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Auch an die Anwohner denken

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Zum Bericht "Hier werden keine Fremdparker geduldet" vom 9. Juli und dem Leserbrief von Frau Woscidlo in der Ausgabe vom 14. Juli erreichte uns folgender Leserbrief:

Mit Interesse habe ich den Artikel und auch die Reaktion darauf gelesen. Wenn ich durch Neu-Anspach fahre, fällt mir auf, dass zwar fleißig Bauprojekte betrieben werden, aber das Umfeld bei der Genehmigung oft außer Acht gelassen wird. Meine Familie und ich wohnen in der Mühlstraße, die nicht eben eine Hauptstraße ist. Gegenüber entsteht gerade ein Mehrfamilienhaus. Auch hier wird sich die Problematik zeigen, dass es mit einem Parkplatz pro Wohneinheit nicht getan sein wird. Wer sich in die gute alte Zeit zurückdenkt, in der Mutti zu Hause den Kochlöffel geschwungen und die Kinder bespaßt hat, lebt entweder in seiner eigenen Blase oder ist einfach nur zynisch. Bei der Schuldenlast, die junge Familien tragen, um bauen zu können, reicht ein Gehalt nicht aus. Zudem ist das Angebot des ÖPNV in dieser Ecke alles andere als attraktiv. Busse fahren nur zu Stoßzeiten im kürzeren Takt, ansonsten muss man eben mit dem Auto fahren oder viel Zeit investieren, um zur Arbeit und nach Hause zu kommen.

Mein Mann und ich standen kürzlich am Küchenfenster und haben überschlagen, wie viele neue Autos demnächst in dieser Straße parken werden. Jetzt reicht die Anzahl der Parkplätze aus, aber wenn ein Gottesdienst in der Kirche, eine Beerdigung/Hochzeit oder eine Veranstaltung in der Milchhalle stattfinden, wird es knapp. Die Situation wird sich mit Bezug der neuen Wohnungen mit Sicherheit verschärfen. Also, guter Rat: Erst mal die Infrastruktur ansehen, dann über einen Bauantrag entscheiden.

Natürlich wird Wohnraum dringend benötigt, aber muss man auch auf die Bestandsbürger achten. Es wäre hier unangemessen, das als Arroganz und reinen Egoismus zu bewerten. Wir haben zu viel Verkehr auf den Straßen und in den Städten. Auch in vielen kleineren Straßen sind die Möglichkeiten des Parkens ausgereizt. Alternativen fehlen ja bisher. Wenn man über Radwege in Neu-Anspach sprechen wollte, würde man sich lächerlich machen. Jedoch wäre es sehr willkommen, wenn Sie, verehrte Stadtverordnete, sich für ein besseres Angebot im Busverkehr stark machen würden.

Ich möchte jetzt ein bisschen überspitzen.

Liebe Stadtverordnete, wenn Sie empfehlen, mit einem Auto auszukommen, machen Sie doch einmal den folgenden Feldversuch: Sie kommen am Bahnhof an und - da mal wieder kein Bus fährt - laufen Sie zum Otto-Sorg-Weg und stoppen dort die zurück gelegte Zeit. Nehmen Sie bitte auch die Zeit, wie lange Sie von der Haltestelle "Zur Eiche" bis dorthin benötigen, falls doch einmal ein Bus fahren sollte. Am besten machen Sie diesen Ausflug wahlweise bei hohen Temperaturen oder strömendem Regen. Auf dem Rückweg kommen Sie dann bitte in der Mühlstraße vorbei und zählen die entstehenden Wohneinheiten und die anliegenden Parkplätze. Diese kleine Wanderung wird sicher sehr aufschlussreich für Sie sein.

Im Übrigen bin ich wirklich über die Art und Weise erstaunt, wie unsachlich und herablassend sie mit den und über die Menschen reden, deren Vertreter Sie sein wollen. Herr Kulp hat recht: Solche Äußerungen schüren die olitikverdrossenheit.

Ulrike Hafner , Westerfeld

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