Weihnachtsmarkt am Schloss? Soll's wieder geben, allerdings unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen.
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Weihnachtsmarkt am Schloss? Soll's wieder geben, allerdings unter strengen Hygiene- und Sicherheitsauflagen.

Corona-Maßnahmen

Wegen Corona: Ampeln für den Homburger Weihnachtsmarkt

  • Sabine Münstermann
    vonSabine Münstermann
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Das Bad Homburger Stadtmarketing hat ein Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, das den Romantischen Weihnachtsmarkt auch in Corona-Zeiten möglich machen soll. Es gibt weniger Buden, Maskenpflicht und eine Beschränkung der Besucherzahlen.

Bad Homburg -Konzerte: Abgesagt. Ausstellungen: Abgesagt. Poesiefestival: Verschoben. Laternenfest: Abgesagt. Corona wirbelte die Kultur- und Brauchtumslandschaft auch in der Kurstadt ordentlich durcheinander. Und auch, wenn's noch ein bisschen hin ist, der eine oder andere bangt doch darum, ob der Romantische Weihnachtsmarkt am Schloss stattfinden kann. Die gute Nachricht daher zuerst: Er kann - sofern sich die entsprechenden Verordnungen und Gesetze des Landes bis dahin eben nicht ändern.

Denn die Verwaltung hat unter der Ägide des Stadtmarketings in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden ein entsprechendes Hygiene- und Sicherheitskonzept erarbeitet, nach dem der Weihnachtsmarkt an den vier Adventswochenenden durchgeführt werden könnte. Der Magistrat segnete das Konzept am Montagabend einstimmig ab.

Demnach gilt, wie derzeit bekanntlich auch bei anderen Veranstaltungen, dass nur eine begrenzte Zahl von Gästen zugelassen werden kann. Die genaue Zahl steht bislang noch nicht fest, da sie abhängig ist auch von der Anzahl der Buden und den Bestimmungen des Landes. "Derzeit gilt jedenfalls, drei Quadratmeter Platz pro Person", sagt Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU). Wie soll das kontrolliert werden? Ganz einfach: Der Einlass auf das Gelände am Schloss wird per Sensor-Personenzählung - dafür kauft ein entsprechendes Computerprogramm - optisch überwacht und so lange möglich sein, bis die maximale Besucherzahl für das jeweilige Gelände - also Schloss und Schlossplatz - erreicht ist und die Ampel auf "Rot" schaltet. Bei Rot nämlich wird das Gelände für neue Besucher vorübergehend gesperrt - und das kontrolliert von der Stadt (zusätzlich) eingesetztes Sicherheitspersonal.

Neue Besucher werden erst wieder eingelassen, wenn andere Besucher das Gelände - natürlich über einen anderen Ausgang, nämlich an der Herrngasse - verlassen haben. Wer wissen will, wie's gerade um den Andrang steht: Die aktuellen Besucherfrequenzen, die die Auslastung des Geländes anzeigen, sollen live auf der Website der Stadt und der Website der Weihnachtsstadt - es soll auch wieder eine Eisbahn im Kurpark geben - angegeben werden.

Auf dem gesamten Weihnachtsmarktgelände rund um das Schloss und an allen weiteren Ständen gilt - wie auch auf dem Wochenmarkt - Maskenpflicht sowie die Einhaltung eines Abstands von 1,50 Metern zu fremden Personen. An allen Hütten wird ein Spuckschutz angebracht.

50 Stände und eigene Verzehrbereiche

Der durch die Auflagen erhöhte Platzbedarf pro Stand macht eine Verringerung der Standplätze notwendig. Hinzu kommen noch im Herbst beginnende Bauarbeiten im unteren Schlosshof, der dadurch nicht nutzbar sein wird und das Marktgelände zusätzlich reduziert. Von ehemals 70 Standplätzen im vergangenen Jahr können daher in diesem Jahr wohl nur 50 Stände gestellt werden. Aber keine Sorge: Kinderkarussell und Dampfeisenbahn, die sind in jedem Fall dabei!

Um wenigstens einen Teil der wegfallenden Standplätze zu kompensieren, wird es Weihnachtsmarkthütten in der Louisenstraße geben. Diese Standplätze werden demnächst ausgeschrieben und an die Öffnungszeiten des Handels von Montag bis Samstag geknüpft sein. "Aufgrund der insgesamt reduzierten Zahl an Standplätzen wurde beschlossen, bei der Auswahl der Aussteller lokalen Bewerbern und Vereinen Vorrang zu geben", betont Ketty Urbani vom Stadtmarketing

Ein besonderes Augenmerk liegt natürlich auf den Ständen mit gastronomischem Angebot. Hier gelten ähnliche Regeln wie in der Gastronomie: Kontaktdaten müssen aufgenommen werden, alle Mitarbeiter der Stände müssen Mund-Nasen-Bedeckung sowie Handschuhe tragen, Speisen und Getränke dürfen nur in den entsprechenden Verzehrbereichen eingenommen werden. Jeder Gastronom bekommt seinen eigenen Verzehrbereich.

"Es liegt uns am Herzen, dass der Weihnachtsmarkt, als Fixstern in der Vorweihnachtszeit, auch in diesem besonderen Jahr stattfinden kann. Das Gelingen des Marktes ist jedoch ganz maßgeblich abhängig von der Disziplin und der Einhaltung der Auflagen durch jeden Einzelnen. Ob Aussteller oder Besucher, jeder hat es in der Hand, ob der Weihnachtsmarkt 2020 stattfinden kann", appelliert OB Hetjes. Denn sollten die Auflagen und Hygieneregeln des Veranstalters nachweislich missachtet werden, behalte die Stadt sich vor, den Weihnachtsmarkt vorzeitig zu schließen. (Sabine Münstermann)

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