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Ackern im Unterricht - aber fürs eigene Gemüse

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Von: Katja Schuricht

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Junges Gemüse mit eigenem Beet: Die Schüler der 6bF bestellen den Schulacker.
Junges Gemüse mit eigenem Beet: Die Schüler der 6bF bestellen den Schulacker. © ksp

Die Schüler der GaG setzen die ersten Pflanzen im Schulgarten. Das Projekt "GemüseAckerdemie" wird von der Stadt mit 3000 Euro unterstützt.

Bad Homburg - Kohlrabi, Zuckerschoten, Karotten, Salat, Gemüsezwiebeln, Kartoffeln und Lauch: In jeder der fein säuberlich angelegten Reihen haben die Sechstklässler unterschiedliche Gemüsesorten gepflanzt. "Das Setzen der Pflanzen in die Erde hat bis jetzt am meisten Spaß gemacht", erklärt Ashley (11) aus der 6cF. "Ich finde es toll, dass wir zusammen erleben können, wie die Pflanzen wachsen. Das sorgt auch für Teamgeist", ist sich Zakaria (13) sicher.

Die Sechstklässler der Gesamtschule am Gluckenstein (GaG) haben jetzt gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Antje Klaus und Claudia Ludig die ersten Pflanzungen auf dem neuen Schulacker vorgenommen. Bis es so weit war, hatte es gedauert. Aus einem Stück Wiese musste ein Feld angelegt werden, auf dem das Gemüse der "GemüseAckerdemie" wachsen kann. "Wir haben Unmengen von Steinen aus dem Boden geholt", berichtet Antje Klaus. "Das war ein hartes Stück Arbeit." Doch der erste Meilenstein ist dank vieler Helfer geschafft und ab sofort hegen und pflegen die Schüler der Jahrgangsstufe sechs ihr Feld, auf dem sie ihr eigenes Gemüse ziehen.

Und das muss gefeiert werden. Bei der Einweihung des Projekts "GemüseAckerdemie" hat Schulleiterin Ursula Hartmann-Brichta mit Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Guido Märcz, Geschäftsführer eines Frankfurter Gartenbaucenters, zwei Gäste begrüßt, ohne die das Projekt "SchulAckerdemie" so schnell nicht realisierbar gewesen wäre. "Wir freuen uns sehr, dass wir es mit Ihnen als Unterstützer geschafft haben", sagt die Schulleiterin. 3000 Euro hat Hetjes der GaG als Startkapital mitgebracht.

Neues Bewusstsein für Lebensmittel

"Auf euch kommt richtig viel Arbeit, aber auch eine besondere Erfahrung zu, bis ihr euer selbst gepflanztes Gemüse ernten könnt", richtet sich der Rathauschef an die Schüler. "Aber ich bin mir sicher, dass ihr dann eure Karotten und den Kohlrabi mit einem ganz anderen Bewusstsein essen werdet", meint Hetjes. "Mit eurer SchulAckerdemie seid ihr außerdem voll im Trend, das ist regional und CO2-neutral", bescheinigt er dem GaG-Team. Guido Märcz hat wichtiges Equipment im Gepäck: Er spendet eine große Auswahl an Gartengeräten, von Schubkarren über Gießkannen bis zu Harken und Rechen im Wert von rund 1200 Euro. "Die beiden Sponsoren sind durch einen Aufruf im Radiosender HR3 auf unsere SchulAckerdemie aufmerksam geworden", erinnert sich Lehrerin Antje Klaus.

Nicht fehlen durften bei der Einweihungsfeier auch die zwei sogenannten "Acker-Buddies": Hansjürgen Schmidt vom Bad Homburger Kleingartenbauverein und Alexandra Paul, Mutter eines GaG-Schülers. "Die Acker-Buddies haben Spaß am Ackern und unterstützen die Schüler", sagt Antje Klaus.

So teilt Schmidt seinen Wissensschatz rund um den grünen Daumen: "Ich bringe den Kindern bei, wie sie beispielsweise die Pflanzen bewässern oder auf was sie beim Einsetzen des Saatguts in die Erde achten müssen", schildert Schmidt. Gelernt sein will der Umgang mit den Gartengeräten. "Ich finde es toll, dass die Schüler durch dieses Projekt sehen, wo das Gemüse herkommt und dass es nicht im Supermarkt wächst", erklärt Alexandra Paul. "Sie erleben hier unmittelbar, wie das Anpflanzen und Ernten mit Arbeit verbunden ist. Dadurch erhoffen wir uns auch einen sorgsameren Umgang mit Lebensmitteln", erläutert sie.

Im wöchentlichen Wechsel kümmern sich alle sechsten Klassen um den neuen, rund zwölf mal zwölf Meter großen Schulacker. Große Erwartungen, dass die Ernte üppig ausfällt, haben Antje Klaus und Claudia Ludig jedoch nicht. "Wir haben schon gehört, dass wir im ersten Jahr Geduld brauchen und es wohl etwas dauern wird", meint Klaus. "Zumal der Boden sehr lehmhaltig ist." Er war so fest, erinnert sie sich, dass man ihn nur mit Hilfe eines Traktors umpflügen konnte. "Wir hatten das Glück, dass uns die Familie Rieß vom Lindenhof in Gonzenheim geholfen hat." Als nächsten Schritt stellen die Sechstklässler jetzt noch Holzschilder für ihren Acker her. Damit jeder auch gleich sieht, was in welcher der Pflanzenreihen wächst.

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