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Noch völlig ahnungslos ob des Virus: Stefan Quandt (li.) und Kurator Christian Scheffel 2019 unter Kaarina Kaikkonens Installation "There must be a way out of here" auf der Brunnenallee.

Skulpturen-Biennale in Bad Homburg

2021 keine "Blickachsen"-Schau

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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Pandemieentwicklung lässt keine Planungen zu - Veranstalter hoffen auf 2022

Bad Homburg -Wie wertvoll das ist, was man hatte, merkt man oft erst, wenn es nicht mehr da ist. Dieser Gedanke mag manchen schon bei vielen Veranstaltungen gekommen sein, die nun wegen der Corona-Pandemie ausfallen mussten. Keine Weihnachtsmärkte, keine Kerb, kein Fassenacht - stets nahm man solcherlei Absagen in der Hoffnung oder gar Annahme auf, dass der Spaß nächstes Jahr wieder stattfinden kann.

Doch nun kommt die erste weitreichende Absage einer Großveranstaltung des kommenden Jahres - und damit schwindet ein Stück weit die Hoffnung, dass der Sommer 2021 wieder "normal" wird.

Ungerade Jahre sind seit 1997 "Blickachsen"-Jahre. Nicht so 2021. "Die dynamische Ausbreitung von Covid-19 und die zunehmenden Reisewarnungen und Quarantäneregeln lassen eine erfolgreiche Vorbereitung und Durchführung der für das Jahr 2021 geplanten Ausstellung ,Blickachsen 13' als nicht realistisch erscheinen", teilte die Stiftung Blickachsen gGmbH gestern Nachmittag mit. Das habe das Kuratorium der Stiftung nach reiflicher Erwägung einstimmig beschlossen.

Zum einen beeinträchtigten bereits jetzt die geltenden Einschränkungen die Möglichkeiten der Organisatoren, sich mit den Künstlern, die auf der ganzen Welt zu Hause sind, auszutauschen. Die Kunstschaffenden könnten die Ausstellungsorte in und um Bad Homburg nicht besichtigen, was Grundlage für ihre Arbeit sei.

Schau im Freien wäre verlockend gewesen

Auch was den Transport der Kunstwerke betrifft, stellten die Einschränkungen ein "erhebliches Planungsrisiko" dar. "Schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass bis 2021 anhaltende nationale und internationale Reisebeschränkungen zu einem Niveau der Besucherzahlen führen, das in keinem Verhältnis zum persönlichen und finanziellen Einsatz der Künstler, Organisatoren und Förderer" stünde.

"Wir haben uns die Entscheidung zur frühzeitigen Absage der Blickachsen für das kommende Jahr nicht leicht gemacht", betont Stefan Quandt, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Blickachsen. "Zumal für die vielen ,Blickachsen'-Fans gerade in diesen Zeiten die Aussicht auf eine weitläufige Ausstellung im Freien sicher besonders verlockend gewesen wäre." Doch in der jetzigen Situation sehe man keine andere Möglichkeit, als die Ausstellung zu verschieben.

Der Entschluss wird von den maßgeblichen Mitveranstaltern in Bad Homburg unterstützt: von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), Kurdirektor Holger Reuter und der Direktorin der hessischen Schlösserverwaltung, Kirsten Worms.

"Gemeinsam richten wir den Blick nun nach vorn und rechnen mit einer ausreichenden Planungssicherheit im kommenden Jahr, die es uns ermöglichen wird, die nächste Ausstellung 2022 in gewohnter Qualität auszurichten," sagt Christian K. Scheffel, Gründer und Kurator der Skulpturen-Schau sowie Geschäftsführer der Stiftung.

Die Skulpturenausstellung "Blickachsen" gilt als wichtigste Biennale der dreidimensionalen Kunst im deutschsprachigen Raum. Ihr Herzstück ist im Bad Homburger Kur- und Schlosspark. 2019 erkundeten Hundertausende Besucher aus dem In- und Ausland die jüngste Schau mit 60 Werken von rund 30 Künstlern in Bad Homburg sowie an fünf weiteren Standorten in der Rhein-Main-Region. Von Anke Hillebrecht

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