Verlängerung für 54 Millionen

Ausbau der U 2 wird noch teurer

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Seit Anfang des Jahres liegt die Genehmigung des Regierungspräsidiums für die von der Stadt geplante U-Bahn-Verlängerung vor. Doch das Millionenprojekt kommt nicht voran. Mit Frankfurt wird noch über die Kostenbeteiligung gerungen.

Ob wir noch erleben werden, dass man mit der U 2 von Frankfurt bis zum Homburger Bahnhof durchfahren kann? Das Mega-Projekt der Stadt hat einen weiteren Dämpfer bekommen. Die Stadt hat die Kosten neu geschätzt. Demnach ist das Investitionsvolumen von 47,6 Millionen (Schätzung von 2013) auf 54 Millionen Euro netto gestiegen. Grund sind laut OB Alexander Hetjes (CDU) gestiegene Bau- und Planungskosten.

Der städtische Anteil liegt damit nun bei knapp 23 Millionen Euro – im Frühjahr ging man noch von 15 bis 18 Millionen aus. „Wir streben für unseren Anteil eine Deckelung an“, erklärte Hetjes jetzt im Wirtschafts- und Finanzausschuss. Bad Homburg werde „keinen Blancoscheck“ ausstellen, denn – in Anspielung auf den Tunnel unter der Frankfurter Landstraße, siehe „Info“) „wir wissen ja nicht, was wir in der Erde finden“.

Mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) sei vereinbart, dass diese die Kostenschätzung der Stadt verifizieren soll. Erst dann, so Hetjes, werde man in Bad Homburg erneut in die Planung gehen – dazu sei eine Projektgruppe nötig, die die Ingenieurleistungen in Augenschein nimmt.

Unklar ist offenbar noch, wer als Bauherr auftritt und wer – wenn die Bahn mal fährt – die Betriebskosten trägt. Frankfurt will offenbar nur auf dem eigenen Stadtgebiet bauen. Und die Kurstadt will nicht das Risiko tragen, falls der Betrieb nicht kostendeckend ist. „Frankfurt muss sich bewegen“, sagte Hetjes.

Der Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt, Klaus Oesterling (SPD), würde es positiver ausdrücken. „Der Wille zur Einigung ist da“, erklärt er. „Wir sind an einem konstruktiven Ergebnis interessiert.“ Wie die Kosten wirklich sind und ob Bad Homburg mit einer Deckelung rechnen kann, das sei Gegenstand von Gesprächen, die derzeit laufen – und zu denen sich Oesterling nicht weiter äußern will.

Frankfurt habe großes Interesse, dass die U 2 zum Bahnhof weitergeführt wird, sagte der Sozialdemokrat. „Der Bahnhof wäre eine Drehscheibe, die U- und S-Bahn, die ebenfalls noch in Planung befindliche Regionaltangente West und das lokale Busnetz verknüpfen würde. „Und da wäre es ja ungünstig, wenn die U-Bahn in einem Vorort enden würde“, so Oesterling.

Auch in den Augen von Homburgs OB Hetjes ist die U2-Verlängerung „wichtig für die Region. Das heißt aber auch, dass die Region sich an der Finanzierung beteiligen muss.“

Das Regierungspräsidium Darmstadt hatte im Februar die Verlängerung der U 2 von Gonzenheim zum Bahnhof genehmigt. Allerdings haben einige Gonzenheimer Anwohner bereits dagegen geklagt. Die FDP hat sich gegen den Ausbau ausgesprochen.

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