Mark Reiffen (links) und der städtische Hochbauamtsleiter Enzo Spadano in der Baugrube mit "Baggersee".
+
Mark Reiffen (links) und der städtische Hochbauamtsleiter Enzo Spadano in der Baugrube mit "Baggersee".

Groß-Projekt

Bad Homburg: Sportzentrum wird rund vier Millionen teurer

  • vonMonika Melzer-Hadji
    schließen

Im Bad Homburger Stadtteil Ober-Eschbach entsteht ein modernes Sportzentrum, für das jetzt die europaweite Ausschreibungen vorbereitet wird. Läuft alles nach Plan, können die Rohbauarbeiten im September starten. Die Stadt lässt sich das Projekt rund 25 Millionen Euro kosten.

Ober-Eschbach -Still ruht der See ... Die Rede ist vom etwa 15 Zentimeter tiefen "Baggersee", der sich in der Abriss- und Voraushubgrube der Albin-Göhring-Halle gebildet hat. Doch auch wenn hier am Massenheimer Weg in Ober-Eschbach die Baustelle ruht, seit der Abbruch Anfang April beendet wurde: Hinter den Kulissen, sprich im Technischen Rathaus, wird mit Hochdruck am "Sportzentrum Süd" gearbeitet.

Enzo Spadano, Leiter des Fachbereichs Gebäudemanagement, und Projektleiter Mark Reiffen haben die Taunus Zeitung bei einem Vor-Ort-Termin über den Stand der Dinge informiert. "Ja, hier auf der Baustelle passiert momentan nichts, nachdem die Abbrucharbeiten zügig und ohne Probleme durchgeführt wurden. Als nächstes kommen die Verbauarbeiten, um die bis zu zehn Meter Höhenunterschied zum Sportplatz abzufangen, die Halle endet ja nur vier bis fünf Meter vor der Laufbahn", so Spadano.

Den Bauingenieur begleitet das Thema Albin-Göhring-Halle bereits seit 2006: "Ich weiß nicht, wie viele Varianten wir hierfür schon konzipiert haben: Brandschutzsanierung, Anbau, Sanierung, Neubau. Dann war zunächst eine L-förmige Lösung angedacht. Das hier ist jetzt das Ergebnis einer Vergabeverordnung, das ist eine vorgeschriebene Ausschreibung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge."

"Sportzentrum Süd", zunächst nur der Arbeitsname als Pendant zum Sportzentrum Nord-West, trifft es indes schon gut, zumal zusätzlich zum neuen Sporthallenkomplex noch die Erweiterung der Außensportfläche um zwei weitere Sportplätze und eine Turnhalle der TSG Ober-Eschbach in der Planung sind.

Drei Monate in Verzug

Im Moment arbeitet der Fachbereich Hochbau an den Ausschreibungen, die bei einem Projekt dieser Größenordnung europaweit durchgeführt werden müssen. "Ja, wir sind etwa drei Monate in Verzug, wollten eigentlich Mitte Juni mit dem Rohbau beginnen. Doch Corona hat die Ausschreibungen verzögert. Das ist jetzt keine Ausrede, aber mit virtuellen Treffen arbeitet man einfach nicht so effektiv wie normal und auch bei den Firmen läuft es nicht wie gewohnt." Außerdem liegt für das Großprojekt noch keine Baugenehmigung vor. "Wir werden auf dem Bauamt wie jeder private Bauherr behandelt. Im Januar haben wir den Bauantrag eingereicht und hoffen, bis Juni/Juli die Genehmigung zu bekommen", so Projektleiter Reiffen.

Die beiden Diplom-Ingenieure sind zuversichtlich, im September mit dem Rohbau, zunächst mit Verbau- und weiteren Erdarbeiten, beginnen zu können. Und "wenn nichts passiert, wollen wir die Fertigstellung für September 2023 halten." Nicht halten wird man, so viel ist jetzt schon klar, die geschätzten Baukosten, die statt 20 Millionen Euro wohl bei 24 oder 25 Millionen landen werden. Stand jetzt, zumal derzeit die Baustoffkosten durch die Decke gehen.

Komplett barrierefrei

Was die Stadt für diese Summe bekommt, lässt sich aber auch sehen: Eine übereinander angelegte Doppel-Dreifeld-Halle mit Tribüne für 350 Besucher, allen möglichen Funktions- und Versammlungsräumen in mehr als 45000 Kubikmeter umbautem Raum (50 Prozent mehr als die alte Halle). Sämtliche Räume werden, ebenso wie der Sportplatz, für den ein separater Außenaufzug gebaut wird, komplett barrierefrei erreichbar sein. Die integrierte Heizzentrale versorgt das Gebäude mit Energie, kann aber erweitert werden, um später auch das neue Gewerbegebiet am Massenheimer Weg bedienen zu können.

Vor der Halle entstehen zusätzliche 34 Parkplätze, eventuell einige mit Stromladestelle, sowie 171, teils überdachte, Radplätze. Der große Parkplatz auf der gegenüberliegenden Straßenseite bleibt erhalten, wird jedoch neu angeordnet. Die Baumallee an der Peterhofer Straße bleibt von alldem unberührt.

Bei den Abrissarbeiten der 1972 eröffneten Albin-Göhring-Halle traten übrigens keine Überraschungen zutage: "Die typischen, üblichen Schadstoffe eines 70er-Jahre-Baus, mit denen wir gerechnet hatten." Dass in der Baugrube, die noch einen Meter tiefer gegraben werden soll, jetzt das Wasser steht, sei kein Problem, sondern von der Pegelwassermessung des Bodengutachters einkalkuliert. Erstaunlich, was alles an Hintergrundarbeit in solch einem Projekt steckt.

von Monika Melzer-Hadji

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare