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Als ob da einer einen Laster mit Bauschutt ausgekippt hätte: So sah es vor drei Wochen an der alten Wetterauer Straße aus.

Illegale Müllentsorgung

Tonnenweise illegaler Bauschutt ärgert Bad Homburger

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Immer wieder laden Menschen Berge von Müll am Wegesrand ab. Was da neulich am Ortsrand von Ober-Erlenbach entdeckt wurde, sprengt jeden Rahmen. 

Bad Homburg - Wohin mit dem Müll? Diese Frage dürfte sich jeder schon mal gestellt haben, wenn sich im Keller die gelben Säcke stapeln oder die graue Tonne vielleicht mal am Überquellen ist. Die wenigsten kommen dann auf den Gedanken, den Müll ins Auto zu packen und einfach irgendwo abzuladen. Zumal als Bad Homburger Bürger die kostenlose Müllentsorgung auf dem Betriebshof ja eigentlich super einfach ist. Trotzdem landet auch in anderen Kreisen immer öfter Müll illegal am Straßenrand. 

Ober-Erlenbach: Illegaler Müll ärgert Bürger und Bauhof

Zugegeben, Bauschutt zu entsorgen, ist natürlich etwas schwieriger (siehe Infobox). Aber Tatsache ist: Irgendjemand hat, wie erst jetzt bekannt wurde, vor knapp drei Wochen auf der alten Wetterauer Straße vor der Einmündung in die Umgehungsstraße (L 3205) zwei Lastwagenladungen Bauschutt abgekippt. 

Wer dort entlang spazierte, glaubte sich auf einem Steinbruch. „Diese Müllablagerung stellt wirklich alles andere in den Schatten“, sagt Gerhard Pfeiffer, Leser dieser Zeitung, der die Gesteinsbrocken am Wegesrand entdeckte. „Wir haben diese massive Ablagerung der Stadt Bad Homburg gemeldet und die Antwort erhalten, dass das Ordnungsamt schon damit befasst sei.“ Der Betriebshof würde den Abtransport organisieren.

Im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach liegt tonnenweise Bauschutt herum

Pfeiffer würde allerdings auch interessieren, ob die Sache vielleicht auch aufgeklärt werden konnte und dem Verursacher in Rechnung gestellt. „Es ist ja eigentlich zu erwarten, dass das Abkippen von zwei Wagenladungen Bauschutt nicht unbemerkt geblieben ist“, sagt er .

Sollte man meinen. Und tatsächlich hatte auch das Team um Betriebshofs-Chef Ralf Bleser gehofft, dass man den Tätern auf die Spur kommt, denn das Gesteins-Abladen auf dem Wegesrand sei, wie Stadtsprecher Marc Kolbe ihn zitiert, auch seiner Meinung nach „von der Dimension her nicht gerade alltäglich“. Allein, bislang fehlt von den Müll-Touristen jede Spur.

„Das Ordnungsamt hat in der Umgebung nach Abrissbaustellen gesucht, aus denen der Bauschutt stammen könnte, und die Ermittlungen aufgenommen, bislang allerdings ohne Ergebnis“, sagt Kolbe auf Anfrage. Die hinzugezogene Landespolizei habe die illegale Entsorgung „zur Kenntnis genommen“, ein Fachausdruck, der sich darauf bezieht, dass, weil in diesem Fall – zum Glück – keine Gefahrenstoffe im Bauschutt waren, nicht automatisch Anzeige erstattet wird.

Die Müllentsorgung kostet 1500 Euro

Nach Begutachtung der Fachleute durch den Betriebshof handelt es sich bei den Gesteinsbrocken um 40 Tonnen Beton-Abriss. „Dazu brauchen wir vermutlich vier Container für den Abtransport, die Entsorgungskosten dafür – abtransportiert wird in zwei Tiefladern liegen bei rund 1500 Euro“, sagt Kolbe.

Eigentlich hätte der Bauschutt vergangene Woche weggeräumt werden sollen, „aber der Winterdienst kam uns dazwischen.“ Wenn alles gut geht, wird der Bauschutt am Mittwoch weggeräumt.

Wer Hinweise liefern kann, wendet sich an die Polizei unter (0 61 72) 12 00. Sollten die Verursacher erwischt werden, droht ihnen eine saftige Strafe: Die Ordnungswidrigkeit kann bis zu 10 000 Euro kosten. In Frankfurt will die Stadt dem Sperrmüll mit Extra-Touren Herr werden. 

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