Volker Zill hat 2018 bereits den „Don Quijote“ inszeniert.

Oberursel

Antike Tragödie mit Witz

Das Theater im Park zeigt in der kommenden Saison den Klassiker „König Ödipus“ in einer ungewöhnlichen Version. Volker Zill führt zum zweiten Mal Regie.

Unterhaltsam, witzig, musikalisch – diese Begriffe bringen wohl nur die wenigsten in Zusammenhang mit dem Stück „König Ödipus“ von Sophokles, den Inbegriff der griechischen Tragödie. Volker Zill hingegen schon.

Zill wird im kommenden Sommer zum zweiten Mal beim Oberurseler Theater im Park (TiP) Regie führen. 2018 hatte er bereits den „Don Quijote“ auf die Open-Air-Bühne im Park der Klinik Hohe Mark gebracht. Dabei habe er sein „Talent für pfiffige und fantasievolle Inszenierungen bewiesen“, lobt Udo Keidel-George, Geschäftsführer des städtischen Kultur- und Sportfördervereins Oberursel (KSfO), der das TiP organisiert.

Auch den Ödipus wolle er nicht als „verstaubte Tragödie“ präsentieren, kündigt Volker Zill bei einem Pressetermin an. Deshalb greift er auf eine neue Textfassung des Kabarettisten Bodo Wartke zurück, mit der dieser als Ein-Mann-Show durch die Lande reist.

Karten

Der Vorverkauf für die kommende Theater-im-Park-Saison beginnt bereits Anfang November.

Karten gibt es zum Preis von 20 Euro plus Gebühren in allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.frankfurtticket. An der Abendkasse wird der Eintritt 25 Euro kosten.

Premiere von „König Ödipus“ ist am Donnerstag, 9. Juli. Anschließend ist das Stück vom 10. Juli bis 15. August im Park der Oberurseler Klinik Hohe Mark, Friedländerstraße 2, zu sehen. Vorstellungen sind jeweils freitags und samstags ab 20 Uhr. 

In Oberursel werden deutlich mehr Darsteller auf der Bühne stehen, versichert Zill. Ihm schwebt ein Ensemble aus zehn bis 14 Amateurschauspielern vor, das er noch in diesem Jahr zusammenstellen möchte. Am kommenden Montag ist eine erste Leseprobe. Im November sind zwei Castings angesetzt. „Da wird die Besetzung festgezurrt.“

Mit von der Partie dürften wieder einige Mitglieder des Theatervereins Oberursel sein. „Wir sind davon überzeugt, dass das Stück ein Renner wird“, sagte der Vorsitzende Thomas Bandy. Der Verein ist beim TiP nicht nur vor, sondern auch hinter den Kulissen aktiv, etwa bei der Gestaltung des Programmheftes und an der Abendkasse.

Auch die Zusammenarbeit mit der Hochtaunusschule wird fortgesetzt. Seit fünf Jahren entwerfen die Schülerinnen und Schüler der beiden 11. Klassen der Fachoberschule „Gestaltung“ für die jeweilige TiP-Inszenierung Modelle für Bühnenbild und Plakat. Die Gewinner werden im März 2020 gekürt und arbeiten anschließend zusammen mit Bühnenbildner Wojtek Wellenger an der Umsetzung ihrer Ideen.

Volker Zill hofft, mit seiner ungewöhnlichen „Ödipus“-Version auch ein junges Publikum anzusprechen – „ohne das klassische Bildungsbürgertum zu verschrecken“. Dafür sollen auch eine Reihe musikalischer Einlagen sorgen, um die sich Lasse Heinrich kümmern wird, der in Oberursel für seine Musical-Projekte bekannt ist.

Für die vergangene Saison zog Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) zufrieden Bilanz. 4300 Zuschauer haben im Sommer das Stück „Diener zweier Herren“ gesehen. Damit habe man zum 25-jährigen Bestehen des TiP eine Auslastung von 89 Prozent erreicht.

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