schen Revier durch die Evaluation zum Abschluss brachte.

„Wenn jeder Privatwald so vorbildlich gepflegt werden würde . . .“, stellte Götz unterwegs gleich mehrfach fest. Zwei der Flächen befinden sich am Rande der Wildschweinroute und werden durch einen weiteren, viel begangenen Waldweg Richtung Jammerhecke geteilt. Die Spaziergänger und Jogger könnten, so sie einen Blick dafür haben, die Qualität der Waldpflege und ihre ökologischen Prinzipien durchaus erkennen, denn die Waldränder sind ebenfalls wie aus dem Musterbuch gestaltet. Das heißt, es sind hier die unterschiedlichsten Bäume anzutreffen, welche zur Vielfalt der Vegetation beitragen, Vögeln und Insekten zur Nahrung dienen und je nach Jahreszeit durch Blüten und Laub einen schönen Anblick bieten. Manch einem wird aber auch auffallen, dass sogenanntes Totholz, auch Biotop-Holz genannt, scheinbar planlos zwischen dem Baumbestand liegt. Aber gerade das sichert als sich selbst regenerierendes Substrat die Qualität des Standorts und trägt wiederum zur Artenvielfalt von Kleintieren bei.

Mal dichter, mal lichter

Hier stehen die Bäume dichter, dort stehen sie lichter, und auch das ist ein Kriterium fachkundiger Waldbeförsterung. Mit fachmännischem Auge und zum richtigen Zeitpunkt werden Bäume herausgenommen, damit die besten von diesen mehr Platz haben und sich umso besser entwickeln können. „Wenn der Stamm eine gewisse Höhe erreicht hat, kann der Ausbau der Krone erfolgen“, erklärte Förster Götz, und deshalb schauen die Fachleute immer wieder nach oben, um diese Entwicklung zu verfolgen.

Auch Wildschweine tummeln sich ab und zu im Bach’schen Wald, und was liegt bei einem Walderlebnispfad, der Wildschweinroute genannt wird, näher? Schälschäden sind ein verbreitetes Problem vor allem bei jungen Beständen, aber auch das hat Bach im Griff: „Da können sie reingehen“, erklärte Bach, der auch hier und da eine Baumgruppe, beispielsweise Fichten, stehen lässt. „Das ist alles Selbstverjüngung“, erklärte Bach noch dazu. Auch diese steuert Bach, der vor allem einen gesunden Mischwald aus Eiche, Buche, Kirsche, Erle, Ahorn, Wildbirne, Kastanie und Nadelbäumen anstrebt.

Damit der Wald ökologisch gesund bleibt, aber auch die Holzqualität stimmt, ist Bach permanent mit der Baumpflege beschäftigt. Dazu gehört, dass er die unteren Äste jeweils absägt, so dass astfreies Holz entsteht.

Als Bach die beiden 2,2 Hektar großen Flächen erwarb, wurden sie noch landwirtschaftlich genutzt, was den Anfang allerdings erschwerte. In den ersten vier Jahren habe er jedes Jahr rund 3000 Pflanzen ersetzen müssen. Rund 600 Arbeitsstunden Handarbeit habe er jährlich aufgewandt, chemische Mittel sind selbstverständlich ein Tabu. Stattdessen nutzt er seinen Wald auch regelmäßig für Naturschutzprojekte mit Schulklassen.

Langsam will sich der 81-Jährige aus der handwerklichen Waldpflege zurückziehen und diese Aufgabe der nächsten Generation überlassen, auch das war ein Anlass für die jüngste Inspektion zusammen mit Hessen Forst.

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