Aufregung, Eifersucht und ein fröhliches Ende

  • vonBrigitte Gaiser
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Mit den schmissigsten Melodien von Johann Strauss und einem frechen Libretto von Victor Léon und Leo Stein werden in der Operette „Wiener Blut“ die sogenannten Intellektuellen und Hochwohlgeborenen ziemlich durch den Kakao gezogen. In Kurtheater gab’s eine begeisternde Vorstellung.

Kurz vor Jahresende wurden im Kurtheater Um- und Missstände aus der Zeit des Wiener Kongresses 1814 gezeigt, besungen, bejubelt und begeistert beklatscht – Wiener Blut, die „komische Operette“ in drei Akten von Johann Strauss (Sohn), die als das fröhlichste seiner Werke gilt. Links und rechts der Bühne blühende Kastanienbäume, die sich als Kastanienallee auf dem Prospekt fortsetzen und geradewegs auf die Stadt und den Stephansdom hinführen und dazu vom Orchester den beliebten Walzer, der als Namensgeber der Operette immer wieder auftaucht.

Eine kleine Tanzgesellschaft vergnügt sich in Döbling bei der Tänzerin Mademoiselle Franziska Cagliari (Elisabeth Jahrmann), genannt Franzi. Die Verwicklungen setzen denn auch sofort ein, da der Premierminister Fürst Ypsheim-Gindelbach (Dieter Gschwendt-Michel), Franzis Vater (Hannes Prugger) – ein Ringelspielbesitzer – und die Probiermamsell Pepi (Alice Waginger) mit unterschiedlichen Vorhaben ankommen, einander nicht kennen, Verwechslungen sind also programmiert. Schließlich erscheint auch der Graf (Giorgio Valenta), dessen Frau Gabriele (Anja Markwart) anlässlich des Wiener Kongresses in die Stadt zurückkehrt und so manches nicht wissen darf.

Das Ensemble der Johann-Strauss-Operette Wien bot eine wundervolle Aufführung, bunt die zeitgemäßen Kostüme, ansprechend das Bühnenbild, das Orchester schwungvoll mit den allbekannten Melodien, geleitet von Giuseppe Montesano. Josef, der Kammerdiener (Heinrich Schopf), singt mit Franzi ein zauberhaftes Duett, etwas später auch der Graf, sauber und ausgewogen im Klang. Die Stimmen sind so gewählt, dass sie bei gleicher Lage doch ganz unterschiedliche Klangfarben bieten und so die einzelnen Charaktere gut unterscheiden.

Josef ist, sicher als Folge seines Berufs, ein Schlitzohr, bestimmend und untertänig zugleich. Seine stehende Rede, wenn er mal wieder die delikaten Punkte angesprochen hat, „ja, i sag’s, wie’s is“. Diese Punkte sind ihm sehr interessant, wie zu hören bei „Da kann man sich was erlauben in den Lauben mit den Tauberln“. Vor allem Pepi hatte sich, gewitzt und geschickt, kindlich durchtrieben, mit ihrer Rolle schnell in die Herzen der Zuschauer gesungen, beendete gar einen Galopp mit Josef mit Radschlag und Sprung in den Spagat. Beifall wurde im voll besetzten Haus reichlich und begeistert bei jeder Gelegenheit gespendet.

Nach allerlei Aufregungen, viel Eifersucht und geschickten Wendungen aller Beteiligten lösen sich am Ende zur Belustigung der Zuschauer die Verwirrungen und Verwicklungen ganz so, wie es sich gehört. Jeder bekommt die passende Partnerin, den Partner, und ist zufrieden und glücklich. Ein strahlendes Ensemble bedankte sich für den rauschenden Applaus eines begeisterten Publikums.

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