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Diese Aufnahme vom sogenannten Pferdekopfnebel im Sternbild Orion gelang dem AG-Orion-Mitglied Bernhard Strauch von Wehrheim/Pfaffenwiesbach aus. Künftig sind solche Weltraum-Aufnahmen auch von der Volkssternwarte Hochtaunus aus möglich.

Spenden benötigt 

Weg frei für Sternwarte in Bad Homburg – Blick ins All soll einmalig werden

Die Astronomische Gesellschaft will in Bad Homburg eine Volkssternwarte bauen. Sie arbeitet mit Hochdruck an dem Projekt. Ein Hindernis gibt es allerdings. 

Bad Homburg - Die Astronomische Gesellschaft Orion möchte eine Volkssternwarte bauen, und alle finden's großartig: die Stadt Bad Homburg, der Hochtaunuskreis, der Ortsbeirat Dornholzhausen, der Vereinsring, das Stadtteil- und Familienzentrum Dornholzhausen - und vor allem die Bürger. 

Und so hat der kleine Verein auch schon Zusagen für Spenden fürs Projekt in Höhe von 150 000 Euro, und ein Grundstück gibt's auch schon. Die Stadt hat nämlich ein Areal am Peter-Schall-Haus in Dornholzhausen erst kürzlich an die AG Orion übergeben. Was im Klartext bedeutet: Jetzt kann's losgehen. Und tut es!

Bad Homburg: Probebohrungen für das Projekt Volkssternwarte

Auf Anraten des Umweltamtes hat die AG Orion direkt nach der Übergabe ein Bodengutachten in Auftrag gegeben. Dies ist notwendig, "da der Boden durch Abraum aus dem Elisabethen-Stollen aufgeschüttet ist", erklärt AG Orion-Pressewart Michael Feiler. 

Deswegen seien Ende November in Dornholzhausen in Bad Homburg Probebohrungen durchgeführt worden, und zwar vom Institut für Geotechnik, Dr. Jochen Zirfas GmbH & Co. KG. "Neben der Stabilität des Untergrunds wurde auf Giftstoffe, Höhe des Grundwasserspiegels und Wasserdurchlässigkeit geprüft", sagt Feiler und erklärt: "All das dient der notwendigen Planungssicherheit." Immerhin soll, wenn alles gut geht, eine "AllSky"-Kuppel der Firma Baader dorthin kommen - und die bedarf eines soliden Unterbaus.

Die Mitarbeiter des Instituts für Geotechnik Dr. Jochen Zirfas führten Probebohrungen durch.

Ein stabiles Fundament wird auch bei den Finanzen benötigt. Mit 150 000 Euro - 80 000 Euro allein von der Stadt Bad Homburg - ist die AG Orion zwar schon gut aufgestellt, aber um eine hochqualitative Volks- und Schulsternwarte mit hochwertigen Teleskopen und motorgesteuerten Montierungen (also Stativen) für die barrierefreie Terrasse und die Kuppel anschaffen zu können, sind noch weitere Gelder notwendig.

In der Beobachtungskuppel ist unter anderem ein großes Spiegelteleskop vorgesehen, das für visuelle und fotografische Zwecke genutzt werden kann. Neben der Sternwarte ist eine barrierefreie Terrasse für mobile Teleskope vorgesehen. "Mit den Teleskopen wird es beispielsweise möglich sein, die faszinierenden Krater des Mondes, die Jupitermonde, den Ring des Saturn oder das Licht von Lichtjahre entfernten Sternhaufen, Galaktischen Nebel und Galaxien mit eigenen Augen zu sehen oder zu fotografieren", prognostiziert Feiler.

Nach der Fertigstellung wird die Sternwarte jedoch nicht nur für die Öffentlichkeit nutzbar sein, um die Schönheiten des Himmels ansehen oder fotografieren können. 

"Auch der Nachfrage der Schulen aus dem Hochtaunuskreis nach naturwissenschaftlichen Projekten wie ,Jugend forscht' in Physik und Astronomie wollen wir nachkommen", sagt Feiler. Zudem würden Kindergärten und Schulen mit der Volkssternwarte Hochtaunus kooperieren.

Blick ins All: Der Standort Bad Homburg sei ideal aber noch werden Spenden benötigt

Gerade der vergleichsweise dunkle Hochtaunus biete sich, im ansonsten lichtüberfluteten Rhein-Main-Gebiet, für diese Volkssternwarte an. Und der Standort am Peter-Schall-Haus im Stadtteil Dornholzhausen in Bad Homburg sei ein guter Kompromiss zwischen einer zentralen Lage im Hochtaunuskreis und einem dunklen Nachthimmel. Der Platz am Gelände des Peter-Schall-Hauses sei deswegen auch geradezu ideal. Zur Kostenersparnis würden die Räume des Bürgerhauses und dessen Infrastruktur mitgenutzt.

Da der AG Orion noch die notwendigen Mittel zum Baubeginn der Sternwarte fehlen, bitten die Mitglieder zum Endspurt noch mal alle Bürger und Wissenschaft-Begeisterten des Hochtaunuskreises um finanzielle Unterstützung. "Jede kleine Spende ist hilfreich, um das Projekt zu realisieren", betont AG-Orion-Sprecher Feiler. Die Unterstützung könne in Form von Spenden (auch Sachspenden), einem Sponsoring, durch direkte Patenschaften oder durch eine Mitgliedschaft in der AG Orion erfolgen. Großzügige Spender wird die AG zudem auf einer Tafel am Sternwartengebäude und auf der Vereinshomepage benennen.

Ein Spendenkonto ist eingerichtet unter: Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. IBAN: DE30 5125 0000 0001 0574 80 BIC: HELADEF1TSK bei der Taunus-Sparkasse Bitte als Verwendungszweck "Volkssternwarte" angeben.

Von Sabine Münstermann

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