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Auf Pendler wartet ein "Tal des Schreckens"

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In den nächsten Wochen massive Behinderungen auf vielen Bahnstrecken

Hochtaunus -Da kommt was auf uns zu. Wer in den nächsten Wochen mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Taunus nach Frankfurt fahren will, braucht gute Nerven und viel Zeit. Allein schon der aufgesplittete Bahnverkehr, der von Samstag, 2. Juli, an auf der S 5-Strecke zwischen Bad Homburg und Rödelheim eingeführt wird (wir berichteten), bremst die Pendler heftig aus und zwingt sie drei Monate lang auf dem Weg in die Metropole zum Umsteigen. Doch das ist nicht alles.

Usinger Land

stark betroffen

Nur 23 Tage später hilft allen, die unkompliziert vom Vordertaunus nach Frankfurt kommen wollen, auch das Ausweichen auf die U-Bahn nicht mehr. Mit Beginn der Sommerferien werden von Montag, 25. Juli, an Gleisbauarbeiten zwischen den Haltestellen Weißer Stein und Miquel-/Adickesallee durchgeführt - zwei Wochen lang wird die Fahrt der U 2 und der U 3 unterbrochen. Pendler müssen die Lücke dann mit einem Sonderbus überbrücken.

Noch heftiger trifft es die Pendler aus dem Usinger Land. Wegen der Behinderungen auf der S-Bahn-Strecke (Ursache ist die von einem Lkw ramponierte Bahnbrücke) fährt die Taunusbahn von kommendem Samstag, 2. Juli, bis Anfang Oktober nur bis Bad Homburg. Und das ist dann ja - siehe oben - auch nur die erste Etappe.

Wer von hier aus weiter nach Frankfurt will, muss dann wegen des sogenannten Inselbetriebs auch in Oberursel und Rödelheim umsteigen. Der dadurch entstehende Zeitverlust wird durch die 24-minütige Wartezeit in Oberursel noch zusätzlich erhöht.

Also besser einen Bogen um Bad Homburg machen? RMV-Kunden aus dem Usinger Land, die bislang mit der Taunusbahn und der S-Bahn nach Frankfurt gefahren sind, wird laut Fahrplanauskunft empfohlen, mit der Taunusbahn nur bis Friedrichsdorf zu fahren, dort in die Regionalbahn nach Friedberg umzusteigen und von dort die S 6 nach Frankfurt zu nehmen.

Umsteigen mit Wartezeiten

Aber auch das ist nur noch wenige Tage möglich. Von Samstag, 9. Juli, bis Anfang September wird die Strecke zwischen Friedberg und Frankfurt gesperrt. Von Bad Vilbel aus geht es dann für Passagiere der S 6 nur noch mit dem Schienenersatzverkehr-Bus nach Frankfurt - ohne Zwischenstopp direkt bis zum Frankfurter Hauptbahnhof. Grund ist eine Großbaustelle wegen des vierspurigen Ausbaus der Strecke.

Auf den Bus umsteigen können Passagiere der Taunusbahn auch schon in Neu-Anspach. Von dort fahren die VHT-Linienbusse über das Rote Kreuz nach Königstein. Die Verkehrsbetriebe empfehlen dort den Umstieg in die Regionalbahn RB 12, die über Höchst bis zum Hauptbahnhof fährt. Alternativ wird zu einer Busfahrt von Königstein nach Kronberg / Bad Soden geraten, wo die S3 und die S4 gen Frankfurt fahren.

Unter dem Strich wird der Weg vom Taunus nach Frankfurt für viele ÖPNV-Pendler für lange Zeit zum Hindernislauf. In den ersten beiden Ferienwochen gibt es sogar keine einzige Direktverbindung zwischen dem Taunus und dem Frankfurter Stadtzentrum. "Es wird wirklich kein schöner Sommer", gestand eine Sprecherin der Deutschen Bahn (DB) im Gespräch mit dieser Zeitung. "Uns steht allen ein ,Tal des Schreckens' bevor. Da müssen wir alle durch." Die DB wisse um die daraus resultierenden Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste und bitte um Entschuldigung, so die Sprecherin.

Nach Prüfung aller Optionen lasse sich für die S5-Strecke jedoch bis zum Herbst "leider keine andere Lösung finden." Wesentlicher Grund für die Verschlechterung des ÖPNV-Angebotes sei die begrenzte Zahl der zur Verfügung stehenden S-Bahn-Züge und die Personaldisposition.

Bahn sieht "keine

andere Lösung"

Zudem wolle man so die in der Fahrplanauskunft angegebenen Fahrzeiten einhalten und auch die Anschlüsse ab Frankfurt Hauptbahnhof garantieren. Die Freude über das 9-Euro-Ticket, das im Nahverkehr noch bis einschließlich August gilt, dürfte sich bei den Taunus-Bürgern in den nächsten Wochen aufgrund der zahlreichen Einschränkungen deutlich eintrüben. "Wir bedauern sehr, dass die Einschränkungen genau in den Zeitraum des 9-Euro-Tickets fallen", räumt auch die DB-Sprecherin ein. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) war zu einer Stellungnahme nicht bereit und verwies auf die Deutsche Bahn als Betreiberin und Eigentümerin der Schieneninfrastruktur. map/red

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