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Bad Homburg: Der lange Abschied vom Provisorium

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Von: Julian Dorn, Jens Priedemuth

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Die Bagger rollen: Noch diesen Monat wird der Rohbau der Halle hochgezogen, Ende des Jahres soll sie dann bezugsfertig sein.
Die Bagger rollen: Noch diesen Monat wird der Rohbau der Halle hochgezogen, Ende des Jahres soll sie dann bezugsfertig sein. © Jens Priedmeuth

Das langjährige Warten ist vorbei, der Bau der Gymnastikhalle an der "Langen Meile" gestartet. Zuvor gab es jedoch viel Disput um das Projekt.

Bad Homburg/Gonzenheim - Noch klafft ein großes Loch auf dem Gelände neben dem Sportplatz "Lange Meile". Doch die Bagger rollen und die Arbeiten laufen bereits auf Hochtouren. Nicht mehr lange, dann soll das Fundament für die neue Gymnastikhalle gefertigt werden. Noch diesen Monat wird der Rohbau hochgezogen. Es geht voran in Gonzenheim. Endlich, dürften sich viele - allen voran die Mitglieder des TV Gonzenheim (TVG) - sagen. Denn die Halle löst, nach langem Ringen, die bisher provisorische Container-Sportstätte ab.

Zur Erinnerung: Nach Abbruch der alten Turnhalle auf dem Gelände der Ebert-Schule sollte die 2010 erbaute Containeranlage eigentlich nur eine Übergangslösung bis 2015 sein. Zwei Mal wurde die Baugenehmigung seither verlängert - das Maximum. Der Neubau war also dringend nötig, sonst hätte der TVG 2025 auf der Straße gesessen.

Mit dem Spatenstich am Dienstag scheint nun dieses Worst-Case-Szenario vom Tisch zu sein, entsprechend groß ist die Erleichterung beim Verein - und unter den Lokalpolitikern. "Seit es seit 2015 unseren Ortsbeirat gibt, hat uns das Thema oft beschäftigt", sagt Ortsvorsteher Dr. Karl-Alexander Rastädter. "Und auch wenn sich der eine oder andere sportbegeisterte Gonzenheimer vielleicht mehr gewünscht hätte, so können am Ende alle zufrieden sein: die einen, weil sie in Zukunft in einer modernen, neuen Halle Sport treiben können, und die Anwohner, weil ihrem Lärmschutzbedürfnis Rechnung getragen worden ist."

Viele Hürden auf dem Weg zu neuen Halle

Auch Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) wirkt erleichtert, dass es nun endlich losgeht. "Ich freue mich vor allem für die fast 1400 Mitglieder des TV Gonzenheim", so Hetjes beim Spatenstich. "Das neue Gebäude, das an einem traditionell dem Sport gewidmeten Ort errichtet wird, soll ein gemeinsamer Platz für den Vereinssport und die Talentförderung werden", ergänzte das Stadtoberhaupt in seiner Rede.

Der Weg bis zum ersehnten Spatenstich war holprig. So hatte sich schon der Baubeginn verzögert, weil bei der Bodenanalyse Bauschutt und Müll zutage getreten waren. Das musste erst einmal abgetragen werden. Rund 300 000 Euro kostete die Entsorgung der kontaminierten Bodenauffüllungen. Mehrkosten, die dazu führen, dass der Gesamtinvestitionsbedarf für den ersten Bauabschnitt auf 3,8 Millionen Euro gestiegen ist. Ursprünglich veranschlagt waren 2,8 Millionen Euro.

Für kontroverse Diskussionen im Stadtteil-Gremium von Gonzenheim hatte auch der Plan gesorgt, entlang der "Langen Meile" eine 40 Meter lange und 2,50 Meter hohe Mauer aufzustellen. 100 000 Euro sind dafür nun veranschlagt. Da das Lärmgutachten eine Mauer nicht vorschreibt, war eigentlich eine Hecke geplant gewesen. Aber die Stadt ist den Anwohnern entgegengekommen. Ökologisch nicht sinnvoll sei das, monierten die Kritiker. Von der Befriedigung privater Sonderinteressen auf Kosten der Allgemeinheit war seinerzeit die Rede.

Das alles dürfte die Vorfreude auf den Neubau aber kaum schmälern. Schließlich wird die Halle entlang der "Langen Meile" so einiges bieten. So sollen im Erdgeschoss auch Räume für den TVG entstehen. Im Obergeschoss sind die Umkleiden und weitere Funktionsräume geplant. Die beiden Einheiten sind räumlich klar voneinander getrennt und werden auch separat erschlossen. Eine interne Verbindung zwischen den beiden Geschossen besteht nicht. Das zugrunde liegende Raumprogramm wurde mit dem TVG als zukünftigem Nutzer des Erdgeschosses abgestimmt.

300 Quadratmeter im Obergeschoss

Die Raumgrößen entsprechen im Wesentlichen dem aktuellen Containerbau. Im Erdgeschoss wird eine Bruttogeschossfläche von 420 Quadratmetern zur Verfügung stehen, im Obergeschoss sind es nochmals 300 Quadratmeter. Die aktuell bestehende Containeranlage bleibt in Betrieb, bis der Neubau fertig ist. Im ersten von zwei Bauabschnitten wird das Gebäude für die beiden Nutzungseinheiten hergestellt. Eine geplante Stützwand in Richtung Sportplatz kann erst errichtet werden, wenn der Containerbau abgebrochen wurde. Das ist dann für den zweiten Bauabschnitt vorgesehen, dann soll auch die Außenanlage fertig sein. Final geht es noch darum, Stellplätze südlich der Halle zu errichten. Der Zeitplan ist ambitioniert. Im letzten Quartal des Jahres soll das Projekt beendet sein. Dann sind die Tage des Provisoriums gezählt. Nach elf Jahren.

Kleine Geste mit großer Bedeutung (von links nach rechts): Architekt Wolfgang Berge, Peter Braun, Oberbürgermeister Alexander Hetjes, Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak, Ortsvorsteher Dr. Alexander Rastädter und Zweite Vorsitzende Annika Hill beim Spatenstich.
Kleine Geste mit großer Bedeutung (von links nach rechts): Architekt Wolfgang Berge, Peter Braun, Oberbürgermeister Alexander Hetjes, Bürgermeister Dr. Oliver Jedynak, Ortsvorsteher Dr. Alexander Rastädter und Zweite Vorsitzende Annika Hill beim Spatenstich. © Stadt Bad Homburg

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