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Anstrengendes Testgeschäft

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24 Bembel stehen bereit - Café Bohris keltert den besten Apfelwein

Michelbach -"Es tut mir so weh, wenn ich vom Bembel de' Boden seh'" - alte Schoppepetzerweisheit. Bei zügigem Verzehr des Hohenastheimers kann die sich dabei einstellende Freude aber auch wirklich schnell zur Qual werden.

Diese Gefahr bestand beim 5. Michelbacher "Äppler-Check" am Sonntag im Hof und in der Scheune der Familie Schindewolf in der Hubertusstraße allenfalls kurzzeitig, nur so lange, bis die 24 Verkostungsbembel, die in Reih' und Glied auf dem Laufsteg Aufstellung genommen hatten, nachgefüllt waren.

"Morgenstund' hat Gold im Mund" heißt es, und der Autor des Sprichwortes muss ein Äppler-Fan gewesen sein - so goldig wie das 2021-er Stöffche über die Zungen der rund 50 Tester perlte, kann das nur so sein.

Um 11 Uhr, zur besten Früh-schoppenzeit, ging's los, bis nach-mittags um kurz nach 17 Uhr das Ergebnis feststand: Die Schoppe-Königskrone geht diesmal nach Wehrheim, ans "Café Bohris. 148 Punkte waren auf Bembel Nr. 4 gebucht worden. Auch der Silber-Rang fiel ans Apfeldorf.

Gold und Silber

fürs Apfeldorf

Mit 124 Punkten wurde Bembel 23 als Vize-König ausgerufen, er war von Ralph Reining gefüllt worden. Mit 118 Punkten ging knapp dahinter die gastgebende Keltergemeinschaft Michelbach, vertreten durch die Familien Schindewolf und Göldner, mit Bembel Nr. 15 aus dem Rennen.

Sie rückten damit in der Gunst der Testergemeinde um einen Platz aufs Treppchen nach: 2019, als es in Michelbach letztmalig vor der Pandemie einen "Äppler-Test" gegeben hat, waren sie auf Platz vier gelandet, den sie auch bei der damaligen Hessenmeisterschaft in Oberursel eingenommen hatten. Ob der Sprung aufs Stockerl in diesem Jahr, die Meisterschaft findet vom 24. bis 26. Juni statt, wiederholt werden kann? "Wir bemühen uns", geben sich Stefan Göldner und Markus Schindewolf optimistisch.

24 Hobbykelterer aus Michelbach, Usingen, Hausen-Arnsbach, Treisberg und Wehrheim, aber auch aus Frankfurt, Nieder-Weisel und Hasselborn hatten sich nach der leider nur durchschnittlichen Ernte 2021 redlich bemüht, dem zum "immateriellen Kulturgut" geadelten Göttertrunk Geschmack zu verleihen.

Qualität der

Schoppen sehr gut

Inwieweit das gelungen ist, zeigten sechs Punkte: "stark fehlerhaft" (0 Punkte), "fehlerhaft" (1), "befriedigend" (2), "gut" (3), "sehr gut" (4) und "ausgezeichnet" (5). Bewertungskriterien waren Farbe, Geruch, Aroma, Geschmack, Säure und Süße.

Welcher Apfelwein zu welchem Kelterer gehörte, wussten nur Natascha und Kai Henning, die die Fünf-Liter-Portionen, die jeder Teilnehmer angeliefert hatte, im "Kelterbüro" mogelsicher anonymisiert hatten. Natürlich war das Punkteschema die genauste Methode. Den Schoppe-König zu küren, wäre aber auch mit dem Zollstock gegangen. Man hätte dazu nur die Füllstände der 24 Kanister nach dem letzten Schluck vermessen müssen: Von den einen gab es eben mehr "Reste" als von anderen.

Schindewolf und Göldner zogen am Abend erfolgreich Bilanz. Die Qualität der Schoppen war, bis auf Ausnahmen, gut bis sehr gut, konstatierten beide. Auch habe unter den Teilnehmern, unabhängig von der Platzierung, die Freude überwogen, sich nach zwei Jahre der Pause mal wieder unter Gleichgesinnten austauschen zu können, überwogen, wobei auch sportlicher Ehrgeiz im Spiel war, aber auch der Grundsatz, dass man auch gönnen können muss - sich den einen oder anderen guten Schoppen und den Konkurrenten den verdienten Sieg.

Ordentlich Punkte gab es auch für das kulinarische Rahmenprogramm. Eine ganze Batterie Salate war den Verkostern als Grundlage für das anstrengende Testgeschäft angedient worden, einer leckerer als der andere.

Fleischkäse mit Handkäs'

Zum Feiertag für die Geschmacksknospen wurde jedoch der Verzehr des im Backes von Schindewolf gebackenen Fleischkäses. Nicht "fein", nicht "Pizza" oder "Zwiebeln" - nein, mit Handkäse. Jawohl, richtig gelesen, mit Handkäse im Brät. So entstehen regelrechte Offenbarungen der Gemeinschaftsverpflegung. Zum Reinsetzen!

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