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Alternative zum Autofahren: Kreis will Pendlern neue Wege aufzeigen

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Quo vadis, Pendler? Ein Experiment soll Anregungen für nachhaltigen Pendelverkehr liefern.
Quo vadis, Pendler? Ein Experiment soll Anregungen für nachhaltigen Pendelverkehr liefern. © scd

Der Startschuss für ein kreisweites Experiment ist gefallen: 20 Teilnehmer können kostenlos ÖPNV, Pedelec oder Elektroauto testen.

Hochtaunus - "Nachhaltige Mobilität und Alternativen zum Autofahren im Alltag sind gefragter denn je" - mit dieser Feststellung beginnt eine Pressemitteilung des Hochtaunuskreises, in der es um das sogenannte "Reallabor zum Pendeln im Hochtaunuskreis" geht. Über 60 Bewerbungen für eine Teilnahme an dem Projekt sind eingegangen, 20 Teilnehmende aus verschiedenen Teilen des Landkreises wurden ausgewählt.

Kürzlich fand der Auftakt zum Realexperiment statt. In der rund zweistündigen Online-Veranstaltung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich gegenseitig kennenzulernen, sich über ihr Pendelverhalten auszutauschen und mehr über das Experiment und die Maßnahmen zu erfahren.

Umfassende Mobilitätsberatung

Und so geht es weiter: Um die passende Alternative für den Arbeitsweg zu finden, folgen jetzt für alle Einzelnen umfassende individuelle Mobilitätsberatungen. "Dabei wird nicht nur der Arbeitsweg betrachtet, sondern es werden auch die weiteren Faktoren, die das Pendeln beeinflussen, unter die Lupe genommen", so der Kreis. Das seien beispielsweise Einkäufe, die nach der Arbeit erledigt werden, oder das Absetzen von Kindern morgens an der Schule.

Anschließend haben die Teilnehmer bis Dezember dieses Jahres die Möglichkeit, kostenfrei die für sich passende Alternative zum eigenen Pkw auf dem Arbeitsweg auszuprobieren. Ein Online-Forum zum Austausch mit anderen Teilnehmenden und dem Projektteam soll den Umstieg zusätzlich erleichtern.

Die angebotenen Maßnahmen umfassen das Arbeiten in einem Co-Working-Space, die kostenfreie Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs, eines Pedelecs oder eines Elektroautos - je nach den individuellen Wegen und Lebensumständen. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmer eine Pauschale ausgezahlt, die sie nach Bedarf investieren können.

"Ziel ist selbstverständlich auch hier die Erleichterung des Umstiegs vom motorisierten Individualverkehr. Konkret kann das bedeuten, dass Regenkleidung fürs Fahrrad angeschafft wird, Fahrradtaschen oder ein Einkaufstrolley. Andere mögliche Anschaffungen, um Transportwege zu vermeiden, sind der Kauf eines Wassersprudlers oder einer Gemüsekiste", erklärt Kreis-Pressesprecher Alexander Wächtershäuser.

Ideen für passende Maßnahmen im Hochtaunuskreis wurden zuvor gemeinsam mit Vertretern aus allen Städten und Gemeinden des Kreises sowie der Mobilitätsbeauftragten des Kreises, dem Verkehrsverbands Hochtaunus (VHT) und dem ADFC gesammelt. Das Projektteam des ISOE (Institut für sozial-ökologische Forschung) habe diese Ideen strukturiert und für die Umsetzung im Rahmen des Forschungsprojektes ausgearbeitet.

"Für die Teilnehmer beginnt mit dem Auftakt eine spannende Zeit: Sie werden ihre tagtäglichen, teilweise seit Jahren etablierten Pendelroutinen auf den Kopf stellen", heißt es aus dem Landratsamt. Viele hätten sich bereits vor oder mit Beginn des Experimentes Gedanken über eine nachhaltige Gestaltung ihres Arbeitsweges gemacht. Nicht immer sei es jedoch einfach, umzusteigen und das Auto komplett stehenzulassen. Hier solle die Mobilitätsberatung helfen.

Folgen für Umwelt und Gesundheit

Das Pendleraufkommen ist in Deutschland in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen. Allein in der Region Frankfurt-Rhein-Main pendeln nach Angaben des Kreises täglich mehr als eine halbe Million Menschen, überwiegend mit dem Auto. Das habe nicht nur Folgen für die Umwelt sowie für die Gesundheit und Lebensqualität der Menschen, die pendeln, sondern auch für die Bewohner in den sogenannten Einpendlerstädten. (red)

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