Coronavirus

Alternative Kontaktaufnahme bei der Polizei: Vorsichtsmaßnahmen im Hochtaunuskreis

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In Bad Homburg, ebenso wie im gesamten Hochtaunuskreis werden wegen des Coronavirus Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die Tafeln geben keine Lebensmittel mehr aus und die Polizei bittet um Kontaktaufnahme, bevor die Wache persönlich aufgesucht wird.

Hochtaunus - Die Stadt untersagt ab sofort Ansammlungen von mehr als fünf Personen auf öffentlichen Plätzen und in Parks. Die Regelung gilt für Schlossgarage, Marktplatz, Waisenhausplatz, Kurhausvorplatz, Kurhausgarten, Rathausplatz, Bahnhofsvorplatz und Gunzoplatz, im Kur- und Jubiläumspark. Kleiner Tannenwald und Gustavsgarten sind geschlossen.

Für alle anderen öffentlichen Bereiche verweist die Stadt auf die Empfehlung des Robert Koch-Instituts, einen Abstand von zwei Metern zu anderen Personen einzuhalten. Die Empfehlung gilt auch für die Personen in Schlangen, die sich an Markttagen auf einigen der Plätze bilden werden.

Die Entscheidung des städtischen Krisenstabs hat das Ziel, mögliche Übertragungswege für das Coronavirus Sars-CoV-2 zu unterbinden. "In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, die Regeln konsequent zu beachten, um die in anderen Ländern beobachtete, rasche Ausbreitung des Virus bei uns zu vermeiden", begründet OB Alexander Hetjes (CDU) den Schritt.

Kleine Trauerfeiern und nur draußen

Das gleiche Ziel verfolgt die Stadt mit der Schließung der Trauerhallen auf den Bad Homburger Friedhöfen. Bestattungen können stattfinden, der Aufenthalt der Trauergäste ist dann aber nur im Freien möglich. Die Stadt empfiehlt dringend, die Zahl der Trauergäste, die zum gleichen Zeitpunkt anwesend sind, so klein wie irgend möglich zu halten.

Der Krisenstab der Stadt ist ein Gremium, das bei außergewöhnlichen Ereignissen einberufen wird. Es fällt Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung und zur Aufrechterhaltung notwendiger Strukturen. Derzeit tagt es jeden Tag; auch am Sonntag saß man beisammen. Im Krisenstab sitzen der Oberbürgermeister als Leiter, der Leiter der Feuerwehr, Daniel Guischard, Kurdirektor Holger Reuter sowie Vertreter der diversen Fachbereiche im Rathaus.

Kurkliniken derzeit weiterhin in Betrieb

Seit Montag ist nun nach der Casino-Lounge auch die Spielbank geschlossen. "Wir haben im Krisenstab beschlossen, dass alle Bereiche mit Publikumsverkehr bis vorerst 17. April schließen", erläutert Kurdirektor Holger Reuter. Das treffe auf die Spielbank mit mehr als 600 Gästen pro Tag zu. Auch die Casinos in Wiesbaden und Kassel seien mittlerweile geschlossen.

Die Taunus-Therme hat ebenfalls seit gestern einen Banner auf ihrer Homepage, dass der Betrieb "bis auf Weiteres" geschlossen bleibe.

Die vier Kurkliniken sind derzeit noch offen. "Wir werden die Situation aber beobachten und täglich neu bewerten", so Reuter. Denn die Kliniken seien wichtige Bausteine im Pandemieplan des Landes Hessen: "Sollten zusätzliche Betten gebraucht werden, könnte es hier auch eine Richtungsänderung geben" - sprich, im schlimmsten Fall könnten die Kurkliniken Corona-Patienten beherbergen.

Die Parkgaragen der Stadt bleiben laut Kurdirektor weiterhin geöffnet. Deshalb seien auch das dafür notwendige Sicherheitspersonal und der technische Bereitschaftsdienst ganz normal im Einsatz. Ansonsten laufe die Kur- und Kongreß-GmbH im Notbetrieb; viele arbeiteten von zu Hause.

Kein Besucherverkehr im Landratsamt

Das Landratsamt wird vom heutigen Mittwoch an bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen sein. Anliegen, die nicht warten könnten, sollen zuerst telefonisch oder per E-Mail abgeklärt werden - über den zuständigen Sachbearbeiter oder die Zentrale (06172) 999-0 (weitere Infos auf www.hochtaunuskreis.de). Der Bürgerinfoservice ist unter bis@hochtaunuskreis.de zu erreichen. Bereits vereinbarte Termine bleiben bestehen, müssen aber zuerst vom zuständigen Sachbearbeiter telefonisch bestätigt werden. Der Zugang ins Landratsamt ist nur noch über das Haus 3 möglich. Während in Bad Homburg die Zulassungsstelle ausschließlich nach vorheriger persönlicher telefonischer Rücksprache noch geöffnet ist, ist die in Usingen seit gestern geschlossen. Die Kunden des Händlerschalters sollen nach Absprache weiter bedient werden. Auch schließen das Taunus-Informationszentrum, das Jugendbildungswerk in Usingen sowie von heute an alle kreiseigenen Sportstätten.

Tafeln geben keine Lebensmittel aus

Im Amtsgericht wird ebenfalls nur nach telefonischer oder schriftlicher Vereinbarung der Zugang ins Gebäude gewährt.

Die Tafel Hochtaunus stellt die Lebensmittelausgabe in allen ihren Ausgabestellen im Hochtaunuskreis bis nach Ostern ein. Betroffen sind die Ausgabestellen in Bad Homburg, Oberursel, Friedrichsdorf, Königstein, Kronberg und Neu-Anspach.

Ben Becker kommt nicht am 2. April

Auch der Auftakt des diesjährigen Poesie- und Literaturfestivals fällt der Virus-Vorsorge zum Opfer. Die Veranstaltung "Ich, Judas" am 2. April mit Ben Becker in der Erlöserkirche war nahezu ausverkauft, jetzt wird sie ausfallen. "Wir suchen bereits nach einem neuen Termin in der zweiten Jahreshälfte", sagt der Künstlerische Leiter des Festivals, Bernd Hoffmann. Erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Von Anke Hillebrecht

Hochtaunus: Hinweis der Polizei

Hochtaunus -Die Polizei kümmert sich auch weiterhin darum, dass Anzeigen aufgenommen und bearbeitet werden - das ist genauso selbstverständlich wie die Tatsache, dass die Beamten auch im Notfall und zu Streifendiensten ausrücken. Allerdings bittet die Polizei, dass Bürger nicht mehr ohne vorherige Kontaktaufnahme in den jeweiligen Polizeistationen vorbeischauen. Die Homburger Polizei ist unter Telefon (0 61 72) 12 00 erreichbar, die Station in Oberursel unter (0 61 71) 6 24 00. In Königstein hat die Polizei die Nummer (0 61 74) 9 26 60 und in Usingen die (0 60 81) 9 20 80. Ziel ist es auch hierbei, das Risiko einer Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Polizeisprecher Ingo Paul weist auf weitere Alternativen hin. "Es gibt die Online-Wache unter der Adresse onlinewache.polizei.hessen.de. Dort können Strafanzeigen gestellt oder Hinweise abgegeben werden." Für viele Fälle (vom Fahrrad-Diebstahl bis zum Kreditkartenbetrug) stehen dort Formulare bereit. Zudem können weniger dringende Sachen - etwa ein Schaden, der erst spät bemerkt wurde - auch postalisch gemeldet werden. In jedem Fall, betont Paul, sollte die Notrufnummer 110 nur für echte Notlagen genutzt werden. Für Fragen rund um das Coronavirus gibt es unter anderem das Bürgertelefon des Kreises (täglich 8 bis 17 Uhr) unter (0 61 72) 9 99 47 99. 

hko

Im Hochtaunuskreis fruchten vielerorts die Appelle noch nicht, sich nicht in Gruppen zu treffen. Die Stadt Bad Homburg denkt daher über eine Ausgangssperre nach.

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