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Auch in Weilrod gesichtet

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Vom heimischen Wolf gibt es noch keinen Schnappschuss: Wer einen Wolf sehen will, kann dies im Wildtierpark Edersee. © neugebauer

Wie sich Nutztierhalter auf den Wolf vorbereiten können

Usinger Land -Wer es war und wo der letzte hessische Wolf vor rund 180 Jahren erschossen wurde, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Am 3. Januar 1841 wurde von Daniel Vetter im Lorscher Wald ein Wolf erlegt, der dort als letzter hessische Wolf gilt. Aber am 23. Januar 1841 streifte der Hasselborner Jäger Konrad Schmidt durch sein Revier im Brandoberndorfer Forst. Am "Dreiherrnstein" im Distrikt Nesselborn, im Grenzgebiet zwischen Weilburg, Wetzlar und Usingen, an den die Gemarkungen Brandoberndorf, Kröffelbach und Weilmünster grenzen, erspähte auch er einen Wolf und konnte ihn erschießen. Zu diesem Jagdglück gratulierte sogar die Herzogliche Regierung zu Biebrich dem Jäger. Als Anerkennung erhielt er noch 15 Gulden "Schussgeld".

Seit 2008 im Reinhardswald wieder ein Wolf gesichtet wurde, breitet sich die Tierart in Hessen wieder aus. Im Rheingau-Taunus ist mittelrweile ein kleines Rudel sesshaft. Auch im Bezirk des Forstamtes Weilrod wurde im April 2022 ein Wolf nachgewiesen. Aus Losung bei Obermörlen und dem Riss eines Rehs bei Butzbach konnte das Wolfszentrum, das bei der Hessischen Landesanstalt für Naturschutz, Umwelt und Geologie angesiedelt ist, DNA-Proben gewinnen. Anhand dieser Proben konnte das Tier als GW2554m identifiziert werden.

Wie Susanne Jokisch vom Wolfszentrum erläuterte, stamme dieser noch junge, männliche Wolf aus dem Rudel Leuscheid an der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Ein Wolf gelte jedoch erst als territorial, das heißt in einem Gebiet ansässig, wenn er mehrmals über sechs Monate nachgewiesen wurde. Das ist bei GW2554m noch nicht der Fall. Es gibt zwar aus dem Bereich weitere Wolfsnachweise durch Fotos und ein Video, doch können diese nicht einem bestimmten Tier zugeordnet werden. Es sei somit möglich, dass auch mehr Wölfe hier unterwegs seien, aber nachgewiesen sei dies eben nicht.

Wie Jokisch weiter berichtete, sei in diesem Monitoring-Jahr das am 1. Mai begonnen habe, erst ein Nutztierriss nachgewiesen worden. Im vergangenen Jahr habe es zwei in Hessen gegeben. Dabei müsse möglichst innerhalb von 24 Stunden die Probe genommen werden.

Was tun, wenn ein Tier gerissen wird?

Oft gebe es bei Rissen auch "Nachnutzer" wie Fuchs, Wildschwein oder Vögel, die dann ihre DNA hinterlassen, so dass die Todesursache nicht nachgewiesen werden kann. Bei Nutztieren, wo der Verdacht auf einen Wolfriss bestehe, werde jedoch auch eine pathologische Untersuchung durchgeführt.

Seitens von Nutztierhaltern und Hobby-Tierhaltern werden immer wieder Bedenken gegen die Ausbreitung des Wolfes in sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet geäußert. "Wir waren 150 Jahre lang nicht daran gewöhnt, dass es hier einen so großen Beutegreifer gibt", betonte Jokisch.

Sie riet allen Tierhaltern zu einem rundum geschlossenen, elektrifizierten Zaun. Ein Wolf könne zwar springen, aber zunächst versuche er immer unter dem Zaun hindurch zu gehen. Wenn er dabei gleich beim ersten Versuch einen Schlag bekomme, lerne er, diesen Zaun zu meiden. Für die Anschaffung solcher Zäune gebe es ein Förderprogramm des Landes.

Außerdem werde eine Herdenschutzberatung angeboten, um auf die Bedürfnisse der einzelnen Halter zugeschnittene Maßnahmen zu entwickeln. In Ländern wie der Türkei, Spanien und osteuropäischen Ländern lebe die Bevölkerung mit den Wölfen. "In Deutschland müssen wir wieder lernen, mit Herdenschutzhunden umzugehen", so Jokisch weiter. Dies seien sehr eigenständige Hunde mit starker Bindung an die Herden. Die Herdenschutzhunde sollten am besten mit den Herden aufwachsen. Unter Wolf@hlnug.hessen.de oder der HLNUG-Wolfshotline 0641-200095 22 können Verdachtsfälle gemeldet werden.

Erkennungsmerkmale

Statur: hochbeiniger als gleich große Hunde, eher quadratische Körperform, fast waagerechte Rückenlinie

Färbung: helle Wangenpartie, fast weiße Umgebung des Mauls, Hals oft mit hellerem Kragen (seitlich), graues und bräunlich-ockerfarbenes bis rötliches Fell

Sonstige Merkmale: kleine Ohren, hängender, gerader Schwanz mit meist dunkler Spitze, kürzer als beim Schäferhund, relativ lange Schnauze sng

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