Während das Baugebiet Hühnerstein weiter voranschreitet, ist das Baufeld der Kita noch leer. Das soll sich bald ändern.
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Während das Baugebiet Hühnerstein weiter voranschreitet, ist das Baufeld der Kita noch leer. Das soll sich bald ändern.

Kinder

Bad Homburg baut die Kinderbetreuung kräftig aus

  • Harald Konopatzki
    VonHarald Konopatzki
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Die Verwaltung legt einen Plan zum Ausbau der Kinderbetreuung in der Kurstadt vorgelegt. Mittelfristig sollen 500 zusätzliche Plätze geschaffen werden.

Bad Homburg -Südcampus, Hühnerstein, Vickers-Areal: Derzeit wird viel gebaut, die Stadt möchte dabei auch junge Familien anziehen. Doch die brauchen eine gewisse Infrastruktur, vor allem Betreuungsmöglichkeiten. Denn wer sich die hiesigen Mieten oder Grundstückspreise leisten will, ist meist darauf angewiesen, dass sich Arbeit und Familie gut vereinbaren lassen.

Nachdem die Politik am Hühnerstein die Planung abgesegnet hatte, dass die Kita erst gebaut wird, wenn die allermeisten Häuser längst bezogen sein würden, gab es im vergangenen Jahr das böse Erwachen. Im Nachgang wurden 50 Betreuungsplätze in Friedrichsdorf angemietet, um den Bedarf zu decken. Diese Plätze sollen spätestens im Januar zur Verfügung stehen.

In der kommenden Sitzung des Jugend- und Sozialausschusses legt die Verwaltung nun eine umfangreiche Analyse vor, wie sich Angebot und Nachfrage vermutlich entwickeln werden. Die Unterlagen sind schon jetzt im Gremieninformationssystem öffentlich einsehbar. Die gute Nachricht: Das Angebot in allen Bereichen (U3, Kindergarten, Schulkinder) wird in den kommenden Jahren deutlich wachsen - bis ungefähr 2026 um 568 Betreuungsplätze netto - und auch darüber hinaus gibt es Potenziale, die bei Bedarf genutzt werden könnten (lesen Sie dazu die Box). Der Nachteil: So richtig zum Tragen kommen die Maßnahmen erst in den kommenden Jahren.

Bad Homburg: 2022 soll sich die Lage entspannen

Noch 2021 soll es demnach 70 zusätzliche Betreuungsplätze für Schulkinder geben. So werden die Angebote an der neu gebauten Maria-Scholz-Schule (+30) und der Paul Maar-Schule in Ober-Erlenbach (+40) erweitert. Der große Wurf soll dann im kommenden Jahr folgen. Dann wird nicht nur der Kita-Neubau auf dem Vickers-Areal in Betrieb gehen (August). Die Kita St. Martin richtet eine vierte Kindergartengruppe ein, die Caritas will ebenfalls eine neue Kindergartengruppe etablieren, und das Flersheimstift beziehungsweise dessen Betreiber EVIM will im Dezember 50 neue Kindergartenplätze geschaffen haben. Während bei der neuen Kita Hühnerstein hinter dem Betriebsbeginn 2022 noch Fragezeichen steht, wird die Kita am Südcampus wohl erst 2023 fertig sein.

Anschließend wird es eine Phase der Konsolidierung geben. Mit dem Neubau des DRK-Zentrums an der Promenade (Baubeginn unbekannt) wird das "Spatzennest" um 12 U3-Plätze erweitert. Damit während der Bauzeit keine Plätze wegfallen, gibt es einen "Joker": Die Ende kommenden Jahres oder 2023 betriebsbereite neue Kita Dornholzhausen II (am Feuerwehr-Neubau) wird als Ersatzgebäude bereitstehen. Die gleiche Funktion soll sie übernehmen, wenn später der Neubau der Kita Gartenfeld als Einrichtung mit sechs Gruppen und insgesamt 111 Plätzen gebaut wird (geplante Fertigstellung frühestens 2025).

Bei der avisierten Kita auf dem alten Klinik-Areal (Baubeginn frühestens 2023/24) werden zwar 124 Plätze geschaffen. Allerdings ist die auch als Ersatz für die derzeit im Technischen Rathaus untergebrachte Kita Bahnhofstraße und den Hort am Schlosspark gedacht, die nach Abschluss der Bauarbeiten geschlossen werden sollen.

Versorgungsquoten in Bad Homburg schon jetzt gut

Laut Aufstellung ist die Stadt schon jetzt fast dort, wo sie nach den selbst gesetzten Zielen sein will. Die Versorgungsquote für unter 3-Jährige liegt mit 723 Plätzen zum 31. Dezember 2021 in Krippen und bei Tagespflegepersonen bei 52,4 Prozent. Gesetzlich gefordert sind 38,4 Prozent, Ziel in Bad Homburg sind 55 Prozent. Angesichts der aktuell fehlenden Plätze und Neubauvorhaben wären weitere 102 Plätze nötig, um das Ziel zu erreichen.

Bei den Kindergartenkindern - zum Stichtag stehen 1878 Plätze zur Verfügung - liegt die Versorgungsquote (132,8 Prozent) sogar über dem Ziel (130 Prozent). Dass es hier mehr Plätze als Kinder gibt, liegt daran, dass auch Kinder aus Nachbarkommunen betreut und für I-Kinder mehr Plätze berechnet werden. Um das auch in Zukunft zu gewährleisten, braucht es rechnerisch 118 zusätzliche Plätze.

Bei den Schulkindern liegt man bei einer Versorgungsquote von 66,8 Prozent und damit zwar über dem Ziel von 2018/19 (65 Prozent). Da jedoch mehr Eltern eine Betreuung für Schulkinder wünschen, empfiehlt die Verwaltung, das Ziel auf 75 Prozent anzuheben. Das bedeutet, dass 323 Plätze geschaffen werden müssten. Harald Konopatzki

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