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Die großen Fahrzeuge des Betriebshofs sind allesamt Kombi-Geräte. Die Streu-Aufsätze sind nämlich aufsetz- und abnehmbar, erläutert Wolfgang Kutz, stellvertretender Einsatzleiter Winterdienst beim Betriebshof.

Wetter

So akribisch bereitet sich Bad Homburg auf den Wintereinbruch vor

In Bad Homburg ist man für den Winter gut gerüstet. Betriebshof hat sechs große Räumfahrzeuge im Einsatz und mehr als 700 Tonnen Streusalz gelagert.

Sie sehen ein bisschen aus wie Straßenlaternen, in fünf Metern Höhe allerdings ist ein kleiner grauer Kasten an ihnen angebracht. Und der hat es in sich: Er arbeitet nämlich mit Infrarotmessung und erfasst das Reflexionsverhalten der Fahrbahnoberfläche - im Güldensöllerweg, an der Friedberger Straße und an der Jakob-Lengfelder-Straße. Anders gesagt: Es handelt sich um Glättemeldeanlagen, deren erfasste Daten Rückschlüsse auf den Fahrbahnzustand geben und entsprechend, wenn's eben glatt wird, Meldung an den Einsatzleiter des Betriebshofs, Sascha Stürtz, und seine Stellvertreter Thomas Ettlinger und Wolfgang Kutz geben, damit die rechtzeitig ihre 99 Männer vom Winterdienst losschicken, um die Straßen sicher zu machen.

Bad Homburg: Wetter beobachten

Und wenn die Warnmeldung dann kommt - aber natürlich auch schon vorher, wenn die Wettermanufaktur, über die der Betriebshof seine speziell für Bad Homburg geltenden Daten bezieht, schlechtes Wetter meldet - dann läuft die Maschinerie an. Und zwar früh. Denn je nach Witterung beginnt der Einsatz bereits schon um drei Uhr in der Früh - "und wenn die Situation es erfordert, sind wir auch bis 23 Uhr im Einsatz", sagt Stürtz. Ein Engagement, für das die zuständige Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) sehr dankbar ist. "Ohne wäre ein sicherer Straßenverkehr in den Wintermonaten gar nicht denkbar", betont sie.

Ohne die richtige Ausrüstung allerdings auch nicht. Und deswegen stehen auf dem Betriebshof auch sechs Großfahrzeuge für den Einsatz auf der Straße zur Verfügung. Sie sind mit modernster Technik ausgerüstet.

Die Streuvorrichtungen verfügen neben dem Streusalzbehälter über zusätzliche Tanks, die mit Magnesiumchlorid-Lauge befüllt werden. So ist es möglich, auch Feuchtsalz zu streuen - das länger haftbar auf der Straße bleibt und auch die negativen Auswirkungen auf die Bepflanzung am Fahrbahnrand reduziert. Zudem wird der Salzverbrauch durch den Einsatz von Sole um etwa 30 Prozent verringert und auch bei tiefen Minusgraden noch eine Tauwirkung erzielt.

Zum Fuhrpark gehören aber auch acht Klein-Traktoren für Rad- und Fußwege. Sie streuen je nach Witterung und Erfordernis Salz, ein Salz-Splitt-Gemisch oder nur Splitt. Zudem ist ein Klein-Traktor auch mit einem Solesprühgerät ausgestattet, um auch Reifenglätte und Glatteis zu beseitigen.

Bad Homburg bekommt Nachschub aus Wiesbaden

Ergänzt wird der Winterdienst durch neun Fuß-Kolonnen, die für den Winterdienst in der Fußgängerzone, dem Bahnhofsvorplatz, auf den Gehwegen, Übergängen, Brücken und Bushaltestellen zuständig sind. Zusätzlich streuen und räumen zwei Kolonnen à sechs Mitarbeitern die Gehwege des Kurparks, zwölf Mitarbeiter sind außerdem für den Winterdienst auf den kommunalen Friedhöfen zuständig. Dort kommt allerdings aus Schutzgründen kein Salz, sondern gelber Hansegrand, eine Art gewaschener Kies, zum Einsatz.

Wer jetzt den Winter 2010 im Kopf hat und sich erinnert, dass damals ja das Streusalz knapp wurde, dem sei gesagt: Allein in der Halle des Betriebshofs in der Nehringstraße lagern über 700 Tonnen Streusalz und 30 Tonnen Streusplitt. "Für einen milden Winter absolut ausreichend", sagt Ettlinger und fügt hinzu: "In den vergangenen acht Jahren sind wir noch nie an der Wand angekommen, es war immer genug übrig." Sollte der Winter allerdings härter werden, können die Homburger auf ein interkommunales Lager in Wiesbaden zurückgreifen. Dort liegen 10 000 Tonnen Streusalz - von denen die Kurstadt im Bedarfsfall 1200 Tonnen abgreifen dürfte.

Es gibt sie in blauer, brauner, gelber und grauer Farbe, die Tonnen, die, je nach Couleur, Wertstoffe sammeln. Auf dem Recyclinghof gibt es jetzt auch eine rote Tonne. Dort können Bad Homburger Bürger ihre alten Tintenpatronen aus Druckern, Faxgeräten, MFC-Geräten sowie Tonerkartuschen, Trommeleinheiten, Fixiereinheiten oder Resttonerbehälter aus Laserdruckern abgeben. Aber, wie gesagt: angenommen werden nur Patronen von Privathaushalten.

Von Sabine Münstermann

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