Obst- und Gartenbauverein

Apfel- und Kastanienmarkt ist Besuchermagnet mit hohem Besuch

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Rund, saftig und knackig ist er, der Apfel. Und das trotz des klimatischen Ausnahmejahres 2018. Um ihn und natürlich die Keschde drehte sich am Wochenende wieder alles beim Apfel- und Kastanienmarkt des Obst- und Gartenbauvereins in Mammolshain – oder zumindest das meiste.

Trotz des Jahrhundertsommers 2018 mit Hitze und Trockenheit und weniger Äpfeln als im Vorjahr ließen sich die Mammolshainer den Tag nicht vermiesen. Beim Schaupressen kam leckerer Süßer aus der Kelter. So süß, süßer ging es kaum mehr und von satter Farbe. Zwar seien die Früchte in diesem Jahr kleiner, hätten weniger Säure, enthielten aber viel Zucker, teilte der Vorsitzende des OGV, Werner Plescher mit.

Der Apfel- und Kastanienmarkt ist ein beliebter Besuchermagnet und über die Mammolshainer Grenzen hinaus bekannt. Hier lässt es sich nicht nur gut einkaufen, sondern auch bei allerlei Köstlichkeiten verweilen. Ob süß oder deftig, es ist für jeden etwas dabei. Heiße Maronen sind ein besonderer „Renner“. Die Schlange vor dem Stand behielt konstant ihre Länge.

Ob Süßer, Apfelwein, Traubenmarmelade, Liköre, Brände oder Honig, Kastanien, Äpfel, Wintergemüse und mehr, aus Mammolshain kommen mittlerweile viele Spezialitäten. Dazu gehören Möbel aus Kastanienholz und kunstvolle Schnitzereien. Die Oberurseler Werkstätten sind ebenfalls seit einigen Jahren mit einem Stand mit von der Partie.

So hat sich der Markt mittlerweile zu einem Gemisch aus Spezialitäten- und Kunstmarkt entwickelt. Die Schlepperfreunde Mammolshain hatten ihre Traktoren in diesem Jahr nicht nur ausgestellt, sondern drehten einige Runden in einem Corso durch den Ort, begleitet von vielen Kindern und als Begleitung für die Deutsche Baumkönigin Anne Köhler aus Bruchköbel. Ebenfalls mit Traktor und in Begleitung war Johannes Schießer, Mitglied im OGV-Vorstand und Vorsitzender der AG Edelkastanie in Mammolshain. Schließlich gab es in diesem Jahr etwas Besonderes zu feiern.

Abgesehen davon, dass der Apfel- und Kastanienmarkt seit nunmehr 20 Jahren in Mammolshain das Ende des Gartenjahres und der Erntesaison einläutet, war 2018 das Jahr der Edelkastanie. Diese wurde zum „Baum des Jahres“ gekürt. Das kann im Apfel- und Kastaniendorf Mammolshain nicht unerwähnt bleiben.

Anne Köhler kam nicht nur, um sich in Mammolshain unter das Volk zu mischen und kräftig mitzufeiern. Sie kam eigens zur Pflanzung einer neuen Edelkastanie angereist. Auch, wenn Mammolshain einige Exemplare hat, gehört es sich, der Edelkastanie im Jahr ihrer Ehrung in besonderem Maße zu huldigen. Zumal in Mammolshain in diesem Jahr noch eine besondere Edelkastanie Geschichte schrieb: der 327 Jahre alte Wurzelstock der alten Edelkastanie, die am Kronberger Bahnhof wegen eines dortigen Bauprojekts weichen musste.

Ein Umzug des Wurzelstocks durch Kastanienexperte Johannes Schießer und seine Helfer erfolgte nach Mammolshain. Zur Freude aller trieb dieser sogar in diesem Jahr wieder aus. Den alten Stamm hat Schiesser als „Mahnmal und Zeitzeuge“ im Rahmen seines Projektgartens bei der Landesgartenschau ausgestellt.

Als „Kronberger Kastanienbaum“ ist er jetzt schon ein „Naturdenkmal“. Vielleicht wird dies der neugepflanzte Baum ebenfalls einmal sein. Immerhin ist er bereits knapp drei Meter hoch. „Schon ein starkes Bäumchen. Kräftig, jung und gerade gewachsen“, so der Vorsitzende des OGV, Werner Plescher. Voller Hoffnung stehe er nun da. Immerhin können Edelkastanien ein hohes Alter erreichen. Als Nahrungslieferant erlebt die Esskastanie ebenfalls eine Renaissance.

Ob als Snack aus der Hand, als Suppe, Beilage oder als Kastanienhonig erfreut sie sich großer Beliebtheit. Mit gutem Grund, enthalten die Früchte doch essenzielle Aminosäuren, haben einen hohen Protein- und Kaliumgehalt und enthalten zwei B-Vitamine (Riboflavin und Nicotinsäure). Aber, egal in welcher Form, sie ist vor allem eins: lecker.

Für Baumkönigin Anne Köhler war die Pflanzung des jungen Baums die letzte Amtshandlung. Ihre Regentschaft läuft demnächst aus, dann wird auch bald ein neuer Baum als Baum des Jahres gekürt.

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