Wimbledon-Atmosphäre im Kurpark, allerdings coronabedingt ohne Zuschauer: Mara Guth, Michael Kohlmann, Rainer Schüttler und Angelique Kerber (von links) lieferten sich auf dem neuen Rasenplatz im Kurpark ein unterhaltsames Mixed-Match.	fotos: privat/perfect match
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Wimbledon-Atmosphäre im Kurpark, allerdings coronabedingt ohne Zuschauer: Mara Guth, Michael Kohlmann, Rainer Schüttler und Angelique Kerber (von links) lieferten sich auf dem neuen Rasenplatz im Kurpark ein unterhaltsames Mixed-Match. fotos: privat/perfect match

"Bad Homburg Open"

Tennis-Star Angelique Kerber weiht Wimbledon-Plätze in Bad Homburg ein

  • vonFlorian Neuroth
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Hoher Besuch in Bad Homburg: Tennis-Ass Angelique Kerber spielte sich nun in der Kurstadt schonmal für die "Bad Homburg Open" 2021 ein.

Bad Homburg – Es gibt Tage, die werden im Terminkalender fett markiert. Für Angelique Kerber ist der vergangene Samstag mit Sicherheit ein solcher gewesen. Schließlich sollte an jenem Tag das Finale der Damen-Konkurrenz in Wimbledon stattfinden. An der Stätte ihres größten Triumphs - ziemlich genau zwei Jahre ist es her, dass Kerber das wichtigste Tennisturnier der Welt gewinnen konnte - hätte die 32-Jährige in diesem Jahr natürlich gerne wieder triumphiert.

Einzig: Wie so vieles derzeit bleibt auch Wimbledon in diesem Jahr ein Konjunktiv. Coronabedingt wird an der Londoner Church Road erst 2021 wieder aufgeschlagen. Und so stand die ehemalige Weltranglistenerste am Samstag zwar auf original Wimbledon-Rasen, nur eben nicht in London, sondern auf der Anlage des Tennis-Clubs Bad Homburg (TC) inmitten des Kurparks. Statt auf Trophäenjagd gingt Kerber einer nicht minder wichtigen Beschäftigung nach: der offiziellen Einweihung des "Centre Court" der "Bad Homburg Open".

Angelique Kerber zückt die Schere, um den von TC-Chef Dr. Uwe Eyles (links) und OB Hetjes gehaltenen Rasenstreifen wie ein rotes Band zu durchschneiden. Im Hintergrund Spielbank-Chef Lutz Schenkel.

„Ein Hauch von Wimbledon“ in Bad Homburg mit Tennis-Star Angelique Kerber

Die sollten in diesem Jahr eigentlich erstmalig über die Bühne gehen. Auf drei Plätzen im Kurpark wollten die Veranstalter von der Agentur "Perfect Match" und "AK Management" nicht nur Profi-Tennis auf allerhöchstem Niveau für ein breites Publikum anbieten, sondern vor allem "die Faszination Rasentennis und einen Hauch von Wimbledon im Kurpark erlebbar machen", wie es Turnierdirektor und Kerber Manager Dr. Aljoscha Thron ausdrückt. Dann kam die Pandemie. Das Turnier wurde abgesagt, die Premiere findet im nächsten Jahr statt. "Unser Enthusiasmus ist ungebrochen", sagte Thron jetzt bei Eröffnung der aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht öffentlichen Veranstaltung mit begrenzter Teilnehmerzahl.

Bad Homburg: Grashalme auf Tennis-Platz wurden von zwei Pfarrern gesegnet

Auch Angelique Kerber ist die Vorfreude anzusehen. Mit einem breitem Grinsen betritt die beste deutsche Tennisspielerin den akkurat gestutzten Rasen. "Für mich ist das ein sehr spezieller Tag", sagt sie und schwärmt von einem "Turnier im Boutique-Stil", "der tollen Atmosphäre im Kurpark" und "einem wunderschön angelegten Rasen-Court".

Die Begeisterung ist nicht gespielt. Kerber ist das Aushängeschild des Turniers, fungiert als Botschafterin und soll nach dem Karriereende die Turnierleitung übernehmen. Schon jetzt ist sie stark in die Planung miteingebunden. "Das ist neu für mich, macht aber sehr viel Spaß. Ich bin schon lange auf der Tour und versuche, meine Erfahrung mit einzubringen. Die Spielerinnen sollen sich wohlfühlen und gerne wiederkommen", sagt sie. Ihre Mission sieht sie vor allem darin, Nachwuchs fürs Rasentennis zu gewinnen. "Wer weiß, vielleicht gewinnt in 20 Jahren eine deutsche Spielerin in Wimbledon, die als kleines Mädchen hier vom Spiel auf Rasen begeistert wurde."

Bad Homburg: Angelique Kerber spielt gegen Nachwuchshoffnung aus dem Taunus

Am Samstag nun bekamen die geladenen Ehrengäste - darunter Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU), Kurdirektor Holger Reuter, der Präsident des Deutschen Tennis-Bundes (DTB), Ulrich Klaus, sowie die Präsidenten des TC Bad Homburg, Dr. Uwe Eyles, der Homburger Turngemeinde (HTG), Ralph Gotta, und des Hessischen Tennisverbandes (HTV), Kai Burkhardt - schon einmal eine kleine Vorschau, was die Zuschauer im nächsten Jahr erwartet.

Gemeinsam mit FED-Cup-Teamchef Rainer Schüttler trat Kerber bei einem Showmatch im Mixed-Doppel gegen die 17-jährige Usinger Nachwuchshoffnung Mara Guth, die das erste Mal auf Rasen spielte und mehr als nur mithielt, und Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann an.

Rasant flogen die Bälle über den "Heiligen Rasen", der vor Spielbeginn noch ein wenig heiliger geworden war. War er doch von den Pfarrern Werner Meuer (St. Marien) und Hans-Joachim Wach (Erlöserkirche) eigens mit "Bad Homburger Weihwasser" gesegnet worden.

Bad Homburg: Nicht nur Angelique Kerber gefällt der Tennis-Rasen

Für reichlich Gelächter sorgten nicht nur die neckenden Kommentare von Reporter-Legende Matthias Stach, sondern auch die Witzeleien des Quartetts auf dem Court. "Du" schallte es immer wieder über den Platz, auch wenn der Partner keine Chance hatte, den Ball zu erreichen.

Bei so viel guter Laune auf und neben dem Rasen trat fast in den Hintergrund, dass Kerber und Schüttler das Match letztlich für sich entscheiden konnten. Viel wichtiger war denn auch das Fazit der Experten: "Sehr gut" spiele es sich auf dem Rasen, lautet die einhellige Meinung der Profi-Spieler.

Bevor im nächsten Jahr die Elite in Bad Homburg aufschlägt, werden sich die Mitglieder des Tennis-Club selbst ein Bild davon verschaffen können. Bis sechs Wochen vor Turnierbeginn könnten die Mitglieder auf dem Platz trainieren, sagt TC-Chef Eyles. „Das wird ein tolles Erlebnis. Wir haben ansonsten ausschließlich Sandplätze. Auf Rasen spielt es aber sich ganz anders und viel schneller“, so Eyles. Er ist überzeugt: „Der Platz wird seine Freunde finden.“ (Von Florian Neuroth)

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