In der Louisenstraße gibt es einen Parkplatz extra für motorisierte Zweiräder. Sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge wie die modernen Scooter können aber auch auf Gehwegen geparkt werden, wenn sie niemanden behindern
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In der Louisenstraße gibt es einen Parkplatz extra für motorisierte Zweiräder. Sogenannte Elektrokleinstfahrzeuge wie die modernen Scooter können aber auch auf Gehwegen geparkt werden, wenn sie niemanden behindern

Verkehr

Bad Homburg: Sonderregeln für kleine E-Roller?

  • Harald Konopatzki
    vonHarald Konopatzki
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Der Verkehrsausschuss in Bad Homburg spricht über alternative Mobilitätsformen. Es geht auch um E-Roller.

Bad Homburg - Derzeit sind eher weniger Elektro-Kleinstfahrzeuge und Elektroroller auf den Radwegen beziehungsweise Straßen unterwegs. Doch spätestens im Frühjahr werden die alternativen Mobilitätsformen wieder stärker präsent sein. In der Winterpause kam das Thema jetzt im Verkehrsausschuss auf den Tisch. Das Parlament hatte bereits im Juni angesichts der Zulassung von E-Scootern einen möglichen "Vorschlag über Fahrverbots-, Parkverbots- und Niedriggeschwindigkeitszonen" eingefordert. Dieser liegt nun vor. Dabei wird es für die sogenannten Elektrokleinstfahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 20 Kilometern pro Stunde, Lenkstange und einer maximalen Fahrzeugmasse (ohne Fahrer) von 55 Kilogramm keine besonderen Regeln geben.

"Elektrokleinstfahrzeuge dürfen nur auf Radwegen oder dem Radverkehr zugeteilten Verkehrsflächen fahren", hieß es dazu vonseiten der Straßenverkehrsbehörde. Wenn solche nicht zur Verfügung stehen, muss auf der Fahrbahn gefahren werden.

Beeinträchtigung des Verkehrsflusses

"Aus diesem Grund wird keine Notwendigkeit für die Einrichtung einer Fahrverbotszone gesehen, auch die Einrichtung von Niedriggeschwindigkeitszonen für Elektrokleinstfahrzeuge ist nicht möglich, da die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit der Fahrzeuge und eine Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Elektrokleinstfahrzeuge zu einer Beeinträchtigung des Verkehrsflusses aller anderen Verkehrsteilnehmer führt", heißt es in der Stellungnahme.

Ansonsten gelten die allgemeinen Vorgaben, so dürfen die kleinen Scooter auf gemeinsamen Rad- und Gehwegen wie Fahrräder auch nur in Schrittgeschwindigkeit gefahren werden.

Eine andere Kategorie bilden Elektroroller. Die sind mit klassischen Motorrollern vergleichbar und müssen sich dementsprechend an dieselben Regeln halten. "Aus diesem Grund muss für Elektroroller keine gesonderte Regelung im Stadtgebiet eingeführt werden, da die Regelungen bereits von der Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben werden", teilt die Verwaltung mit.

Das Fahren ist das eine, das Parken der Elektro-Gefährte das andere. Elektrokleinstfahrzeuge können, so wie Fahrräder, auch auf Gehwegen abgestellt werden - wenn sie niemanden behindern. Elektroroller hingegen müssen so abgestellt werden wie reguläre Kraftfahrzeuge.

Die Straßenverkehrsbehörde stellt dabei jedoch klar: "Sollte ein gewerblicher Anbieter Elektrokleinstfahrzeuge oder Elektroroller im öffentlichen Verkehrsraum zur Vermietung anbieten, beispielsweise per App, müssen in Zusammenarbeit mit dem Anbieter Absprachen zur Regelung getroffen werden."

Und auch wenn Bad Homburg im Vergleich mit Frankfurt noch kein wirkliches Angebot vorweisen kann, gibt es bereits einen Anbieter: Die 25 Fahrzeuge starke blaue "Taun-e"-Flotte von Süwag und Stadtwerken hatte im vergangenen Herbst Premiere und ist derzeit in der Winterpause.

Fahrer müssen sich an Regeln halten

Doch in den wenigen Wochen hatte es bereits Irritationen um die Scooter gegeben, von denen einige zuverlässig auf dem Bürgersteig an der U-Bahn-Haltestelle Gonzenheim standen und andere sich an der Haingasse stapelten. Das soll sich in dieser Saison ändern, wie Stadtsprecher Marc Kolbe auf Nachfrage erklärte. "Die Fahrer müssen sich an die Straßenverkehrsordnung halten, das gilt auch für das Abstellen der Roller." Wenn diese nicht ordnungsgemäß abgestellt würden, könne es, wie bei jedem anderen Fahrzeug auch, ein Knöllchen geben. Die kleinen Roller werden bei Bedarf auch eingesammelt und zu den ursprünglichen Standorten zurückgebracht. "Wer den Roller falsch abgestellt hat, lässt sich über den Vermieter ermitteln", erzählt Kolbe.

Zudem plant die Stadt in Absprache mit der Süwag, bestimmte Bereiche, an denen es Probleme durch eine zu große Zahl an Miet-Rollern gibt, als Halteverbotszonen für die Elektro-Flitzer auszuweisen, beziehungsweise zu programmieren. "Eine Fahrt kann dort dann nicht mehr beendet werden", erklärt Kolbe.

Irritationen gab es auch um das vermeintlich eng begrenzte Einsatzgebiet der Roller. Auf einer Homepage der Süwag (https://suewag2go.de/taun-e.html) ist zu sehen, dass es etwa nach Westen hin vom Götzenmühlweg und der Friesenstraße begrenzt ist, im Osten ist an der U-Bahn-Haltestelle Ober-Eschbach Schluss. Auch Teile des Hardtwalds, der Berliner Siedlung und die Gartenfeldsiedlung gehören nicht dazu.

"Die Roller können im gesamten Stadtgebiet genutzt werden", betont hingegen Kolbe. "Nur Start- und Endpunkt einer Fahrt müssen innerhalb der im Netz markierten Fläche liegen." Grund sei das "Floating-Fleet-Prinzip", also dass die Roller nicht zu einer festen Station gebracht werden, sondern einfach am Fahrtziel abgestellt werden können. Über die App können Interessenten sehen, wo der jeweils nächste freie Roller steht.

Auch die Grenze des Kernbereichs ist nicht in Stein gemeißelt. Kolbe: "Ausweitungen sind möglich, da wird es auf das Kundenfeedback ankommen."

Im März beginnt die neue Saison, in der ersten Testphase wurden insgesamt 750 Kilometer mit den E-Rollern zurückgelegt.

von Harald konopatzki

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