An der Tannenwaldallee am Rande von Dornholzhausen soll der Philippspark entstehen.
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An der Tannenwaldallee am Rande von Dornholzhausen soll der Philippspark entstehen.

Landesgartenschau in Bad Homburg

Alle Bad Homburger Politiker begrüßen den Rückzieher

  • Anke Hillebrecht
    vonAnke Hillebrecht
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Bewerbung ist vom Tisch: Bad Homburgs CDU will im September für den vom OB angeratenen Rücktritt stimmen

Bad Homburg -Auf die Ankündigung von OB Alexander Hetjes (CDU) am Donnerstagabend, dem Magistrat zu empfehlen, die Bewerbung für die Landesgartenschau (LGS) 2027 zurückzuziehen, gab es gestern ausschließlich positive Reaktionen. "Zwar hätte eine solche prominente Veranstaltung durchaus ihre Vorteile für die gesamte Region haben können", versuchte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Oliver Jedynak noch einen eleganten Abgang. "Jedoch müssen auch die betroffenen Bürgerinnen und Bürger von dem Projekt begeistert sein."

Die LGS werde 2027 nicht in Bad Homburg stattfinden, so Jedynak zur Linie seiner Partei und der des OB, deren Idee die Bewerbung war. Die CDU wird also im Stadtparlament für den Rückzug stimmen - und da die anderen Fraktionen ohnehin skeptisch sind, ist das Thema damit vom Tisch. "Da sich bereits vor der offiziellen Bürgerbeteiligung und Erarbeitung der Machbarkeitsstudie starke Fronten gegen die Landesgartenschau gebildet haben und sich die Diskussion verselbständigt hat, ist es nur konsequent, die Bewerbung zurückzuziehen", ergänzt Jedynak. Die CDU begrüße, dass der Rathauschef "frühzeitig die Bedenken der Bürger ernst nimmt".

Andere Fraktionen waren eh dagegen

In der SPD scheint es ein großes Aufatmen gegeben zu haben. "Die von der Stadtplanung vorgestellte Ideensammlung hätte unseren Bedingungen nicht entsprochen und wir wären mit dieser Planung auch nicht mitgegangen", erklärt deren Fraktionsvorsitzender Tobias Ottaviani. Daher begrüßen die Genossen den Rückzug, "da unsere Stadtplanung es in der Kürze der Zeit nur überfordert hätte, den zeitlichen Vorsprung um Jahre, den andere Bewerber hatten, aufzuholen."

Im März hatte Ottaviani eingeräumt, dass die Zustimmung innerhalb der Fraktion strittig war, und dafür plädiert, klare Überlegungen anzustellen, wie das Großevent organisiert werden soll.

Alle anderen Fraktionen im Stadtparlament waren ohnehin gegen die Bewerbung. "Begrüßt" wird die Rückzugsempfehlung daher auch in der FDP-Fraktion. "Wir waren von Beginn an gegen die kurzfristige Bewerbung zur LGS", ruft Fraktionsvorsitzender Philipp Herbold in Erinnerung. "Wir haben in Bad Homburg wahrlich genügend andere ,Baustellen'", allen voran ein vernünftiges Verkehrskonzept. Ein "Schnellschuss-Konzept" sei leider absehbar gewesen, so Herbold. "Nun mussten grobe und unausgereifte Ideen öffentlich werden, was zurecht Widerstand in Bad Homburg und Oberursel hervorgerufen hat."

Die BLB sieht sich in ihrer ursprünglichen Ablehnung der Idee bestätigt. Die LGS sei "nur ein weiteres Prestigeobjekt", das der OB an Land ziehen" wolle, hatte Fraktionschef Armin Johnert im März gesagt. BLB-Parteichefin Beate Fleige ist r auch "überrascht vor dem Hintergrund, was Herr Hetjes noch vor vier Wochen zu Herrn Johnert im jüngsten Stadtparlament gesagt hat". Johnert hatte gefragt, ob die Stadt - nach Rückzug Königsteins - bei ihrer Bewerbung bleiben werde. "Müssen wir, das ist Beschlusslage der Stadtverordnetenversammlung", so Hetjes. "Also müsste er den Beschluss erst aufheben lassen", meint Fleige.

Nicht die Einsicht habe Hetjes zur Umkehr verholfen, meint die BLB-Gründerin. "Es war die Angst vor den Bürgerinitiativen jetzt vor der OB-Wahl!" Es sei bereits das dritte Mal, dass er sich mit seinen Schnellschüssen eine blutige Nase geholt habe, geht Fleige mit dem OB hart ins Gericht und bezieht sich auf die Erweiterung des Golfplatzes und das ursprüngliche Vorhaben, Tennisplätze auf der Casino-Garage errichten zu lassen. "Ärgerlich ist, dass jedes Mal Heerscharen von Mitarbeitern an diesen unseriösen Plänen arbeiten müssen", so Fleige.

Bei dem Rückzug sieht Johnert einen Zusammenhang zwischen der für kommenden Montag geplanten Ferienfraktion. "Die Veranstaltung ist wichtiger denn je, um zu verstehen, wie dieser OB tickt, wie er sein Umfeld und seine CDU für sich benutzt und welche Klaviatur er spielt." Die BLB lädt für kommenden Montag zur Ferienfraktion ein. Thema ist der an der Tannenwaldallee geplante Philippsgarten. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Gotischen Haus. Gemeinsam wird das für LGS vorgesehene Gebiet erkundet und diskutiert, was dort überhaupt möglich ist. Die Veranstaltung findet trotz der Absage statt. Interessierte können dazu- und mit der BLB ins Gespräch kommen.

Für Wolfgang Hof (fraktionslos) hat sich "klammheimlich gefreut", als er von der Absage las. Die LGS wäre seiner Ansicht nach "sowieso gescheitert und hätte viel Ärger gebracht. Aber Herr Hetjes muss ja irgendwas vorweisen zur OB-Wahl." Bad Homburg habe ohnehin die schönsten Gärten - auch ohne Landesgartenschau. Anke Hillebrecht

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